MotoGP

Repsol Honda: Stefan Bradl nicht aus dem Rennen?

Von - 15.11.2019 07:31

Cal Crutchlow ist zwar der beste Honda-Pilot neben Marc Márquez. Trotzdem sind seine Chancen bei Repsol stark gesunken. Nakagami, Zarco und Bradl sind jetzt die Favoriten für den Platz neben Márquez.

Das ganze Fahrerlager zerbricht sich den Kopf darüber, wer jetzt bei Repsol Honda den Platz von Jorge Lorenzo einnehmen wird. Inzwischen sieht es so aus, als seien die Chancen des 34-jährigen Cal Crutchlow auf Null gesunken. Hauptgrund: Der Brite ist seit seiner Zeit in der Britischen Superbike-Meisterschaft 2008 beim Energy-Drink-Hersteller Monster unter Vertrag, Konkurrent Red Bull ist Co-Sponsor beim Repsol-Team.

Cal Crutchlow ist mit Monster Beverage Corporation-CEO Rodney Sacks befreundet, er wird mit diesem Unternehmen identifiziert. «Wir können mit Cal Crutchlow nichts anfangen», ist bei Red Bull zu hören. Der Engländer ist bereits 2018 von LCR-Honda-Teammanager Lucio Cecchinello bei Red Bull angeboten worden, vielleicht weil Teamkollege Nakagami ein Red-Bull-Athlet ist und diese Tatsache teamintern so manches kompliziert. Aber die Österreicher lehnten ab.

Deshalb beschränkt sich die Kandidatenliste offenbar nur noch auf drei Fahrer: Takaaki Nakagami, Johann Zarco und Stefan Bradl.

Diese drei haben einiges gemeinsam: Sie sind jünger als Crutchlow, der im Sommer vom Aufhören Ende 2019 gesprochen hat, und alle drei sind Red-Bull-Athleten.

Der 28-jährige Nakagami ist natürlich der Wunschfahrer von Honda, auch wenn er in zwei Jahren nur einen fünften Platz errungen hat.
Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig hat bei seinem alten Freund Mike Leitner (Teammanager bei KTM) genaue Informationen über Zarcos Verhalten bei Red Bull-KTM in der Saison 2019 eingeholt und deshalb arge Bedenken an der Verpflichtung des Franzosen.

Nakagami zu Repsol und Zarco an dessen Stelle neben Crutchlow zu LCR – das ist deshalb momentan die favorisierte Variante der Honda Racing Corporation.

Aber auch dieser Transfer birgt Unannehmlichkeiten: LCR könnte dann den zahlungskräftigen japanischen Sponsor Idemitsu verlieren.

Cal Crutchlow würde bei einem Repsol-Honda-Deal von Nakagami nicht gerade in Begeisterung ausbrechen. Er hat schon im September erklärt: «Ich glaube nicht, dass Taka ein 2020-Werksmotorrad verdient. Ich werde im Moment nichts Gutes über ihn sagen, denn unser Verhältnis ist nicht fantastisch. Die Entscheidung liegt bei Honda. Aber ich meine, er hat so ein Bike nicht verdient. Er hat in knapp zwei Jahren einen fünften Platz als bestes Ergebnis erreicht. Klar, er ist Japaner, es ist gut, dass er für Honda fährt. Doch er klagt inzwischen das ganze Jahr, weil er nicht dasselbe 2019-Motorrad hat wie die anderen drei Honda-MotoGP-Piloten. Ehrlich gesagt: Er wäre im Moment auf unserem 2019-Motorrad langsamer als auf der Vorjahresmaschine. Das ist sicher. Ich weiß, dass das letztjährige Chassis ein besseres Feeling für die Front vermittelt. Deshalb fährt Taka oft den besten Kurvenspeed aller Honda-Piloten...» Dann ergänzte er: «Nakagami muss einsehen, wie Honda arbeitet. Er muss lernen, das zu verstehen. Sonst kann es passieren, dass er für 2020 ohne MotoGP-Deal dasteht. Es gibt einige gute Moto2-Fahrer, die seinen Platz übernehmen können.»

Aber inzwischen wurde Nakagamis HRC-Deal beim Motegi-GP verlängert. Momentan ist Nakagami wegen einer Schulter-OP außer Gefecht. Er wird bei LCR durch Zarco ersetzt.

Alex Márquez ist bei HRC für 2020 kein Thema. Der Moto2-Weltmeister wird noch eine Saison bei Marc VDS fahren.

Deshalb darf sich Stefan Bradl weiter Chancen ausrechnen. Bei ihm würde es nur geringe Komplikationen geben, die Erfolgsaussichten wären etwa gleich groß wie bei Zarco und Nakagami. Er hat bei seinen letzten fünf MotoGP-Rennen drei Top-10-Ränge errungen.

Aber Stefan Bradl weiß auch: «HRC will mich nicht als Testfahrer verlieren. Das spüre ich sehr deutlich. Nächstes Jahr finden 20 Grand Prix statt, es gibt immer weniger Tests für die Stammfahrer, deshalb wird meine Aufgabe immer wichtiger.»

Notlösung: Bradl könnte am Freitag bei den Grand Prix neue Teile testen wie in diesem Jahr bei seinen Renneinsätzen. Und Zarco könnte für ein Jahr als Testfahrer engagiert werden.

Immerhin steht die unmittelbare Zukunft von Stefan Bradl bereits fest. «Ich werde am Dienstag und Mittwoch in Valencia testen», erzählte der Bayer, der in Valencia bei ServusTV beschäftigt ist.

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