Lin Jarvis: «Zusammenarbeit mit Jonas Folger ist gut»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis kann sich vorstellen, den Testfahrervertrag mit Jonas Folger zu verlängern. Er lobt den Bayer und plant ein intensiveres Testprogramm. Sogar Wildcard-Rennen sind ein Thema.

Jonas Folger hat im November beim IRTA-Test in Valencia, denn Ebde Januar in Sepang, in Mugello im April und im Juni in Misano für das neue Yamaha Motor Racing European Test Team die Yamaha M1 YZR getestet. Aber der 25-jährige Bayer machte nie ein Geheimnis daraus, dass er gern mehr MotoGP-Tests absolvieren würde und auch Interesse an Wildcard-Einsätzen hätte. «Ich bin Rennfahrer», stellte Jonas in diesem Zusammenhang fest.

Auf die Frage nach seinen Plänen für 2020 sprach Folger im Juni nur von der Moto2- und Superbike-WM. Lin Jarvis, Managing Director von Yamaha Motor Racing, kann sich aber durchaus eine Verlängerung des Testfahrervertrags vorstellen. «Wir sind weit davon entfernt, die Zusammenarbeit mit Jonas zu beenden», erklärte der Engländer im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir haben im Juli begonnen, unseren idealen Plan für das MotoGP-Testteam für die nächste Saison zu schmieden. Wir müssen grundsätzliche Überlegungen anstellen. Wir haben das European Test Team begonnen, wir haben aber parallel noch jenes in Japan. Wir fragen uns also: Ist es der richtige Zeitpunkt, alle Testaktivitäten nach Europa zu verlagern? Oder sollen wir mit den zwei getrennten Teams weitermachen? Gibt es andere Ideen? Wir haben es bisher mit Jonas versucht. Sollen wir das Programm mit ihm ausdehnen? Sollen wir künftig viel mehr in Europa testen? Ist Jonas der richtige Testfahrer für uns? Wir sind mit diesen Plänen und Überlegungen seit dem deutschen WM-Lauf stark beschäftigt. Wir haben auch mit Jonas bereits erste Gespräche geführt.»

«Auf der anderen Seite hat Jonas wieder einen Fuß ins Wasser gehalten und drei Moto2-Rennen bestritten», ist sich Lin Jarvis bewusst. «Er hat herausgefunden, dass er gerne wieder Wettkämpfe bestreiten würde. Wir haben ihm erlaubt, für das Petronas-Team in der Moto2-Klasse einzuspringen. Er hat uns um Erlaubnis gefragt, wir haben sie ihm gegeben. Für ein anderes Team hätten wir das kaum gestattet. Aber das SIC-Team ist unser Partner in der MotoGP-WM...»

Die Moto2-WM zu bestreiten und MotoGP-Tests als Nebenjob zu absolvieren, das würde Yamaha nicht in den Kram passen. Jarvis: «Wenn Jonas eine komplette Moto2-Saison fahren will, wird es zweifellos zu Überschneidungen mit unserem MotoGP-Testprogramm kommen. Wir würden dann womöglich auf dem KymiRing oder in Misano testen, wenn gleichzeitig Rennen stattfinden. Wir wollen also keinen Testfahrer, der nur mal schnell vorbeikommt und dann wieder Moto2-Rennen absolviert. Wir brauchen einen MotoGP-Testfahrer, der uns bei Bedarf jederzeit zur Verfügung steht. Wir müssen also abwarten, ob Jonas für 2020 einen Vertrag als Stammfahrer bekommt, in der Moto2 oder Superbike-WM. Ich weiß nicht, wer da in Frage kommt.»

Ist Yamaha mit der Testarbeit von Jonas Folger bisher zufrieden?

Jarvis: «Wir sind happy mit dem, was er bisher geleistet hat. Als er zu uns gekommen ist, war er nicht daran gewohnt, Testarbeit zu leisten. Jonas war daran gewohnt, eine schnelle Rundenzeit hinzulegen. Er wollte das Set-up für seinen persönlichen Fahrstil machen. Er hat dann einen Lernprozess durchgemacht, genauso wie wir als Team. Wir brauchten eine Abstimmung, die auch für das Werksteam mit Maverick und Valentino bei den Grand Prix taugte. Jonas hat inzwischen besser verstanden, was wir von ihm erwarten. Er leistet bessere Arbeit, wir bekommen inzwischen viel bessere Informationen von ihm. Und er ist schnell. Ganz offensichtlich schneller als unsere japanischen Testfahrer. Die Zusammenarbeit mit ihm funktioniert gut.»

Könnte sich Yamaha auch vorstellen, Jonas Folger 2020 mit zwei oder drei Wildcard-Einsätzen zu belohnen, um seine Sehnsucht nach Wettkämpfen zu stillen? «Das ist eine Möglichkeit», räumt Lin Jarvis ein. «Wir werden auch 2020 ein MotoGP-Testteam haben, obwohl die endgültige Entscheidung noch aussteht. Und wenn ich gefragt werde, ob wir dann einige Wildcards planen, dann antworte ich – JA.» 

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