Marc Márquez (Honda/6.): In Rechtskurven zu langsam

Von Günther Wiesinger
Weltmeister Marc Márquez in Sepang

Weltmeister Marc Márquez in Sepang

Marc Márquez fuhr im FP1 heute schon in der ersten fliegende Runde eine Zeit, die im Rennen für den Sieg reichen könnte. Aber die schnellen Yamaha fordern ihm Respekt ab.

Repsol-Honda-Werkspilot Marc Márquez hat schon angenehmere Freitage erlebt als heute auf dem 5,543 km langen Sepang International Circuit in der Nähe von Kuala Lumpur in Malaysia. 15 Kurven stellen sich den Fahren hier in den Weg, dazu kommen die Affenhitze von ca. 35 Grad und eine unerträgliche Luftfeuchtigkeit. Bei den Pressegesprächen stand Jack Miller zum Beispiel mit einem Badetuch um die Hüften vor den Journalisten und TV-Reportern, Quartararo stand gleich barfuß Rede und Antwort.

Marc Márquez reihte sich in der Gesamtwertung aus FP1 und FP2 an sechster Stelle ein, es fehlten ihm stattliche 0,941 Sekunden auf die Bestzeit von Petronas-Yamaha-Pilot Fabio Quartararo. Dabei hatte er schon in der zweiten Runde im FP1 wieder einen unglaublichen Save in der Kurve 2 fabriziert. Und er testete einen neuen Handbremshebel links am Lenker für die Hinterradbremse, damit er in den Rechtskurven mehr Bodenfreiheit bekommt. Manche Fahrer verwenden dazu links eine Daumenbremse, aber dieses System behagte dem Weltmeister nicht. «Ich muss den Lenker beim Bremsen in der Hand spüren. Ich fahre ja auch viel Motocross, und da benutze ich die Kupplung und die Vorderbremse. Deshalb ist diese Lösung »

«In der Früh bin ich mit dem Standard-Bike gefahren. Im FP2 habe ich beide Bikes mit diesem neuen Hinterradbremshebel ausrüsten lassen», schilderte Marc. «Da hatte ich den Fußbremshebel vorne am Lenker rechts. Früher hat mit Honda schon mal so ein System gebastelt, aber das Feeling damit hat mir nicht gefallen. HRC hat dann weiterentwickelt. Jetzt haben sie diese Neuigkeit mitgebracht. Denn ich bin normal in Linkskurven meistens sehr schnell, in Rechtskurven könnte es besser sein. Da bin ich okay, aber nicht sehr, sehr schnell. Deshalb suchen wir neue Lösungen. Aber diese neue Lösung ist nicht ideal. Wir werden sie für morgen wieder abbauen. Es war nur der erste Versuch, ob dieses System in der Zukunft tauglich sein könnte und ob es wirklich Potenzial hat. Momentan erkenne ich keinen Vorteil damit.»

Marc Márquez wünscht sich für das 2020-Bike mehr Traktion beim Rausfahren aus den Kurven. Da fehlt uns der Grip, da haben wir Mühe. Yamaha hat momentan in diesem Bereich wirklich einen Extra-Grip. da haben sie das beste Bike, besonders über eine schnelle Runde mit neuen Reifen. Das sind die Yamaha-Fahrer unglaublich stark. Außerdem belasten wir beim letzten Teil der Bremszone den Vorderreifen zu stark. Deshalb sieht das Publikum so viele Saves von mir. Wir haben uns in diesem Jahr verbessert, aber wir müssen noch einmal besser werden. Wir müssen künftig den Vorderreifen weniger beanspruchen, damit wir beim Rausfahrenaus den Kurven mehr Grip haben.»

Wie hat Marc diesen beängstigenden Save in Turn 2 heute erlebt?

«Das ist eine instinktive Reaktion. Ich war etwas beunruhigt, weil es gleich in der zweiten Runde bei diesem Grand Prix passiert ist. Der Rutscher kam unerwartet. Aber ich hatte in Turn 1 vorher schon eine Warnung. Danach habe ich sofort gesehen. Ich muss meinen Fahrstil für diese Piste ändern, sie verlangt einen ganz anderen wie Phillip Island. Wir mussten dann auch das Set-up ziemlich umkrempeln. Schon in der ersten Runde ist mir ein Fehler in der Zielkurve passiert. Sonst wäre ich gleich in der ersten fliegenden Runde 2:00,5 min gefahren. Das ist hier die Racepace… Ich bin also fähig, das Bike schon in der allerersten Runde ans Limit zu bringen.»

MotoGP, kombinierte Zeitenliste nach FP2, Sepang:

1. Quartararo, Yamaha 1:58,576 min
2. Morbidelli, Yamaha, + 0,534 sec
3. Dovizioso, Ducati, + 0,630
4. Viñales, Yamaha, + 0,642
5. Rossi, Yamaha, + 0,708
6. Márquez, Honda, + 0,941
7. Rins, Suzuki, + 0,970
8. Miller, Ducati, + 1,017
9. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,131
10. Crutchlow, Honda, + 1,135
11. Bagnaia, Ducati, + 1,198
12. Mir, Suzuki, + 1,408
13. Petrucci, Ducati, + 1,481
14. Zarco, Honda, + 1,692
15. Abraham, Ducati, + 1,901
16. Pol Espargaró, KTM, + 2,082
17. Lorenzo, Honda, + 2,129
18. Iannone, Aprilia, + 2,596
19. Syahrin, KTM, + 3,003
20. Kallio, KTM, + 3,383

MotoGP-Ergebnis, FP2, Sepang:

1. Quartararo, Yamaha 1:58,576 min
2. Dovizioso, Ducati, + 0,630 sec
3. Rossi, Yamaha, + 0,708
4. Morbidelli, Yamaha, + 0,926
5. Miller, Ducati, + 1,017
6. Aleix Espargaró, Aprilia, + 1,131
7. Crutchlow, Honda, + 1,135
8. Bagnaia, Ducati, + 1,198
9. Viñales, Yamaha, + 1,269
10. Rins, Suzuki, + 1,273
11. Mir, Suzuki, + 1,408
12. Petrucci, Ducati, + 1,481
13. Márquez, Honda, + 1,639
14. Zarco, Honda, + 1,692
15. Abraham, Ducati, + 1,901
16. Pol Espargaró, KTM, + 2,082
17. Lorenzo, Honda, + 2,129
18. Iannone, Aprilia, + 2,614
19. Kallio, KTM, + 3,441
20. Syahrin, KTM, + 3,853

Ergebnis FP1 MotoGP Sepang

1. Quartararo, Yamaha, 1:59,037
2. Morbidelli, Yamaha, + 0,083
3. Viñales, Yamaha, + 0,191
4. Márquez, Honda, + 0,490
5. Dovizioso, Ducati, + 0,500
6. Rins, Suzuki, + 0,519
7. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,827
8. Rossi, Yamaha, + 0,866
9. Crutchlow, Honda, + 0,948
10. Miller, Ducati, + 0,969
11. Mir, Suzuki, + 1,383
12. Petrucci, Ducati, + 1,799
13. Abraham, Ducati, + 1,847
14. Pol Espargaró, KTM, + 1,924
15. Bagnaia, Ducati, + 1,973
16. Zarco, Honda, + 2,011
17. Iannone, Aprilia, + 2,145
18. Lorenzo, Honda, + 2,488
19. Syahrin, KTM, + 2,552
20. Kallio, KTM, + 2,932
21. Oliveira, KTM, + 6,385
(Tito Rabat fehlt verletzt und wurde nicht ersetzt)

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