MotoGP-WM: Werden bald alle Wintertests gestrichen?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Die MotoGP-Asse könnten 2022 bis zu 22 Grand Prix bestreiten

Die MotoGP-Asse könnten 2022 bis zu 22 Grand Prix bestreiten

Wenn in der MotoGP-WM die maximale Anzahl der Rennen von 20 auf 22 erhöht wird, könnten alle Wintertests wegfallen. Jetzt existieren noch vier. Die Motorentwicklung wäre dann erst nach drei Grand Prix eingefroren.

Manche in der MotoGP-WM vertretenen Werke sträuben sich gegen die Erhöhung von 20 auf 22 Grand Prix, die für die Jahre nach 2021 vorgesehen ist. Deshalb die Dorna verfolgt einen kühnen Plan: Bei 22 Grand Prix könnten alle Tests gestrichen, zumindest jene im Februar und März der laufenden Saison. Die Motoren würden erst beim vierten Grand Prix neu homologiert!

Bis zum Saisonende 2021 sind in den Dorna-Verträgen mit den MotoGP-Teams maximal 20 Grand Prix im Jahr vorgesehen. Diese Anzahl wird 2020 erstmals erfüllt, wenn Finnland tatsächlich als 20. Rennen fix auf den Spielplan kommt. Bisher hat die heftig kritisierte KymiRing-Rennstrecke keine Grade-A-Homologation der FIM erhalten.

Die Dorna hat den MotoGP-Teams eine Erhöhung der Zuschüsse für die fünf Jahre nach 2021 in Aussicht gestellt, besonders für die privaten MotoGP-Teams.

Um der Kritik von Fahrern, Teammitgliedern und Werken wegen der zusätzlichen Grand Prix entgegenzuwirken, schmieden der umsichtige Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta und seine Berater längst sinnvolle Zukunftspläne. Besonders die Japaner sträuben sich gegen eine Ausweitung des Kalenders, denn sie fliegen schon jetzt genug um die Welt.

Aber die Mannschaft um Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta kann bei zusätzlichen Grand Prix mit höheren Einnahmen (Austragungsgebühren, TV-Geld, Bannerverkauf, Grand Prix Namensponsor usw.) durch die Promoter und TV-Stationen rechnen, auch die Umsätze durch GP-Namensrechte und Bandenwerbung erhöhen sich.

Dem Hersteller-Bündnis MSMA wird jetzt schmackhaft gemacht, dass bei 22 Grand Prix im Jahr notfalls alle Testfahrten gestrichen werden. Im kommenden Winter wird noch je zwei Tage im Valencia und Jerez (November) getestet, dann je drei Tage in Sepang und in Doha.

Das bedeutet: Vor der Saison 2020 finden vier MotoGP-tests statt und dann bis zu 20 Grand Prix, also insgesamt bis zu 24 Events.

Doch bei den Testfahrten gibt es für die Teams und die Dorna keine Einnahmen, und für die Sponsoren keine TV-Coverage. Deshalb werden die MotoGP-Teams- und Hersteller für die Jahre nach 2021 ein revolutionäres Angebot erhalten, sobald mehr als 20 Grand Prix stattfinden. (Momentan kommt höchstens Indonesien als 21. Grand Prix in Frage, frühestens 2022.)

Es könnten sämtliche offiziellen IRTA-Testfahrten gestrichen werden, sobald mehr als 20 Grand Prix auf den Kalender befördert werden.

Die Fahrer, Teams und Werke dürfen dann bei den ersten drei Grand Prix entscheiden, welche Motoren-Spezifikation und welchen Aero Body sie für die kommende Saison homologieren lassen.

Momentan ist die MotoGP-Motorenentwicklung bei Honda, Yamaha, Suzuki und Ducati ab dem ersten Grand Prix eingefroren. Bei mehr als 20 Grand Prix sollen künftig bei den ersten drei Grand Prix noch unterschiedliche Motor-Konfigurationen ausprobiert werden können, wenn es nach dem Wunsch der Dorna geht.

Diese Entscheidungen müssen bisher bei den Testfahrten vor dem Saisonauftakt getroffen und am Tag vor dem Katar-Training deponiert werden.

Die Motorcycle Sports Manufacturer’s Association (MSMA), also das Bündnis der Motorradhersteller, wird dann entscheiden, ob bei mehr als 20 Rennen auch mehr Motoren pro Saison erlaubt werden sollen. Jetzt haben die vier Sieger-Teams sieben Triebwerke pro Rennsaison zur Verfügung, Aprilia und KTM als «concession teams» sogar neun. In der Moto3 sind sechs pro Fahrer und Saison erlaubt. In der Moto2 werden die Triumph-Einheits-Triebwerke nach drei Grand Prix zwecks Revision ausgetauscht.

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