Márquez-Horrorsturz: Es wirkten gewaltige g-Kräfte

Von Matthias Dubach
MotoGP
Nur Schrammen: Marc Márquez zwei Tage nach dem Horrorsturz

Nur Schrammen: Marc Márquez zwei Tage nach dem Horrorsturz

Beim Hochgeschwindigkeitssturz des MotoGP-Rookies in Mugello arbeitete das Airbag-System nach Plan. Hersteller Alpinestars veröffentlichte die aufgezeichneten Daten.

Bei seinem furchterregenden Sturz am Ende der Zielgerade in Mugello verhinderte der in der Lederkombi eingebaute Airbag womöglich ernsthafte Verletzungen bei Marc Márquez. Der 20-jährige Spanier hatte bei 337,9 km/h die Kontrolle über das Vorderrad seiner Repsol Honda verloren, worauf er in Richtung einer ungeschützten Betonmauer abbog. Der MotoGP-Rookie liess sich auf dem schmalen Rasenstreifen vor der Mauer vom Motorrad fallen, um den Aufprall in die Mauer zu vermeiden.

Ausrüster Alpinestars veröffentlichte nun interessante Daten, die sein Airbag-System beim Unfall aufgezeichnet hat. Der Airbag blies sich in 0,050 sec auf; 0,030 sec danach kam es zum ersten Bodenkontakt. Das Sicherheitssystem erkannte also 0,080 sec vor dem ersten Aufprall, dass sich ein Sturz anbahnt. Zum Vergleich: Ein Wimpernschlag dauert 0,1 sec!

Im Leder sind sieben Beschleunigungssensoren eingebaut, die ihren Status jede zweite Tausendstelsekunde an den eingebauten Prozessor schicken. Erkennen die Gravitation- und Energiekennzahlen einen freien Fall, wird der Airbag aufgeblasen. Einmal aufgepumpt, ist der Airbag für fünf Sekunden maximal leistungsfähig.

Beim Sturz von Márquez wurden während 4,250 sec signifikante Daten aufgezeichnet. In dieser Zeitspanne wurden sowohl an der rechten als auch an der linken Schulter Belastungen mit bis 25 g gemessen! Mehr g-Kräfte kann das System nicht messen. Auf den Schultern des Spaniers lastete demnach für Sekundenbruchteile sein 25-faches Körpergewicht. Ein Beispiel: Auf einer Achterbahn können kurzzeitig Werte von rund 6 g auftreten.

Márquez blieb abgesehen von Schrammen und Prellungen unverletzt. Insgesamt stürzte der Spanier in Mugello an drei Tagen vier Mal.

Alpinestars arbeitet seit rund zehn Jahren an den Airbag-Systemen. Der Durchbruch wurde erreicht, als das System nach einem Sturz nicht mehr an den Boxen neu aufgeladen werden musste. Nun kann ein Fahrer nach einem Sturz wieder mit einem erneut funktionsfähigen Airbag weiterfahren

Seit der Saison 2011 sind in der MotoGP-WM alle Alpinestars-Fahrer mit dem «Tech Air Airbag System» unterwegs.

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