Mike Leitner (KTM): «Sieg in Katar führt über Ducati»

Von Günther Wiesinger
Ducati mit Jack Miller gilt für den Saisonauftakt in Doha als Favorit. Aber können die Desmosedici-Raketen auch bei nur 22 Liter Spritvorrat im Rennen mit 357 km/h über die Gerade donnern? Mike Leitner (KTM) analysiert.

Ducati Corse hat mit Andrea Dovizioso 2018 und 2019 die letzten beiden Austragungen des Katar-GP gewonnen, 2020 fiel der Saisonauftakt der Corona-Pandemie zum Opfer. Und beim MotoGP-Test in Losail sicherte sich der neue Ducati-Werkspilot Jack Miller mit 1:53,183 min die Bestzeit. Zum Vergleich: Im Februar 2020 fuhr Maverick Viñales (Yamaha) auf dem 5,380 km langen Losail-Circuit die Bestzeit mit 1:53,858 min die schnellste Runde.

Das Red Bull KTM Factory Racing Team blieb beim viertägigen Test (Tag 5 fiel wegen des Sandsturms aus) mit Platz 16 von Oliveira und Platz 17 von Binder hinter den Erwartungen.
Aber die gegnerischen Teams vermuten, dass Ducati wegen des 22-Liter-Sprit-Limits die Motorleistung für die Rennen zurückschrauben muss. Und Yamaha hat zwar in Doha immer wieder mit Wintertests geglänzt, aber dort seit 2017 nicht mehr gewonnen.

Aber man weiß: Der Losail Circuit ist nicht immer das beste Pflaster für Yamaha gewesen. Die Japaner siegten zwar 2005 und 2006, dann 2010, 2012 und 2013 mit Jorge Lorenzo, dazu 2015 mit Valentino Rossi, 2016 mit Lorenzo und 2017 mit Maverick Viñales. Doch danach triumphierte 2018 und 2019 in Doha jeweils Andrea Dovizioso auf der Ducati. 2020 fand das Rennen nicht statt.

Mike Leitner, Race Manager von KTM, rechnet für den Saisonstart (26. bis 28. März) mit gegenüber 2020 unveränderten Kräfteverhältnissen. «Ich glaube, dass alle Hersteller stark sein werden. Bei Ducati weiß man, sie haben in Doha jahrelang um den Sieg mitgekämpft und dort viel gewonnen. Der Sieg führt wieder über Ducati. Aber man muss schauen, ob sie im Rennen mit dem Sprit durchkommen. Yamaha ist ebenfalls stark. Suzuki darf man sowieso nie unterschätzen. Auch Aprilia hat enorme Rundenzeiten vorgelegt. Aber das haben sie schon 2020 in Doha gezeigt. Aleix ist einfach der Künstler über die einzelne schnelle Runde…»

Leitner weiter: «Momentan ist ganz schwer abzuschätzen, wer über die Saison gesehen als Favorit zu betrachten ist. Ich bin auch neugierig, ob Marc Márquez von Anfang an dabei sein wird. Bisher weiß auch keiner genau, wie sich die Rennreifen nach 22 Rennrunden verhalten? Das wird der Schlüssel zum Erfolg sein.»

MotoGP-Test Katar, 10. bis 12. März, kombinierte Zeitenliste:

1. Jack Miller, Ducati, 1:53,183 min
2. Maverick Viñales, Yamaha, + 0,061 sec
3. Fabio Quartararo, Yamaha, + 0,080
4. Franco Morbidelli, Yamaha, + 0,140
5. Francesco Bagnaia, Ducati, + 0,261
6. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,457
7. Joan Mir, Suzuki, + 0,644
8. Alex Rins, Suzuki, + 0,677
9. Johann Zarco, Ducati, + 0,716
10. Pol Espargaró, Honda, + 0,716
11. Valentino Rossi, Yamaha, + 0,810
12. Takaaki Nakagami, Honda, + 1,079
13. Stefan Bradl, Honda, + 1,244
14. Jorge Martin, Ducati, + 1,300
15. Enea Bastianini, Ducati, + 1,322
16. Miguel Oliveira, KTM, + 1,343
17. Brad Binder, KTM, + 1,508
18. Alex Márquez, Honda, + 1,509
19. Danilo Petrucci, KTM, + 1,712
20. Cal Crutchlow, Yamaha, + 1,815
21. Luca Marini, Ducati, + 1,839
22. Yamaha Test2, + 1,897
23. Iker Lecuona, KTM, + 2,012
24. Dani Pedrosa, KTM, + 2,457
25. Sylvain Guintoli, Suzuki, + 2,459
26. Lorenzo Savadori, Aprilia, + 2,571
27. Yamaha Test3, + 2,648
28. Michele Pirro, Ducati, + 3,549
29. Takuya Tsuda, Suzuki, + 4,612

MotoGP-Test, Katar, kombinierte Zeitenliste 6./7. März

1. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:53,940 min
2. Jack Miller, Ducati, + 0,077 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,212
4. Franco Morbidelli, Yamaha, + 0,213
5. Stefan Bradl, Honda, + 0,270
6. Johann Zarco, Ducati, + 0,416
7. Maverick Vinales, Yamaha + 0,455
8. Joan Mir, Suzuki, + 0,575
9. Francesco Bagnaia, Ducati, + 0,711
10. Alex Rins, Suzuki, + 0,718
11. Miguel Oliveira, KTM, + 0,726
12. Pol Espargaró, Honda, + 0,733
13. Takaaki Nakagami, Honda, + 0,750
14. Alex Márquez, Honda, + 1,012
15. Test 1, Yamaha, + 1,366
16. Enea Bastianini, Ducati, + 1,546
17. Brad Binder, KTM, + 1,595
18. Lorenzo Savadori, Aprilia, + 1,630
19. Valentino Rossi, Yamaha, + 1,644
20. Luca Marini, Ducati, + 1,665
21. Jorge Martin, Ducati, + 1,692
22. Danilo Petrucci, KTM, + 1,855
23. Test 2, Yamaha, + 1,867
24. Iker Lecuona, KTM, + 1,933
25. Dani Pedrosa, KTM, + 2,512
26. Sylvain Guintoli, Suzuki, + 2,822
27. Michele Pirro, + 3,955
28. Test 3, Yamaha, + 4,756
29. Takuya Tsuda, + 4,970

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