Andrea Iannone (Suzuki): «Aprilia ist hinter mir her»

Von Gino Bosisio
Der italienische Suzuki-Werkspilot Andrea Iannone baut in seinen Ferien auf Ibiza seinen Frust ab und analysiert seine Situation.

Andrea Iannone feiert zwischen den Rennen in Brünn und Spielberg am 9. August seinen 28. Geburtstag. Der Suzuki-Pilot aus Vasto hat in der laufenden Saison als Nachfolger von Maverick Viñales im MotoGP-Werksteam von Suzuki Ecstar bisher nur 28 Punkte in neun Rennen geholt. Iannone belegt in der WM-Tabelle somit nur Platz 16, sein bisher bestes Einzel-Rennergebnis war Platz 7 beim US-GP in Austin/Texas im April.

Die Sommerferien auf der Party-Insel Ibiza mit seiner Freundin Belen Rodriguez – einem aus Südamerika stammenden Ex-Showgirl, das es mittlerweile zum TV-Star geschafft hat – hatten daher zu Beginn einen fahlen Beigeschmack. «In den ersten Tagen war ich nicht happy. Es gab einige Gedanken, die mich gestört haben. Ich habe dann aber alles kühl analysiert, danach hat sich meine Laune gebessert. Auf dem Sachsenring haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht, den man auch im Rennen sehen konnte. Genau dort will ich jetzt weitermachen.»

Zu den Gerüchten um das Interesse von Aprilia Racing sagte «The Maniac» den Kollegen der Gazzetta dello Sport: «Dass sie hinter mir her sind, ist unbestritten. Aber ich habe bei Suzuki einen Vertrag bis Ende 2018. Ich habe nie verheimlicht, dass ich bleiben und ihn auch darüber hinaus verlängern möchte. Es war bis jetzt nicht einfach, schnell weiterzukommen, wenn man lange Zeit alleine unterwegs ist. Bei mir war das wegen der Verletzung von Rins der Fall. So dauert in der Entwicklung alles länger. Ich habe bei Teamchef Davide Brivio darauf gedrängt, dass Suzuki 2018 vier Bikes auf dem Startplatz haben sollte. Das würde vieles beschleunigen. Wir haben auch beim Präsidenten in Japan bereits darauf gepocht. Ich denke, es wird passieren.»

Ein Irrtum: Bisher zeichnet sich kein Kundenteam ab, denn Pramac und Avintia bleiben bei Ducati, Pull & Bear-Aspar ebenfalls, und Marc VDS hat bei Honda längst Material für zwei Fahrer bestellt.

Von seiner Kampfeslust will Iannone, letztes Jahr auf der Werks-Ducati Sieger in Spielberg, nichts eingebüßt haben.

Manche Kritiker sagen, der Italiener lebe wie ein VIP, ihm sei der Erfolg in den Kopf gestiegen, er entferne sich von dem Leben eines normalen Rennfahrers. «Das macht mir keine Sorgen. Ich habe jetzt wieder einen Teil vom mir gefunden, der mir eine Zeit lang abhanden gekommen war», beteuerte Iannone. «Auch bei Ducati habe ich anfangs harte Zeiten erlebt, aber dann sind die Resultate gekommen. Ich gebe immer mein Bestes und fahre mit 110 Prozent Einsatz, egal ob es um den Sieg oder um Platz 10 geht. Das gibt mir ein gutes Gewissen. Auch Jorge Lorenzo und Valentino hatten zeitweise ihre Probleme – Jorge jetzt bei Ducati, Vale dort vor fünf oder sechs Jahren.»

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