Neues MotoGP-Qualifying-Format: So funktioniert es

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Marc Márquez: Fixstarter für Qualifying2?

Marc Márquez: Fixstarter für Qualifying2?

Am kommenden Wochenende in Katar wird die MotoGP-Startaufstellung in zwei getrennten Qualifyings ermittelt. Die Fahrer müssen sich in den freien Trainings mehr anstrengen.

Im November 2012 wurde ein neues Qualifying-Format für die MotoGP-WM 2013 vorgestellt, es soll das Spektakel erhöhen und die freien Trainings aufwerten – auch für die TV-Zuseher. Bei den Tests wurde nie viel über das neue Format gesprochen. Aber spätestens am Donnerstag, Freitag und Samstag in Doha werden die TV-Zuseher erleben, dass sich einiges ändert. Wer in den ersten drei oder vier Startreihen stehen will, muss sich bereits in den drei freien Trainings gehörig sputen.

 

Der Sinn hinter den Änderungen: Die Trainings vor dem Qualifying sollen eine höhere Bedeutung erlangen. Die Fahrer müssen mehr Runden drehen und sich mehr anstrengen, wenn sie einen der zwölf besten Startplätze ergattern wollen.

Es werden wie in den vergangenen Jahren drei freie 45-Minuten-Trainings (FP1, FP2 und FP3) stattfinden; in Europa zwei am Freitag, eines Samstagfrüh. Der Unterschied zu früher: Die in diesen Trainings erzielten Zeiten zählen in gewisser Hinsicht für das Qualifying, weil sie darüber entscheiden, ob ein Fahrer im Qualifying 1 (Q1) oder Q2 teilnehmen darf.

In Q1 (es dauert 15 Minuten) werden sich jene Piloten versammeln, die in der Gesamtzeit von FP1, FP2 und FP3 auf Platz 11 oder dahinter platziert sind. In dieser Viertelstunde haben die Teilnehmer die Chance, sich für Q2 zu qualifizieren, in das die zwei schnellsten Fahrer aus dieser Session aufsteigen.

Das bedeutet: Insgesamt zwölf Piloten nehmen am 15 Minuten dauernden Q2 teil, das den Abschluss des Zeittrainings bildet und endgültig über die ersten zwölf Plätze der Startaufstellung entscheidet.

Jene Fahrer, die in Q1 nicht auf den Plätzen 1 oder 2 landen, werden im Rennen die Startplätze 13 und nachfolgend einnehmen. Als Grundlage gilt das Ergebnis von Q1.

Um unvorhersehbaren Änderungen entgegenwirken und nötige Set-up-Änderungen machen und erproben zu können, zum Beispiel bei geänderten Wetterbedingungen, wird vor den beiden Quali-Sessions ein 30 Minuten langes viertes freies Training (FP4) abgewickelt. Die dort erzielten Zeiten werden nicht dafür ausschlaggebend sein, in welchem Qualifying ein Fahrer mitfährt. Es ist praktisch als 30-min-Warm-up fürs Quali zu betrachten.

Wichtig: Die Austragungsmethoden der freien Trainings und der Qualifyings für Moto2 und Moto3 bleiben gegenüber den Vorjahren unverändert.

Fahrer müssen auf der Hut sein
Welche Auswirkungen hat das neue Format für die Fahrer? Piloten wie Iannone, Smith und Spies müssen auf der Hut sein, um in den freien Trainings jederzeit unter den Top-Ten zu sein. Sonst verpassen sie die Chance auf einen der besten zehn Startplätze. Das kann auch mal einen Stefan Bradl treffen, nach einem Sturz, bei einem schlechten Set-up oder wechselhaften Wetterbedingungen. Oder Marc Márquez, wenn er die Strecke noch nicht von Testfahrten kennt und von den alten Hasen mit mehr Streckenkenntnis am Freitag übertrumpft wird.

Es kann ja auch passieren, dass am Freitag beide Trainings nass sind und die Entscheidung für Q2 nur Samstagfrüh fällt...

«Wir werden manchmal vielleicht schon im freien Training einen weichen Reifen reinstecken müssen, um den Top-Ten-Platz abzusichern», meint LCR-Honda-Cheftechniker Beefy Bourguignon.

Die neue MotoGP-Qualifying-Prozedur
1. An den ersten drei freien Trainings (jeweils 45 Minuten) ändert sich nichts. Die Gesamtwertung entscheidet aber über die Teilnahme am letzten Zeittraining Q2.
2. Die zehn schnellsten Fahrer aus FP1, FP2 und FP3 sind für das Qualifying Practice 2 (QP2) gesetzt.
3. Alle anderen MotoGP-Piloten treten im Qualifying Practice 1 (QP1) an.
4. Die zwei schnellsten Piloten aus QP1 werden ins QP2 befördert, womit insgesamt 12 Fahrer um die ersten 12 Startplätze wetteifern.
5. Jenen Fahrern, die in QP1 keinen der ersten zwei Plätze erreicht haben, werden die Startplätze 13 und nachfolgend zugeteilt. Als Grundlage gilt ihr Ergebnis in QP1.

Der neue Trainings-Zeitplan (in Europa)

Erster Tag
1. Freies Training: 45 Minuten, zählt zur Qualifikation am Qualifying.
2. Freies Training: 45 Minuten, zählt zur Qualifikation am Qualifying.
Zweiter Tag, Vormittag
3. Freies Training: 45 Minuten, zählt zur Qualifikation am Qualifying.
Zweiter Tag, Nachmittag
4. Freies Training: 30 Minuten, keine Zeitnahme, die über die Teilnahme am Qualifying entscheidet.
Pause (10 Minuten)
1. Qualifying Practice (QP1): 15 Minuten
Pause (10 Minuten)
2. Qualifying Practice (QP2): 15 Minuten.

Wegen des Nacht-GP wurde der Zeitplan in Doha auf den Kopf gestellt. Das erste freie MotoGP-Training findet bereits am Donnerstag (18.55 bis 19.40 Uhr) statt. Am Freitag wird ab 17 und ab 19.55 Uhr gefahren. Das vierte freie Training läuft am Samstag von 18.55 bis 19.25 Uhr. Das Q1 beginnt um 19.35 Uhr (15 min), das Q2 um 20 Uhr (15 min).

Das Warm-up ist für Sonntag 17 Uhr (20 min) vorgesehen. Das 22-Runden-Rennen startet am Sonntag um 21 Uhr.

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