KTM-Rennchef Beirer: Erfolg gegen HRC am grünen Tisch

Von Günther Wiesinger
Moto3
Honda ist mit den Abrüstungsplänen für die Moto3 abgeblitzt. KTM-Rennchef Pit Beirer kann mit dem aktuellen und künftigen Reglement gut leben.

Mahindra und KTM sowie Husqvarna waren sich bei den Diskussionen um das künftige Technik-Reglement für die Moto3-WM weitgehend einig. Dadurch konnten ein paar Anträge der Honda Racing Corporation unter den Tisch gekehrt werden.

Auch die Vorwürfe von HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto, die Moto3 sei wegen KTM teurer geworden als die Moto2, wurden entkräftet.

Nakamoto hatte sogar gewettert, der neue Red-Bull-KTM-Werkspilot Jack Miller sei mit einer Gage von 250.000 Euro von Honda zu KTM gelockt worden. Teambesitzer Aki Ajo hingegen betont, das Basiseinkommen des WM-Siebten Miller liege bei bei 50.000 Euro. Mit den Erfolgsprämien für Top-Ergebnisse sei natürlich eine wesentliche höhere Gage erzielbar.

Honda wollte ursprünglich sogar die Drehzahl schon für 2014 von 14.000/min auf 13.500/min senken; dieser Kelch ist an KTM und Mahindra vorüber gegangen. Das neue Limit wird erst 2015 wirksam.
HRC wollte auch die Schlepphebel verbieten lassen, weil sich die Japaner für 2012 und die Zeit danach bei den NSF250R-Motoren zur Verwendung von Tasselstösseln hinreissen liessen, was sich eher nachteilig auswirkt.

Auch mit diesem Antrag blitzte Honda ab.

«Es gab von HRC einfach den Wunsch, die Motoren durch ein geändertes Reglement noch einmal technisch radikal abzuspecken, um die Motoren preiswerter zu machen», sagt Pit Beirer, Head of Motorsport bei KTM und Husqvarna. «Da wollten Mahindra und KTM nicht mitmachen, weil es sich um fertig entwickelte Motoren handelt. Keiner von uns beiden wollte jetzt Geld investieren, um die Motoren zu verschlechtern oder abzuspecken. Da die Motorenpreise für die Teams nach oben ohnedies mit 12.000 Euro gedeckelt sind, haben wir wenig Sinn darin gesehen. Für die Teams hätte sich an den Kosten nichts geändert, für Mahindra und KTM hingegen wären wieder Entwicklungskosten entstanden. Wir hätten Dinge ausbauen müssen, für die wir uns vor drei Jahren nach Studium des Reglements entschieden haben.»

Es fanden vor zwei Wochen bei einem Meeting der Grand Prix Commission in Madrid Gespräche der Werke zu diesem Thema statt. «Von Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta kam in dieser Runde sehr rasch die Entscheidung, dass die bereits entwickelte Technik beibehalten werden soll und dass Mahindra und KTM nicht abrüsten müssen», schildert Beirer.

KTM findet bei der Dorna momentan viel Gehör und Anerkennung. Die Österreicher haben die letzten 25 Moto3-WM-Rennen gewonnen, vier davon gemeinsam mit Kalex.

Dass die Chassis-Kosten für 2015 erstmals mit 85.000 Euro gedeckelt werden, fand bei KTM Zustimmung. «Das liegt in unseren Sinne. Diese Summe liegt im Rahmen», meint der ehemalige Motocross-Rennfahrer. «Das trifft uns nicht wirklich hart.»

Ein Kalex-Rolling-Chassis kostet aber ohne Motor momentan rund 98.000 Euro. Beirer: «Es wird bei allen Lieferanten für 2015 eine Preiskorrektur nach unten geben. Aber nach drei Jahren Entwicklung wird auch die Produktion etwas günstiger. Uns kostet jetzt das Motorrad nicht mehr ganz so viel in der Herstellung wie die ersten Prototypen vor zwei, drei Jahren. Erstens durch die gewachsenen Stückzahlen, zweitens durch die Entwicklungszeit. Für uns ist der Preis von 85.000 Euro realistisch und in Ordnung. Dafür kann man ein konkurrenzfähiges Rennmotorrad bauen.»

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