Mike Leitner (KTM): Viel Lob für Dani Pedrosa

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Mike Leitner und Dani Pedrosa

Mike Leitner und Dani Pedrosa

«Misano wird ein hartes Pflaster», ist KTM-Teammanager Mike Leitner überzeugt. Er schildert, wie hartnäckig Testfahrer Dani Pedrosa ist und warum die KTM RC16 auch auf langsamen, engen Pisten konkurrenzfähiger wird.

Das Red Bull KTM-Team hat in der MotoGP-Saison 2019 bereits acht Top-Ten-Plätze errungen, Pol Espargaró hält sich in der WM weiter an elfter Position. Die Mannschaft um Teammanager Mike Leitner testete zuletzt beim Misano-Test (29./30. August) bereits Material für die Saison 2020, auch Testfahrer Dani Pedrosa wirkte bei diesem Test mit. Miguel Oliveira litt hingegen nach dem. Silverstone-Crash (Abschuss durch Johann Zarco) noch unter Schmerzen, er musste nach zwei Runden einpacken. Auch Jorge Lorenzo reiste frühzeitig heim.

«Wir haben natürlich beim Test in Misano Settings für den Grand Prix probiert», erklärte Mike Leitner. «Aber wir haben auch schon Sachen für die 2020-KTM getestet, die vorläufig nicht zum Einsatz kommen. Wir haben für nächstes Jahr einige Basisversuche gemacht, auf vielen Gebieten, aber das ist noch nicht völlig ausgereift. Trotzdem war der Test sehr gut, auch wenn man es bei den Rundenzeiten nicht sieht. Aber wir haben nie einen Qualifyer verwendet, wir sind nur mit den Standardreifen gefahren. Daher haben die Rundenzeiten gut gepasst. Durch den Zwei-Tage-Test werden die Zeiten am Wochenende sehr eng beisammen liegen.»

Die langsame Piste von Misano machte KTM bisher Kopfzerbrechen, sie hat eine völlig andere Charakteristik wie zum Beispiel die schnellen Pisten in Spielberg und Silverstone. «Misano wird ein hartes Pflaster», ist Leitner überzeugt. «Hier werden die Ducati stark sein, Yamaha und Suzuki auch, Honda sowieso. Aber wir haben einen guten und aufschlussreichen Test hinter uns.»

Misano ist sehr kurvenreich, die Fahrbarkeit und Kraftentfaltung stehen im Vordergrund, auch ein anständiges Einlenkverhalten ist auf dem Misano World Circuit gefragt. «Wir werden auf diesen Gebieten besser. Aber wir sind noch nicht dort, wo wir sein wollen», sagt Leitner. «Das ist sicher. Deshalb haben wir beim Chassis schon Komponenten für nächstes Jahr ausprobiert. Damit haben wir recht gute Erfolge erzielt.»

Wie wertvoll ist die Testarbeit von Dani Pedrosa?

«Der Dani will eine ganz bestimmte Art von Motorrad haben, und das hilft uns natürlich brutal, weil unsere Techniker viele Informationen bekommen. Er gibt sich einfach nicht zufrieden, bis das Material so aussieht, wie er sich das vorstellt. Das ist super, wenn ein Testfahrer so hartnäckig ist und nicht locker lässt. Wenn dann ein Paket fertig ist, kann man es Pol oder Johann geben, und sie spüren dann auch einen Unterschied. Das ist sehr gut. Klar, es geht um Fahrbarkeit und Kraftentfaltung, das ist bei allen anderen Herstellern genauso. Das ist klar. Wir haben MotoGP-Fahrer, die weniger MotoGP-Erfahrung haben als Dani mit seinen 13 MotoGP-Jahren... Dadurch sind seine Aussagen ein bisschen präziser. Das hilft uns im Testbetrieb unglaublich weiter. Wir können nicht immer alle seine Wünsche und Vorstellungen erfüllen, und zufrieden ist der Dani sowieso fast nie. Aber wir bemühen uns, wir arbeiten und werden besser. Das ist der Riesenvorteil.»

KTM hat für Pol Espargaró bereits in Le Mans neben der Karbonschwinge ein Motor-Upgrade eingesetzt, das seither alle vier Fahrer erhalten haben. Es ging damals bei den Motoren um neue Mappings, auch die Zündfolge wurde geändert. «Wir haben am Motor ein Update gebracht. Das war eine Auswirkung der Wintertests von Jerez im November. Dort haben wir in eine neue Richtung gedacht, und dieses Update haben wir beim Montag-Test in Jerez erstmals bei Pol probiert. In Le Mans hat er dieses Paket erstmals bei einem Grand Prix eingesetzt. Aber ich verrate jetzt nicht im Detail, was wir alles geändert haben. Es sind damals viele Kleinigkeiten verfeinert worden. Das hat uns wieder ein bisschen weiter geholfen. Ich bin kein Motoren-Ingenieur, ich kenne keine Details», lacht der KTM-Teammanager. «Ich habe nie einen Motor zerlegt…»

Misano-Test, kombinierte Zeitenliste, 29. und 30. August:

1. Quartararo, Yamaha, 1:31,639 min
2. Petrucci, Ducati, + 0,476 sec
3. Morbidelli, Yamaha, + 0,614
4. Rossi, Yamaha, + 0,750
5. Miller, Ducati, + 0,766
6. Viñales, Yamaha, + 0,937
7. Bagnaia, Ducati, + 0,968
8. Nakagami, Honda, + 1,101
9. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,261
10. Márquez, Honda, + 1,266
11. Mir, Suzuki, + 1,363
12. Rabat, Ducati, + 1,442
13. Rins, Suzuki, + 1,481
14. Iannone, Aprilia, + 1,614
15. Pirro, Ducati, + 1,615
16. Pedrosa, KTM, + 1,774
17. Dovizioso, Ducati, + 1,860
18. Pol Espargaró, KTM, + 1,884
19. Zarco, KTM, + 2,051
20. Syahrin, KTM, + 2,316
21. Crutchlow, Honda, + 2,450
22. Bradl, Honda, + 2,497
23. Abraham, Ducati, + 3,057
24. Lorenzo, Honda, + 4,083
25. Oliveira, KTM, + 8,153

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