Cal Crutchlow: «Honda braucht neutrales Motorrad»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow blickt neidisch auf die Ducati von Andrea Dovizioso

Cal Crutchlow blickt neidisch auf die Ducati von Andrea Dovizioso

«Wenn Honda in ein paar Jahren junge Talente groß herausbringen will, glaube ich, dass sie in diese Richtung schauen müssen», überlegte Cal Crutchlow beim Grand Prix in Aragón.

Obwohl die Honda RC213V so konkurrenzfähig ist, dass sie mit Marc Márquez in diesem Jahr den fünften MotoGP-Titel in sechs Jahren gewinnen werden, muss Honda dem Ducati-Beispiel folgen und ein «neutraleres» Motorrad für Nachwuchstalente bauen. Das ist die Meinung von Cal Crutchlow, dem zweitbesten Honda-Fahrer in der MotoGP-Weltmeisterschaft. Aktuell liegt in der Gesamtwertung an sechster Stelle, 127 Punkte hinter Márquez.

«Wenn Marc in zwei Jahren entscheidet, dass er dem Motorradrennsport den Rücken zukehren will, werden seine Nachfolger keine Chance haben, mit seinem Motorrad zu fahren. Deshalb sollte Honda ein neutrales Bike bauen, wie es Ducati gemacht hat», meint Crutchlow, der neben Márquez der einzige Honda-Pilot ist, der in dieser Saison einen Sieg einfahren und einen weiteren Podestplatz erringen konnte.

«Es gab einen Zeitpunkt bei Ducati, als Casey Stoner der einzige Fahrer war, der mit ihrem Motorrad zurechtkam. Aber Casey kann auf allem fahren und ist dabei schnell», weiß der Brite. «Dann hat Ducati angefangen, ein Motorrad zu bauen, auf das Leute aufstiegen und sagten: ‚Hey, das ist ein Bike, das wirklich einfach zu fahren ist.’ Und sie schafften es, damit schnell zu sein. Ich glaube, dass die Honda speziell zu fahren ist. Nur wenige Leute würden es schaffen, schnell mit ihr zu fahren.»

Es wird erzählt, dass der spanische Moto2-Star und Moto3-Weltmeister Joan Mir einen Vertrag mit Honda abgelehnt hat, um nächstes Jahr sein MotoGP-Debüt mit der Suzuki GSX-RR absolvieren zu können. Die anderen MotoGP-Rookies fahren 2019 bei Ducati (Bagnaia), Yamaha (Quartararo) und KTM (Oliveira).

Der dreifache MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo (31) hingegen verlässt Ducati und wechselt nächste Saison zu Repsol-Honda, wo er der Teamkollege von Marc Marquez wird.

Márquez hat den nächstjährigen Honda-Prototyp nach dem Rennen in Misano vor zwei Wochen getestet.

«Das war ein Testlauf, das Motorrad ist noch nicht fertig», erklärte Crutchlow. «Aber wir wissen, dass Honda sehr, sehr fleißig arbeitet, um ein leistungsstarkes Bike zu bauen. Wie wir alle wissen, sind die Ducati-Fahrer momentan Marcs größte Konkurrenten. Es scheint, als hätten sie ein gutes Basis-Motorrad.»

Ducati, die die letzten drei Rennen vor Aragón nacheinander gewonnen haben, starteten am Sonntag in Aragón als Erster und Zweiter auf dem Grid – mit Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso.

Crutchlow stand auf dem vierten Startplatz, direkt hinter Marc Márquez und zwei Plätze vor dem zweiten Honda-Werkspiloten, Dani Pedrosa.

«Ich glaubte, Dani habe gute Chancen auf das Podium. Er hatte im Training eine gute Pace und seine Beschleunigung aus der Kurve 15 rettet ihm pro Runde drei Zehntel», meinte Crutchlow in Anspielung auf das Leichtgewicht Pedrosa.

«Ich habe dasselbe Chassis wie Márquez und Pedrosa, aber ein anderes Setting. Mein Motorrad ist nicht gut für schnelle Runden, aber ich glaube, dass unser Package beständig ist. In den letzten paar Rennen hat das gut für mich funktioniert», erklärte der LCR-Honda-Pilot, der am Sonntag beim Fight gegen Aleix Espargaró, der Sechster wurde, stürzte. Es war Cals vierter Nuller im zwölften Rennen.

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