MotoGP

Cal Crutchlow (Honda): Operation nur aufgeschoben?

Von - 22.11.2019 17:23

LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow leidet noch immer unter den Nachwirkungen der schweren Knöchelverletzung, die er sich 2018 auf Phillip Island zuzog – aber der MotoGP-Test in Jerez steht an.

Der Podium beim Australien-GP 2019 war für Cal Crutchlow besonders wertvoll, denn nur ein Jahr zuvor riskierte der dreifache GP-Sieger ein frühzeitiges Karriereende: Auf Phillip Island zertrümmerte er sich 2018 den rechten Knöchel. «Dieser Crash hat mich ein Jahr lang beschäftigt», gab der sonst so taffe Brite zu.

Ganz vergessen ist die Verletzung aber noch nicht: Die Nachwirkungen quälen den LCR-Honda-Piloten, weshalb er überlegt, sich die 2018 eingesetzten Platten wieder entfernen zu lassen. Allerdings stehen in Jerez am kommenden Montag und Dienstag die nächsten Testfahrten für die Saison 2020 an. «Wir haben viel darüber diskutiert, was wir machen sollen. Ich hätte den Jerez-Test verpasst und die Platten entfernen lassen, aber jetzt scheint das nicht machbar, weil wir keine Garantie haben, dass der Knochen wieder verheilt ist, wenn ich wieder auf das Bike steigen muss», erklärte Cal nach dem Valencia-Test.

«Ich will den Winter nicht bei der Reha verbringen», ergänzte der 34-jährige Familienvater. «Ich glaube, dass es das Beste ist die Platten zu entfernen, aber das Zeitfenster ist so knapp. Wegen des Jerez-Tests sind es zehn Tage Unterschied – zehn Tage, die für die Knochenbildung wichtig sind.»

Crutchlow weiter: «Ich hätte es riskiert, wenn wir diesen Jerez-Test nicht gehabt hätten. Aber ich bin der Meinung, dass ich den fahren muss, und habe mich dazu entschieden, die Platten nicht entfernen zu lassen. Ich habe jetzt auch keine Schmerzen, aber vor zwei Tagen war es schrecklich. Nächste Woche könnte es in Ordnung sein – oder viel schlimmer. Wenn ich den ganzen Tag in meinem Stiefel bin, habe ich im vorderen Teil des Fußes kein Gefühl mehr. Wenn die Schwellung dann ein bisschen zurück geht, beginnt der Jerez-Test und es ist wieder dasselbe. Der Stiefel drückt auf den Nerv. Sogar wenn ich den Nerv, der ober der Platte liegt, nur mit dem Finger berühre, tut es weh. Ich weiß auch nicht, ob es für nächstes Jahr schlimmer werden könnte, wenn sie das Metall entfernen würden. Es könnte ein Risiko sein, wenn sie den Nerv berühren», grübelte er.

Dann ist die Operation also um mindestens ein Jahr verschoben? «Ja, aber wenn ich an den Punkt komme, wo ich mit dem Schmerz nicht mehr umgehen kann oder es mich behindert, dann lass ich es entfernen», ergänzte der Brite, der den Winter in Kalifornien verbringt und sich besonders auf sein Rennrad freut.

«Ich kann es nicht erwarten Rad zu fahren. Ich werde den Plan für das Wintertraining wohl ein bisschen verschieben. Normalerweise beginne ich am 1. Dezember und mache rund 100 Stunden im Dezember und 100 im Januar. Vielleicht gönne ich mir eine Woche und fange ein bisschen später damit an. Das hängt davon ab, wie ich mich fühle, wenn ich nach Kalifornien komme», schmunzelte Cal.

Valencia-Test, Gesamtwertung 19./20. November:

1. Viñales, Yamaha, 1:29,849 min
2. Quartararo, Yamaha, 1:30,013 min, + 0,164 sec
3. Morbidelli, Yamaha, 1:30,114, + 0,265
4. Crutchlow, Honda, 1:30,316, + 0,467
5. Mir, Suzuki, 1:30,427, + 0,578
6. Rins, Suzuki, 1:30,503, + 0,654
7. Marc Márquez, Honda, 1:30,556, + 0,707
8. Dovizioso, Ducati, 1:30,665, + 0,816
9. Pol Espargaró, KTM, 1:30,685, + 0,836
10. Rossi, Yamaha, 1:30,781, + 0,932
11. Miller, Ducati, 1:30,854, + 1,005
12. Rabat, Ducati, 1:31,258, + 1,409
13. Pirro, Ducati, 1:31,424, + 1,575
14. Petrucci, Ducati, 1:31,433, + 1,584
15. Pedrosa, KTM, 1:31,470, + 1,621
16. Lecuona, KTM, 1:31,515, + 1,666
17. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,526, + 1,677
18. Abraham, Ducati, 1:31,597, + 1,748
19. Bradl, Honda, 1:31,657, + 1,808
20. Iannone, Aprilia, 1:31,674, + 1,825
21. Smith, Aprilia, 1:32,090, + 2,241
22. Alex Márquez, 1:32,235, + 2,386
23. Binder, KTM, 1:32,367, + 2,518

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