«Emotionen haben hier nichts verloren»

Von Günther Wiesinger
Moto3
Luis Salom (li.) mit seinem neuen Teamchef Aki Ajo

Luis Salom (li.) mit seinem neuen Teamchef Aki Ajo

Red-Bull-KTM-Teamchef Aki Ajo über die Situation mit Danny Kent und Sandro Cortese und die Zukunft mit Salom.

Der finnische Teamchef Aki Ajo (43) gewann die 125er-WM 2008 mit Mike di Meglio und 2010 mit Marc Márquez. 2012 räumte er mit Sandro Cortese die Moto3-WM ab. 2013 bilden Luis Salom, Arthur Sissis und Zulfahmi Khairuddin sein Red-Bull-KTM-Werksteam. Wir haben uns mit Ajo über Vergangenheit und Zukunft unterhalten.

Im Winter hatte ich das Gefühl, Sandro Cortese sei im Ajo-Team nicht als Nr. 1 vorgesehen. Denn weder Jürgen Lingg noch der Südtiroler Patrick Mellauner, der Deutsch spricht, wurde sein Crew-Chief. Mellauner wurde lieber für Danny Kent abgestellt.
Das heisst aber auf keinen Fall, dass ich Danny Kent bevorzugt habe. Man konnte vielleicht davon ausgehen, dass Danny und Sandro auf identischen Level sein würden. Aber mir war bewusst, dass Sandro viel mehr Erfahrung hat. Ausserdem versuche ich immer, für alle Fahrer die gleichen Voraussetzungen zu schaffen, obwohl sich das nicht immer ganz umsetzen lässt. Ich habe mich jedenfalls für beide Fahrer um ausgezeichnete Voraussetzungen bemüht.
Aber klar laufe ich als Teammanager immer Gefahr, einem Fahrer näher zu sein als dem andern. Deshalb wird mich Patrick Unger künftig stärker unterstützen, damit sich alle gleichwertig behandelt fühlen.

Wäre ein deutschsprachiger Crew-Chief für Sandro nicht besser gewesen?
Ich trenne die Nationen. Sonst entwickeln sich zu engmaschige Vertrauensverhältnisse, zu enge Freundschaften, das bringt Probleme im Arbeitsumfeld. Wenn zu viele Emotionen im Spiel sind, kann man nicht in Ruhe arbeiten. Als Jürgen Lingg im Winter in mein Team gekommen ist, habe ich gleich gesagt: Du kannst für jeden arbeiten, nur nicht für Cortese.

Ende 2010 hast du dich nach zwei Jahren von Sandro getrennt.
Sandro war 2009 bei uns sehr stark, aber er hat sich 2010 neben Márquez nicht mehr weiterentwickelt. Ich wusste, Sandro hat viele positive Seiten. Vielleicht haben wir ihm nicht genug Zeit gegeben.

In der kommenden Saison setzt sich das Red-Bull-KTM-Werksteam aus Luis Salom, Fahmi Khairuddin und Arthur Sissis zusammen. Salom gilt als Titelanwärter. Er hat 2012 in Indy und Aragón zwei Grands Prix gewonnen. Aber er hat Schwächen. Er kann allein keine Topzeiten fahren und im Rennen nicht führen.
Ja, das sind Bereiche, in denen wir arbeiten müssen. Luis muss konzentrierter sein und in jeder Runde schnell fahren. Auch im Training. Er hat schon kleine Fortschritte gemacht. Aber bisher brauchte er oft Ausreden. Ich beobachte ihn seit vielen Monaten und rede mit ihm darüber. Er kennt das Problem; er ist ehrgeizig und will sich verbessern. Das ist eine gute Erfolgsbasis. Luis muss noch viel lernen. Ich rede sehr offen darüber mit ihm. Mein Team kann ihm viel helfen.

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