Valentino Rossi (5): «Wir stehen vor einem Rätsel»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Im Rennen: Valentino Rossi hält sich Jack Miller vom Leib

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Valentino Rossi und seine Yamaha-Truppe kamen nach Platz 5 in Valencia aus dem Grübeln nicht mehr heraus. Rossi fuhr heute mit dem 2016-Chassis 20 Sekunden langsamer als im Vorjahr.

Platz 5 beim WM-Finale, aber den vierten WM-Rang an Dani Pedrosa verloren, in der WM-Tabelle 90 Punkte hinter Weltmeister Marc Márquez, im Rennen 13,8 Sekunden hinter Sieger Dani Pedrosa – das ist die Bilanz des WM-Finales für Valentino Rossi.

Einziger Trost: Er ließ Maverick Viñales auf Platz 12 um fast 22 Sekunden hinter sich.

«Das war mehr oder weniger das Rennen, das ich erwartet habe», sagte der Yamaha-Star. «Denn meine Pace war das, was ich am ganzen Weekend und heute im Rennen demonstriert habe... Es war ein sehr hartes, sehr langes Rennen. Und ja, es ist richtig, wir haben gestern Abend entschieden, ein Chassis von 2016 zu nehmen, um zu verstehen, in welche Richtung wir künftig gehen müssen. Klar, das war eine riskante Wahl. Aber wir wussten, dass ich mit dem Motorrad vom Samstag nicht weiter nach vorne kommen würde. Und es ist natürlich schwierig, in einem Tag große Fortschritte zu machen. Und am Schluss habe ich jene Performance gezeigt, die ich auch mit dem Bike vom Samstag zeigen hätte können.»

«Wir stecken mit diesen Reifen in argen Schwierigkeiten, wir haben keinen Grip. Das macht das Fahren sehr mühsam. Wir müssen endlich verstehen, wie wir weiterkommen. Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase, weil wir die Marschrichtung für die Saison 2018 festlegen müssen. Wir müssen den Rückstand reduzieren, bevor die nächste Weltmeisterschaft beginnt.»

Zarco und Folger haben ja mit der 2016-Yamaha in diesem Jahr das Werksteam oft in Bedrängnis gebracht. Wo sah Rossi den Unterschied zum 2017-Modell? Was ist jetzt die Basis für 2018?

Rossi: «Ich weiß es nicht. Die 2016-Maschine ist einfacher zu fahren, aber wir haben ein Problem mit dem Reifenverschleiß. Ich hatte nach dem Rennen ein Meeting mit den Japanern. Sie machen sich Sorgen – genau wie ich. Wir haben keine Ahnung, welche Chassis-Version die Basis für das nächste Jahr bilden soll.»

Wird Rossi am Dienstag und Mittwoch hier wieder beide Chassis vergleichen? «Ja, das war der Grund, warum wir heute mit dem 2016-Bike ausgerückt sind. Wir sagten uns gestern: Warum warten wir bis Dienstag? Denn manchmal findest du in einem Rennen mehr heraus als bei zehn Testtagen. Aber leider kann niemand zaubern. Deshalb haben wir mit dem 2016-Chassis keine Wunder vollbringen können. Aber wir haben etwas Interessantes verstanden. Das Bike lässt sich einfacher handhaben, du fühlst dich generell wohler damit. Ehrlich gesagt: Das sind lauter Eindrücke, die ich von 2016 kenne. Klar, wir müssen in verschieden Bereichen arbeiten, um den Rückstand zu verringern, auch im Bereich der Elektronik. Auf jeden Fall haben wir Probleme mit der Lebensdauer des Hinterreifens. Es ist seltsam: Ich wäre mit dem Samstag-Bike heute auf einer ähnlichen Position ins Ziel gekommen. Aber ich war heute 20 Sekunden langsamer als im Vorjahr – mit denselben Reifen und demselben Chassis. Es ist auch schwer zu verstehen, warum die Siegerzeit heute 15 sec langsamer war als im Vorjahr. Obwohl die Verhältnisse genau identisch waren. Wir müssen herausfinden, woran das gelegen hat. Ich werde unsere Ingenieure bestmöglich unterstützen. Ich hoffe, wir können 2018 stark zurückkommen.»

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