Shinichi Sahara (Suzuki): «Ziel ist ein zweiter Sieg»

Von Isabella Wiesinger
MotoGP
Shinichi Sahara

Shinichi Sahara

Shinichi Sahara, Projektleiter bei Suzuki Ecstar, spricht über die Leistungen seines Teams in der MotoGP-WM. Alex Rins liegt nur einen Punkt hinter Leader Márquez. Träumt Suzuki jetzt vom Titelgewinn?

Das Suzuki Ecstar-Team eroberte schon 2018 mit Andrea Iannone und Alex Rins insgesamt neun Podestplärtze, deshalb galt Rins für 2019 immer als heimlicher Titelanwärter. Der Spanier bestätigte seine Glanzform und die Schlagkraft der Suzuki GSX.-RR auch beiu den ersten vier Rennen 2019.

Im Interview spricht Suzuki-MotoGP-Projektleirer Shinichi Sahara über die nächsten Ziele, das verbesserte Motorrad und die möglichen Titelchancen in der Königsklasse.

2018 erlebten wir im letzten Teil der Saison einen starken Alex Rins mit einem konstanten Motorrad. Was hat sich in dieser Saison verändert, dass er nochmals so einen grossen Fortschritt machen konnte?

Ja, die Balance des Motorrads war letztes Jahr sehr gut und ich glaube, dass sie perfekt zu Alex’ Fahrstil gepasst hat. Wir konnten ein paar gute Resultate damit erzielen, besonders in der letzten Hälfte der Saison. In dieser Saison haben wir die 2019 GSX-RR weiterentwickelt. Wir haben die Gesamtleistung verbessert, wobei wir ein paar Kleinigkeiten verändert, die gute Balance jedoch gehalten haben. Wir sind glücklich mit den Resultaten der letzten paar Wochen und Monate.

Was ist der stärkste Punkt der GSX-RR im Moment?

Ich würde sagen, das ist die Performance in den Kurven und das Selbstvertrauen des Fahrers, weil das Motorrad gut reagiert.

Und die Schwachpunkte?

Das ist ein Geheimnis... (Er lacht).

In dieser Saison bekam Alex den Auftrag des «Nummer-1-Fahrers» und ist somit für die Entwicklung des Motorrads verantwortlich. Wie schlägt er sich in dieser Rolle?

Alex und seine Technik-Crew verstehen, wie wichtig ihre Evaluationen und ihr Feedback sind, wenn es um die Entwicklung geht. Bisher arbeiten sie wirklich gut, das spüren wir alle. Ich hoffe, dass wir uns die ganze Saison über so steigern können.

Nach dem fantastischen und geschichtsträchtigen Sieg in Texas wurde Alex in Jerez Zweiter. Ist das einer der besten Momente für Suzuki während der letzten 20 Jahre? Inwiefern pushen und motivieren diese Ergebnisse das Werk?

Ich habe den Sieg in Texas von zu Hause aus miterlebt und es war ein großartiger Moment. In Jerez war ich live dabei und konnte mit dem Team gemeinsam Alex’ zweiten Platz erleben. Es war sehr schön, mit allen zu feiern. Ich glaube, dass das Team und die Werks-Ingenieure durch diese Resultate erkennen können, wie viel die Anstrengungen von jedem einzelnen Teammitglied zu den Rennresultaten beitragen. So respektieren sie sich gegenseitig viel mehr und die Motivation ist allgemein höher.

Neben Alex fährt Joan Mir, er ist ein Rookie. Vor zwei Jahren war Alex in einer ähnlichen Position und fuhr neben einem viel erfahreneren Piloten wie Iannone. Glauben sie, dass das Druck auf Alex’ Leistung ausübt?

Das glaube ich nicht, aber da fragen sie wohl besser Alex selbst. Es stimmt, dass er jetzt der erfahrenere Pilot ist und mit einem Rookie zusammenarbeitet. Es ist ermutigend, zwei junge Fahrer zu haben, die sich gegenseitig pushen. Gleichzeitig bringen sie nämlich das gesamte Team dazu, sich zu verbessern.

Was ist mit Joan Mir? Glauben sie, dass er seine Leistung noch verbessern wird, obwohl er einen schwierigen Start in die Saison hatte?

Ich zweifle nicht daran, dass er talentiert genug ist, während der nächsten paar Jahre einer der besten Fahrer zu werden. Er lernt sehr schnell, sogar aus seinen kleinen Fehlern. Zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere ist es normal, dass er ein paar Ausrutscher hat. Aber jedes Problem, das er antrifft, verschafft ihm Erfahrung und hilft ihm, es in Zukunft besser zu machen.

Das erste Ziel des Suzuki-Ecstar-Teams war es, 2019 einen Sieg zu holen. Das ist bereits im dritten Rennen gelungen. Was ist der nächste Schritt?

So schnell wie möglich einen zweiten Sieg zu holen. Und, ehrlich gesagt, arbeiten wir fleissig daran, dies zu erreichen. Wir haben die Mittel, unser erstes Ziel zu wiederholen.

Welche Verbesserungen benötigt die GSX-RR für die kommenden Rennen?

Auch kleine Verbesserungen können heutzutage einen grossen Unterschied machen in der MotoGP. Wir haben immer noch Platz für Verbesserungen, aber wir müssen auch beachten, dass das bei unseren Rivalen auch der Fall ist. Wir werden sehen, wer am besten arbeitet und was in den kommenden Rennen geschehen wird.

Es scheint, als würde Suzuki das Motorrad langsam, aber sicher entwickeln. Mit Selbstachtung und ohne Eile. Ist das ein Teil der Philosophie der Marke?

Das ist mit Sicherheit die Philosophie der Suzuki Racing Company. Es ist besser, Fortschritte ruhig und mit Selbstvertrauen zu machen. So erreicht man bessere Resultate und macht keine grossen Fehler, die dann den Fortschritt stoppen.

Kann Suzuki wieder von der Weltmeisterschaft träumen? Oder ist es besser, man denkt von Rennen zu Rennen?

Ich persönlich denke von einem Rennen zum anderen. Das ist intelligenter und vernünftiger.

Auf welche Bereiche beim Motorrad legt ihr momentan den grössten Fokus – aus technischer Sicht betrachtet?

Das ist ein weiteres Geheimnis. Obwohl ich mich, ganz ehrlich, nie auf einen einzelnen Punkt konzentriere. Ich versuche, die Gesamtleistung zu verbessern.

WM-Stand nach 4 von 19 Rennen:

1. Márquez 70. 2. Rins 69. 3. Dovizioso 67. 4. Rossi 61. 5. Petrucci 41. 6. Viñales 30. 7. Miller 29. 8. Nakagami 29. 9. Crutchlow 27. 10. Morbidelli 25. 11. Pol Espargaró 21. 12. Aleix Espargaró 18. 13. Quartararo 17. 14. Lorenzo 11. 15. Bagnaia 9.

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