Bo Bendsneyder: «Rennen beenden, dann lernt man viel»

Von Isabella Wiesinger
Moto3
Der Red-Bull-KTM-Ajo-Fahrer Bo Bendsneyder zieht das Resümee aus der ersten Hälfte seiner ersten Saison in der Moto3-WM.

Der 17-jährige Niederländer Bo Bendsneyder wurde zuletzt in der Moto3-WM stärker und stärker und erreichte das Ende der ersten Saisonhälfte in guter Form, nachdem er in drei aufeinanderfolgenden Rennen Punkte gesammelt hat.

Momentan ist er in der Gesamtwertung WM-22. mit 18 Punkten. Der Holländer spricht über seine Rookie-Saison bisher, darüber, wie er mit dem Red-Bull-KTM-Ajo-Team klarkommt, über seine Beziehung mit Brad Binder und seine Ziele für die zweite Hälfte der Saison.

Bo, wie beurteilst du deinen Start in erste Weltmeisterschafts-Saison?

Es war eine gute erste Hälfte der Saison. Das erste Rennen lief sehr gut, aber dann hatten wir auf anderen Strecken ein paar Probleme. Wir haben uns bemüht und nach den ersten drei oder vier Grand Prix haben wir einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir haben Punkte geholt und sogar einen Top-10-Platz eingefahren.

Hast du von Anfang an solche Resultate erwartet?

Ich habe mich mehr darauf fokussiert, einen oder zwei Punkte mitzunehmen. Jetzt scheint es aber, als könnten wir in den Top 10 mitkämpfen. Ich glaube, wir arbeiten in die richtige Richtung. Kurz gesagt: Ich bin sehr happy mit den ersten neun Rennen.

Ist Konstanz das Wichtigste für einen Newcomer in der Weltmeisterschaft?

Ja, weil sogar, wenn du Letzter wirst, lernst du viel. Du siehst, wie die anderen Fahrer arbeiten. Es läuft gut für mich und ich bin bei jedem Rennen über die Ziellinie gefahren. Das Team hat mir geholfen, Aki [Ajo] hat mir gesagt, dass ich einfach alle Rennen zu Ende fahren muss und nie auslernen darf. Wir sind glücklich. Wir haben in den letzten drei Rennen Punkte geholt und wir haben eine positive Dynamik.

Was hat dich in der Weltmeisterschaft im Vergleich zu anderen Kategorien, wie beispielsweise den Red-Bull-Rookies-Cup, am meisten überrascht?

Ganz klar die Art und Weise, wie die Fahrer auf der Strecke gegeneinander fighten. Sie sind aggressiv – aggressiver als ich dachte – und es ist schwierig, einen Platz für sich selbst zu finden.

Inwieweit hast du dich seit dem Beginn der Saison in Katar verbessert?

Am glücklichsten bin ich über den Fortschritt, den wir im Qualifying gemacht haben. Wir hatten gutes Tempo, aber wir haben es nicht geschafft, auf einen Grid-Platz zu fahren, der uns gute Ergebnisse erlaubt hätte. Wir müssen uns jetzt im Kampf mit anderen Fahrern verbessern, aggressiver sein und mehr Top-10-Plätze im Rennen anstreben.

Du hast in den letzten drei Rennen Punkte geholt und in Assen hast du dein bisher bestes Resultat in der WM eingefahren. Fühlst du dich jetzt wohler?

Ja, ich fühle mich sehr wohl. Mit dem Team sowohl als auch mit dem Bike. Wir arbeiten hart und gut, kämpfen uns Schritt für Schritt voran, und wachsen mit jedem Rennen ein bisschen mehr.

Du bist der Teamkollege des momentan führenden Moto3-Weltmeisters Brad Binder. Hast du irgendetwas von ihm gelernt?

Es ist nicht leicht, mit ihm mitzuhalten, weil er sehr schnell ist. Aber ich lerne sehr viel von Brad und das ist am Ende das Wichtigste. Wir teilen Data, also kann ich sehen, wo ich Zeit verliere. So kann ich mich für die nächste Session verbessern. Des Weiteren ist das Red-Bull-KTM-Ajo-Team wie eine Familie; wir halten zusammen, Brads Crew sowie auch meine, und das gefällt mir. Wir stehen auch der Ajo-Motorsport-Struktur in der Moto2 nahe; all das hilft.

Der nächste Grand Prix findet auf dem Red Bull Ring in Österreich statt. Es wird ein besonderes Rennen für Red Bull und KTM. Es ist gleichzeitig das erste Mal, dass du dort ein  Rennen fährst. Glaubst du, dass das Rennen anders wird als andere?

Ja, es wird bestimmt sehr speziell. Es ist für alle eine neue Strecke, aber wir hatten zuvor zwei Testtage dort. Für das Team, Red Bull und KTM, freue ich mir sehr auf diesen Grand Prix.

Im zweiten Teil der Saison kommen ganz neue Strecken auf dich zu. In Spielberg hast du aber letzte Woche getstet. Was erwartest du dir von den kommenden neun Rennen?

Ich freue mich darauf. Wir fliegen in Länder, in denen ich noch nie gewesen bin. Das wird natürlich auch schwierig, aber wir müssen daran denken, dass diese Saison zehn bis zwölf Moto3-WM-Rookies mitfahren. Wir befinden uns alle in derselben Situation. Ich glaube, dass wir die Strecken nach den Trainings besser kennen werden und gute Arbeit leisten können.

An welcher Stelle würdest du dich selbst in der Gesamtwertung sehen – am Ende der Saison in Valencia?

Es wäre großartig, unter den Top 15 zu sein. Aber jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, besser zu werden und in jedem Rennen Punkte zu sammeln. Dann sehen wir, was passiert.

Wie siehst du den Kampf um den Moto3-Titel?

Ich hoffe und glaube, dass mein Teamkollege Brad gewinnen kann, weil er in der ersten Hälfte der Saison sehr stark war und in jedem Rennen Punkte geholt hat – als andere Fahrer Schwierigkeiten hatten. Er ist ein schlauer Kerl und ich hoffe, er gewinnt.

Hat sich dein Leben in irgendeiner Weise verändert, seit du in der Moto3-Weltmeisterschaft mitfährst?

Ja, ein bisschen. Du bist nicht mehr so oft zu Hause. Und wenn du dann zu Hause bist, musst du trainieren – zum Beispiel Supermoto. Aber auch wenn die Dinge anders sind als zuvor, mag ich diese Lebensweise.

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