Superbikes & MotoGP: In Phillip Island fehlten 2 sec

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Nur 1,996 Sekunden war Superbike-Weltmeister Johnny Rea (Kawasaki) beim Phillip-Island-Test langsamer als Yamaha-MotoGP-Star Maverick Viñales. Das sind teure 2 Sekunden!

Ja, wir wissen es: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Und im Motorsport sind Rundenzeitenvergleiche immer schwierig und heikel.

Trotzdem ist ein Blick auf die Testzeiten der Superbike-Asse und MotoGP-Asse in Phillip Island interessant und aufschlussreich.

Die MotoGP-Piloten mussten sich bereits Ende November in Jerez gehörig strecken, um die Bestzeiten der Superbike-Stars wie Johnny Rea, Tom Sykes und Chaz Davies zu erreichen.

Wobei dort allerdings die MotoGP-Werksfahrer von Yamaha, Honda und Ducati fehlten, weil sie nur fünf private Testtage im Jahr haben und diese Tage in Andalusien bei fragwürdigem Wetter nicht vergeuden wollten. Die Yamaha-Teams von Movistar (Rossi, Viñales) und Tech-3 (Folger, Zarco) testen außerdem fast gleichzeitig in Sepang/Malaysia.

Auch die Testergebnisse in Australien geben keinen 100-prozentig stichhaltigen Aufschluss über die Kräfteverhältnisse, denn Viñales und Co. testeten dort letzte Woche von Mittwoch bis Freitag (15. bis 17. 2.) bei nahezu idealen Bedingungen.

Die Superbike-Piloten übten diese Woche am Montag und Dienstag einen Tag weniger, wobei die Piste mehrmals nass war, besonders am Montag.

Zur Erinnerung: In der Superbike-WM sind nur Stahlbremsen erlaubt, in der MotoGP-WM werden im trockenen Karbonbremsanlagen verwendet. Dafür haben sie SBK-Asse Qualifyer von Pirelli, in der MotoGP gibt es nur weiche Compounds von Michelin, aber keine echten Quali-Reifen.

Und: In der MotoGP liegt das Hubraumlimit bei 1000 ccm, in der Superbike-Klasse dürfen die seriennahen Vierzylinder von Honda, Yamaha, Kawasaki, Aprilia, MV Agusta und BMW 1000 ccm aufweisen, die V2-Panigale von Ducati sogar 1200 ccm.

Zwei Sekunden Zeitunterschied also. Wenn man bedenkt, dass in der MotoGP allein der Motor schon 250.000 Euro kostet und ein komplettes seriennahes Renn-Superbike vielleicht 50.000 bis 70.000 Euro, dann werden diese zwei Sekunden von den Herstellern und Teams sehr teuer erkauft.

Übrigens: In der MotoGP kostet das Material pro Fahrer und Saison 2,2 Millionen Euro, das sind Leasinggebühren, nicht der Kaufpreis wohlgemerkt. Die Maschinen müssen am Jahresende wieder ans Werk zurückgegeben werden. Ducati zum Beispiel vermietet jetzt 2015-Maschinen immer noch für rund 1,5 Millionen Euro pro Saison an die Teams von Loris Baz und Karel Abraham. 

Gesamtwertung Superbike-Test Phillip Island nach 2 Tagen

1. Jonathan Rea, Kawasaki, 1:30,545
2. Marco Melandri, Ducati, 1:30,575
3. Chaz Davies, Ducati, 1:30,893
4. Tom Sykes, Kawasaki, 1:31,044
5. Xavi Foéd, Ducati, 1:31,226
6. Leon Camier, MV Agusta, 1:31,293
7. Lorenzo Savadori, Aprilia, 1:31,449
8. Alex Lowes, Yamaha, 1:31,629
9. Jordi Tarres, BMW, 1:31,673
10. Randy Krummenacher, Kawasaki, 1:31,783
11. Alex de Angelis, Kawasaki, 1:31,794
12. Eugene Laverty, Aprilia, 1:31,881
13. Michael van de Mark, Yamaha, 1:31,936
14 Nicky Hayden, Honda, 1:31,071
16. Román Ramos, Kawasaki, 1:32,205
17. Riccardo Russo, Yamaha, 1:32,771
18. Stefan Bradl, Honda, 1:32,796

Gesamtwertung MotoGP-Test Phillip Island nach 3 Tagen

1. Maverick Viñales, Yamaha, 1:28,549 min
2. Marc Márquez, Honda, 1:28,843
3. Dani Pedrosa, Honda, 1:29,033

4. Jonas Folger, Yamaha, 1:29,042
5. Cal Crutchlow, Honda, 1:29,101
6. Alex Rins, Suzuki, 1:29,103
7. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:29,248
8. Jorge Lorenzo, Ducati, 1:29,342
9. Jack Miller, Honda, 1:29,358
10. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:29,361
11. Álvaro Bautista, Ducati, 1:29,411
12. Valentino Rossi, Yamaha, 1:29,470
13. Andrea Iannone, Suzuki, 1:29,547
14. Danilo Petrucci, Ducati, 1:29,615
15. Johann Zarco, Yamaha, 1:29,670
16. Héctor Barberá, Ducati, 1:29,791
17. Pol Espargaró, KTM, 1:29,857
18. Loris Baz, Ducati, 1:29,977

19. Bradley Smith, KTM, 1:29,978
20. Scott Redding, Ducati, 1:30,005

21. Karel Abraham, Ducati, 1:30,142
22. Sam Lowes, Aprilia, 1:30,200

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