Stefan Pierer (KTM): «Wir sind auf dem richtigen Weg»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Bei Moto2-Pilot Oliveira am Grid in Montmeló: Pit Beirer, Hubert Trunkenpolz, Teamchef Aki Ajo und Stefan Pierer (ganz rechts)

Bei Moto2-Pilot Oliveira am Grid in Montmeló: Pit Beirer, Hubert Trunkenpolz, Teamchef Aki Ajo und Stefan Pierer (ganz rechts)

KTM-Firmenchef Stefan Pierer rechnet mit neuem Material für die MotoGP-Werksfahrer beim Brünn-GP im August. Testfahrer Mika Kallio fährt einen 2019-Prototyp, der beim Chassis und Motor Verbesserungen aufweist.

KTM beteiligt sich seit 2017 in allen drei GP-Klassen – und hat sich auch in der MotoGP-Kategorie bereits einigen Respekt verdient.

Pol Espargaró hat in den letzten 18 Rennen seit Assen 2017 nicht weniger als 15 Mal gepunktet – immer zwischen Rang 9 und 13. Er hat 2017 schon vier Top-Ten-Plätze erreicht, Mika Kallio war 2017 in Spielberg und 2018 in Jerez als Wildcard-Pilot Zehnter.

SPEEDWEEK.com hat sich mit dem KTM-Vorstandsvorsitzenden Stefan Pierer über Gegenwart und Zukunft in der MotoGP-Klasse unterhalten.

Herr Pierer, Sie haben im Vorjahr gesagt, die MotoGP-Ergebnisse von KTM im ersten Jahr hätten die Erwartungen übertroffen. Sie seien von einer Qualität gewesen, die man erst in der zweiten Saisonhälfte 2018 erwartet habe. Dafür ist in diesem Jahr die erwartete Steigerung bisher nicht eingetroffen.

Das zweite Jahr ist das härteste. 
Aber Testfahrer Mika Kallio zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Er fährt die 2019-Spezifikation, oder zumindest Teile davon, und fährt als Wildcard-Pilot manchmal schneller als die Stammfahrer.

Das bringt unsere Toppiloten psychisch unter Druck, wenn sie vom Testfahrer besiegt werden.

Unsere Werksfahrer wollen jetzt auch das neueste Material haben.

Deshalb werden wir die Entwicklungsteile im Laufe der Zeit bei unseren Werkspiloten noch einfließen lassen. Ich nehme an, spätestens in Brünn wird bei Pol Espargaró das eine oder andere neue Teil eingebaut werden. 
Aber das endgültige 2019-Material bekommen die Werksfahrer erst am Ende des Jahres.

Uns hilft es extrem, dass Mika Kallio die weiterentwickelte KTM jetzt immer wieder einsetzen kann, weil wir bei den Grand Prix Rennbedingungen haben. Das ist gescheit und wertvoll.

Aber man muss aufpassen, dass man durch die Wildcard-Rennen den Fokus auf die privaten Tests nicht verliert. 


Haben Sie bei den ersten sieben Rennen 2018 in der MotoGP-Klasse bessere Resultate erwartet? Pol Espargaró hat noch kein Top-Ten-Ergebnis erreicht. 


Wir sind von den einstelligen Resultaten nicht weit entfernt. 
Jetzt kommen die Feinheiten. Wir haben Chassis und Motor weiterentwickelt, Mika Kallio profitiert von diesen Fortschritten bereits. Wir müssen jetzt die Daten richtig interpretieren und alles aufholen, was uns die Mitbewerber über 15 MotoGP-Jahre voraushaben. 


Mit vier statt zwei Piloten wird die Entwicklung 2019 auch rascher vorangehen?


Ja, denn meine Zielsetzung ist, dass das Tech3-Team möglichst die gleiche Spezifikation bekommt wie das Werksteam. Dann kann uns das Kundenteam wirklich helfen.


Bradley Smith hat 2017 über weite Strecken enttäuscht. Nach dem Österreich-GP wurde überlegt, ihm statt Kallio die Rolle des Testfahrers anzubieten und den Finnen als Fixstarter zu verpflichten. Der Brite steht weiter im Schatten von Pol Espargaró.


Bradley Smith hat sich in der zweiten Saisonhälfte im Vorjahr im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht. Wir können ihm nichts vorwerfen. Er hat uns 2017 in Valencia mit Platz 11 den fünften Rang in der Konstrukteurs-WM gesichert.

Er fährt jetzt auf seinem Level. Wenn wir ihm jetzt ein Motorrad geben können, mit dem er ein paar Zehntel schneller wird, ist er gut dabei.


Pol Espargaró lag beim Sepang-Test im Januar nach eineinhalb Tagen an vierter Stelle mit nur 0,475 sec Rückstand. Dann hat er sich verletzt und war bis zum Katar-GP angeschlagen. 


Ja, Pol hat viele Testtage verpasst, er hat sich an der Wirbelsäule verletzt. Das war ein Rückschlag für uns. Aber «that’s Racing».

Wird Mika Kallio 2019 ein viertes Jahr als Testfahrer bei KTM bleiben?


Er ist unser Testfahrer. Ich gehe davon, dass er bei uns bleibt. Aber er will natürlich am liebsten eine komplette Saison fahren. Deshalb schließe ich nichts aus.

Das neue Petronas-Team braucht auch Fahrer. Es kann schon sein, dass der eine oder andere Testfahrer dort auftaucht.

Ich verstehe, dass Mika eine komplette MotoGP-Saison fahren will. Das ist logisch. Aber bei uns geht es nicht.

Für mich ist Kallio bei uns als Testfahrer gesetzt. Aber wenn er irgendwie verloren geht, muss ich mich umschauen.

Wäre Bradley Smith bei KTM ein Kandidat als Testfahrer? Er hört auf, wenn er keinen MotoGP-Vertrag mehr erhält. 


Vielleicht hat Bradley bei Petronas auch eine Chance. Morbidelli ist dort gesetzt. Aber bei Dani Pedrosa weiß man nicht, ob er nicht aufhört.


Mit Petronas-Yamaha kommt ein neues Team ins Spiel.

Ich bin froh über jeden namhaften Sponsor, der mit Geld in die MotoGP kommt. Das tut dem Zirkus gut.

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