MotoGP

Brad Binder (KTM): «Bin auf der Suche nach dem Limit»

Von Günther Wiesinger - 20.11.2019 07:53

MotoGP-Rookie Brad Binder befindet sich im Red Bull-KTM-Team noch in der Eingewöhnungsphase.

Bei Red Bull KTM Factory Racing war die Erleichterung in der linken Seite der Box deutlich zu spüren. Monatelang hatte die Technikcrew von Johann Zarco wegen dessen launenhaften Wesens gelitten, der Franzose hatte in zehn Monaten kein gutes Haar an der KTM gelassen, die Stimmung war im Keller. Das war einer der Gründe, warum Zarco nach Platz 11 in Misano fristlos entlassen wurde. Den vertrag für 2020 hat er beim GP von Österreich bereits selbst aufgelöst.

Jetzt weht mit Brad Binder wieder ein frischer Wind. Der 24-jährige Südafrikaner verfügt über außergewöhnliche fahrerische Fähigkeiten, er glänzt durch eine ausgezeichnete Kinderstube, er verfügt über genug Selbstvertrauen und Intelligenz, einen gnadenlos guten Renninstinkt, Begeisterungsfähigkeit – und er sorgt für gute Stimmung und eine entspannte Atmosphäre in der Box. Das sollte ein guter Nährboden für Erfolge sein.

Brad Binder bekam die rund 290 PS starke KTM RC16 an diesem ersten Trainingstag in Valencia auf dem Circuit Ricardo Tormo von Runde zu Runde besser in den Griff. Am Schluss fehlten zwar 2,4 sec auf die Bestzeit. Aber BB präsentierte sich fast fehlerlos. Und er bekam zu spüren, wie anspruchsvoll das Beherrschen einer MotoGP-Rakete sein kann. «Ich denke, am zweiten Tag werden einige Muskelpartien schmerzen. Aber am Abend nach dem ersten Tag war alles erträglich. Die Fahrposition ist ähnlich wie bei der Moto2-KTM. Es werden also ähnliche Muskelgruppen beansprucht. Aber die Unterarme werden sicher stärker belastet. Auch am Rücken spürte ich die Anstrengung ein bisschen. Abgesehen davon ist alles im grünen Bereich gewesen. Aber wenn du viel schneller fährst, wird das eine andere Story sein.»

Wie kam Binder mit den Michelin-Reifen zurecht? «Sie sind unglaublich, Der Grip ist erstaunlich. Besonders der Vorderreifen haftet verrückt. Als ich am Anfang langsam gefahren bin, war es schwierig, sie richtig warmzufahren. Aber der maximale Schräglagenwinkel mit den Michelin ist möglichweise das Verrückteste, was ich im Zusammenhang mit dem Rennfahren bisher erlebt habe. Das ist mir am Dienstag klar geworden. Manchmal habe ich ein bisschen gepusht, und dann haften diese Reifen wie Klebstoff. Ich muss über das Fahren im Grenzbereich noch viel lernen… Ich muss rausfinden, wo die Limits sind. Bisher bin ich nicht einmal in der Nähe. Ich muss an mir selber arbeiten.»

Binder versicherte, er habe sich am Dienstag nicht um die Zeiten gekümmert. «Ich weiß nicht, welcher Fahrer an welcher Position gelandet ist, auch bei KTM nicht. Aber wir können die Daten vergleichen. Ich fokussiere mich ganz auf mich selbst. Ich lerne jetzt das neue Team kennen. Aber ich habe mit Pol Espargaró eine unglaubliche Referenz in unmittelbarer Nähe…»

Während mit Alex Márquez und Iker Lecuona zwei der drei Rookies stürzten, hielt Brad die KTM 70 Runden lang wacker auf zwei Rädern. «Ich bin im Turn 2 einmal fast gestürzt. Aber abgesehen davon war ich okay. Mein Gefühl für den Vorderreifen ist bisher wirklich gut. Ich wollte am ersten Tag keinen Blödsinn machen. Ich will lernen und mich ständig steigern. Ich will jetzt keine riesigen Schritte planen, ich will zuerst verstehen, was ich mache», betonte Brad.

Binder fährt bisher mit den beiden 2019-KTM von Pol Espargaró mit dem technischen Stand vom letzten Wochenende. Ob er in Jerez ab Montag schon ein paar Runden mit einer 2020-KTM fahren darf, ist offen.

Binder: «Ich weiß nicht, wie der Plan ausschaut. Es spielt bisher keine Rolle, welche RC16-Version ich fahre. Ich brauche einfach Runden.»

Valencia-Test, 19. November:

1. Quartararo, Yamaha, 1:30,163 min
2. Viñales, Yamaha, 1:30,327 min, + 0,164 sec
3. Morbidelli, Yamaha, 1:30,650, + 0,487
4. Dovizioso, Ducati, 1:30,665, + 0,502
5. Marc Márquez, Honda, 1:30,698, + 0,535
6. Mir, Suzuki, 1:30,811, + 0,648
7. Rins, Suzuki, 1:30,958, + 0,795
8. Pol Espargaró, KTM, 1:30,974, + 0,811
9. Rossi, Yamaha, 1:31,012, + 0,849
10. Miller, Ducati, 1:31,130, + 0,967
11. Crutchlow, Honda, 1:31,183, + 1,020
12. Petrucci, Ducati, 1;31,433, + 1,270
13. Lecuona, KTM, 1:31,645, + 1,482
14. Iannone, Aprilia, 1:31,674, + 1,511
15. Rabat, Ducati,1:31,775, + 1,612
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,815, + 1,652
17. Pedrosa, KTM, 1:31,863, + 1,700
18. Pirro, Ducati, 1:32,016, + 1,853
19. Abraham, Ducati, 1:32,034, + 1,871
20. Smith, Aprilia, 1:32,090, + 1,927
21. Binder, KTM, 1:32,645, + 2,482
22. Bradl, Honda, 1:32,833, + 2,670
23. Alex Márquez, Honda, 1:32,873, + 2,710

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