Jorge Lorenzo: Neue Ducati-Verkleidung gibt Hoffnung

Von Sharleena Wirsing
MotoGP
Jorge Lorenzo: «Vielleicht kommen wir den Wings mit der neuen Verkleidung nah»

Jorge Lorenzo: «Vielleicht kommen wir den Wings mit der neuen Verkleidung nah»

In Brünn wird Ducati-Pilot Jorge Lorenzo eine neue Verkleidung einsetzen. Nach den enttäuschenden Rennen in Assen und Sachsen hofft er dadurch auf eine Trendwende.

Ducati-Neuling Jorge Lorenzo konnte in den ersten neun Saisonrennen 2017 nur 65 Punkte sammeln können, was WM-Rang 9 bedeutet. Sein einziger Podestplatz mit Rang 3 erzielte der Mallorquiner in Jerez. An diesen Erfolg will er nun in Brünn anknüpfen, denn in Assen und auf dem Sachsenring schaffte es Lorenzo nicht einmal in die Top-10.

Mit der Yamaha gewann Lorenzo das MotoGP-Rennen in Brünn 2010 und 2015 und erreichte drei weitere Podestplätze. Mit der Ducati soll nun ein ähnliches Resultat folgen. «Wie war Euer Urlaub? Ihr habt gearbeitet? Ich auch», lachte Lorenzo mit einigen Journalisten am Donnerstag in Brünn. «Für mich ist es aber keine Arbeit. Ich würde gerne so viel wie möglich trainieren und testen, doch das wurde in den letzten Jahren durch neue Regeln stark eingeschränkt. Die Regeln, die seit fünf, sechs oder sieben Jahren gelten, beschneiden Tests und Trainings auf der Strecke stark. Auf Strecken, wo wir vor dem Rennwochenende testen konnten, wie in Jerez, Mugello oder Barcelona zeigten wir recht anständige Rennen. Auf den anderen Strecken erlebten wir mehr Schwierigkeiten. Tests sind also für uns eine wichtige Sache. Ein Monat Pause ist zwar für deine körperliche Verfassung gut, aber ganz sicher nicht für das Gefühl auf der Maschine. Ich hoffe, dass ich hier nicht so viel verliere wie bei den letzten Rennen. Diese Strecke ist eine meiner Lieblingsstrecken. Sie passt zu meinem Fahrstil und wir hoffen auf die neuen Teile, die uns helfen sollen.»

In Misano erprobten Testfahrer Michele Pirro und die Pramac-Ducati-Piloten bereits eine neue Verkleidung. Kommt sie bereits am Rennwochenende in Brünn oder erst beim Test am Montag zum Einsatz? «Wir planen, sie gleich am Freitag einzusetzen», verriet Lorenzo. «Ich denke, es ist besser, sie so schnell wie möglich zu probieren, denn so haben wir mehr Zeit, um das Set-up darauf anzupassen. Das ist eines der Dinge, die wir am Freitag und in den nächsten Wochen testen werden.»

Wie kann dir die neue Verkleidung helfen? «Ich erhoffe mir von der neuen Verkleidung vor allem besseren Kontakt zwischen Vorderrad und Asphalt. Als ich die Ducati im November in Valencia mit den Wings testete, fühlte ich mich zwar anders als mit der Yamaha, aber ich fühlte mich wohl. Ich war Dritter am ersten Tag und Achter am zweiten. Ich mochte die Stabilität der Front. Ohne die Wings bekamen wir dann beim Test auf Phillip Island Probleme. Das galt auch für die ersten neun Rennen. Ich weiß nicht, ob wir nun auf dasselbe Level wie mit den Wings kommen, aber wir können dem damaligen Kontakt der Front zum Asphalt nah kommen», meint der 30-Jährige. «Für Fahrer wie mich, die diese Sicherheit an der Front brauchen, wird die Verkleidung sehr nützlich sein.»

Was erwartest du für die zweite Saisonhälfte? «Um ehrlich zu sein, habe ich mit besseren Resultaten gerechnet. Das ist die Wahrheit. Ich habe auch eine schnellere Anpassung an die Maschine erwartet. Abgesehen von den letzten beiden Rennen wurden wir immer besser, aber die Schritte waren recht klein. Ich kam nicht auf eine neue Strecke und alle Probleme waren plötzlich verschwunden. Es waren kleine Schritte. Im Moment liegen wir weiter zurück, als ich es gerne hätte. Doch andererseits sind wir nicht allzu weit weg. Es ist keine Situation, in der etwas unmöglich ist. Wir können schon bald bessere Resultate erreichen. In Jerez war ich Dritter, in Barcelona gelang mir fast die Pole-Position und auf manchen Strecken konnte ich das Rennen anführen. Wir brauchen ein, zwei oder drei Zehntel, um von normalen Resultaten zum Kampf um den Sieg zu kommen. Wir sind nicht so weit weg, wie es aussieht», versichert Lorenzo.

Mit einem neuen Bike ist es für dich schwieriger, an einem Rennwochenende auf Touren zu kommen, denn selbst für die Fahrer, die schon lange auf ihren Maschinen sitzen, kommt in diesem Jahr vieles unerwartet. «Ja, so ist es. Denn mit 20, 22 oder 24 Bikes – wie man es sehen will – können Siege erzielt werden. Vor sieben Jahren warst du mit 40 Sekunden Rückstand auf den Sieger Fünfter. Nun bist du 15. oder 20. Wenn du das zusammen mit einem anderen Reifenhersteller in Betracht ziehst, dann macht es das für uns Fahrer schwieriger, das Bike von einer Strecke zur anderen zu verstehen und dasselbe Gefühl aufzubauen. In dieser Saison leidet fast jeder Fahrer auf der einen oder anderen Strecke.»

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