Ducati: Kann Dovizioso Ergebnis von 2017 umdrehen?

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Die MotoGP-Manager von Ducati Corse lassen sich mit der Fahrerverpflichtung für 2019 und 2010 Zeit. Andrea Dovizioso dürfte gesetzt sein.

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti hat gegenüber SPEEDWEEK.com bereits im Januar erklärt, dass man gerne mit dem Fahrerduo Dovizioso/Lorenzo weitermachen, aber mit den Fahrerverhandlungen für 2019 und 2020 noch etwas zuwarten und einige Rennen verstreichen lasse wolle.

Denn erstens muss nach dem Ausstieg von Sponsor TIM (Telecom Italia Mobile) das Budget überdacht werden, außerdem wolle abwarten, wie es um die Konkurrenzfähigkeit der 2018-Desmosedici bestellt sei.

Denn eines ist klar: Je besser und siegfähiger sich die Ducati darstellt, desto geringer können die Fahrergagen ausfallen. Denn es gibt momentan mehr Topfahrer als verfügbare Plätze in Siegerteams, zumal bei Yamaha beide Plätze besetzt sind und bei Repsol-Honda Marc Márquez neu unterschrieben hat.

Ducati-Teammanager Davide Tardozzi betonte jetzt, dass Ducati die Absicht habe,die Verträge mit Dovizioso und Lorenzo zu verlängern.
Weder der 32-jährige Italiener noch der 30-jährige Spanier haben bisher konkrete Angebote erhalten.

Ducati will auch abwarten, wie sich Danilo Petrucci entwickelt, der sich nach vier Pramac-Ducati-Jahren ebenfalls Hoffnungen auf einen Platz im Ducati-Corse-Team macht. Sogar Jack Miller könnte ein Thema werden.

Auch Johann Zarco wird 2019 in einem Werksteam fahren – bei Repsol-Honda, bei Red Bull KTM oder Ducati Corse. Yamaha und Suzuki haben ihn in der Vergangenheit verärgert und enttäuscht, der Stachel sitzt tief.

Eines ist klar: Lorenzo wird finanziell starke Abstriche machen müssen, die 25 Millionen für 2 Jahre wird er kein zweites Mal bekommen. Und auch sonst nirgendwo – nicht einmal annähernd.

Dafür darf Dovi, der 2017 und 2018 für bescheidene 1,5 Millionen fährt, mit einer beträchtlichen Lohnerhöhung rechnen. Sie wird deutlich über der Inflationsrate liegen...

«Wir sind uns einig, dass wir die Fahrerverträge mit beiden Werkspiloten gerne verlängern würden», hält Tardozzi fest. «Wir sind mit beiden Fahrern zufrieden. Aber es stimmt, es gibt noch keine Verhandlungen. Wir hoffen, das auch Jorge bald die Ergebnisse erzielt, die er verdient.»

Aber Lorenzo stand schon bei den letzten zwei Wintertests klar im Schatten von Vizeweltmeister Andrea Dovizioso. Der Mallorquiner sicherte sich zwar in Sepang die Bestzeit (4. Dovizioso), aber in Buriram und Doha schaffte «Dovi» die Plätze 3 und 7, Lorenzo kam über die Ränge 16 und 10 nicht hinaus.

Und erstmals ein italienischer Fahrer als MotoGP-Weltmeiuster auf Ducati, das käme den Roten aus Borgo Panigale nicht ungelegen.

Seit Valentino Rossi 2009 gab es mit Ausnahme von Casey Stoner (auf Repsol-Honda 2011) nur noch spanische Weltmeister: Lorenzo 2010, 2012 und 2015, Márquez 2013, 2014, 2016 und 2017.

Nach dem Saisonauftakt in Losail könnte sich für 2018 wieder ein WM-Duell Dovizioso gegen Márquez anbahnen. Letztes Jahr gewannen beide Kontrahenten je sechs der 18 Rennen.

«Dovi weiß, dass Marc Márquez sein gefährlichster Kontrahent um den Titel sein wird», sagt Tadozzi. «Aber wir hoffen, dass es in diesem Jahr zu einem gegenteiligen Endergebnis kommen wird…»

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