Remy Gardner: «Hard Enduro sicherer als Motocross»

Von Nora Lantschner
Remy Gardner mit seiner Crew

Remy Gardner mit seiner Crew

MotoGP-Rookie Remy Gardner verletzte sich zum Beginn der Saison beim Motocross-Training, im Juni erwischte es seinen Kumpel und Moto2-Jungstar Pedro Acosta. Der Tech3-KTM-Pilot zog Konsequenzen.

Viele MotoGP-Stars setzen abseits der GP-Wochenenden auf das Motocross-Bike, um sich zwischen den Grand Prix und gerade während einer langen Sommerpause fit zu halten. Remy Gardner hat sich davon verabschiedet, noch bevor sich sein Kumpel Pedro Acosta im Juni bei einer Offroad-Trainings-Einheit den Oberschenkel brach.

«Motocross ist gefährlich, das habe ich selbst schon zweimal erlebt. Ich habe es aufgeben. Ich werde nicht mehr Motocross fahren, solange ich Rennfahrer bin, denke ich», machte der Moto2-Weltmeister des Vorjahres deutlich. Darüber hatte er zuletzt übrigens auch mit MX2-Ass Kevin Horgmo gesprochen. «Es ist ein gutes Training und macht super viel Spaß, aber leider ist er gefährlich.»

Remy Gardner weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass ein Motocross-Unfall schnell schmerzhafte Folge hat: 2018 brach er sich bei einem Sturz im Training beide Beine und einen Fußknöchel. Im Januar dieses Jahres zog er sich dann einen Bruch am rechten Handgelenk zu und musste operiert werden – kurz vor dem Beginn der Wintertests ein herber Rückschlag für den MotoGP-Neuling.

Sein Trainings-Programm stellte der 24-jährige Australier seither um: «Ich fahre für das körperliche Training Enduro und Trial – nicht mit hoher Geschwindigkeit, sondern Hard Enduro», stellte er klar.

Natürlich sei im Motorradsport die Gefahr nie gänzlich auszuschließen, aber: «Ich glaube, dass es viel sicherer als Motocross ist. Denn im MX-Sport hast du Sprünge und den Speed, ich habe mich einfach oft verletzt. Beim Hard Enduro fährst du meist im ersten Gang und schiebst das Motorrad über Felsbrocken hinauf. Klar, du könntest umfallen und ausrutschen, aber ich glaube immer noch, dass es sehr viel sicherer als Motocross ist.»

Außerdem habe man dem MotoGP-Piloten erklärt, in einer brenzligen Situation das Motorrad von sich weg zu stoßen. «Ich war dann kurz vor dem Fallen und ich schmiss es einfach weg, allerdings fiel es dann den ganzen Hang hinunter. Also opferte ich mein Motorrad, bevor ich mich selbst opfere», gestand Remy mit einem Grinsen.

«Körperlich ist es gutes Training, Hard Enduro gehört zum härtesten Training, das du machen kannst – schaut euch Erzberg an. Das ist einfach unglaublich, diese Jungs sind Maschinen», zollte Gardner den Hard-Enduro-Stars Respekt. «Wenn wir fahren, sind wir fünf oder sechs Stunden unterwegs und ich bin danach komplett fertig. Wir haben zwei Liter im Camelbak mit und wenn ich nach Hause komme, trinke ich noch einen Liter Wasser, weil ich einfach dehydriert und fertig bin – vor allem jetzt im Sommer bei 35 Grad in Spanien.»

Neben Enduro und Trial trainiert Remy Gardner auch Dirt-Track oder auf Ohvale-Minibikes. Zu Beginn der Sommerpause wollte er aber einfach nur abschalten. «Ich rühre zwei Wochen lang kein Motorrad an – vorher gehe ich fischen», hatte der Tech3-KTM-Pilot nach einer intensiven ersten Saisonhälfte in der Königsklasse angekündigt.

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