Andrea Dovizioso (3./Ducati): «Könnt ihr warten?»

Von Ivo Schützbach
MotoGP

Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso konnte bisher nicht verraten, ob er 2014 in der Open Class antritt oder im Factory Status.

«Könnt ihr noch ein bisschen warten? Wir müssen noch einmal darüber reden», antwortete Andrea Dovizioso nach dem Sepang-Test auf die Frage, ob sich Ducati jetzt heute bis Mitternacht für die Open Class oder für den Factory-Status entscheidet.

Der Ducati-Star hatte eine Bestzeit von 2:00,067 min erzielt – Platz 3. Er lag bis kurz vor Schluss an zweiter Position, ehe ihn Dani Pedrosa noch abfing.

Fakt ist: «Dovi» fuhr seine Bestzeit heute mit der Factory-Software – genauso wie Crutchlow und Iannone.

Andrea, wenn du jetzt entscheiden könntest: Würdest du im Open-Format lieber fahren als im Factory-Status?

Wir haben noch ein paar Stunden Zeit zum Nachdenken. Die müssen wir ausnützen... Habt etwas Geduld.

Wer entscheidet?

Wir unterhalten uns gemeinsam. Wir sind ein Team. Das ist kein Problem.
Du hast gesagt, die Ducati sei jetzt beim Bremsen wirklich stark verbessert. War das mit dem Open-Bike?

Ich bin die Rennsimulation heute mit dem Open-Motorrad gefahren. Das Chassis ist aber bei beiden Konzepten identisch...

Wie hat sich diese Rennsimulation mit der Open-Ducati angefühlt im Vergleich zu einem Long-run im Factory-Modus?

Das weiss ich nicht... Der einzige Unterschied ist ja die ECU-Software. Mit dem Factory-Bike haben wir hier keine Rennsimulation vorgenommen.
Wie ich gestern schon erwähnt habe: Die Einheits-ECU ist bei den elektronischen Systemen ein bisschen von Nachteil. Aber die Rundenzeit mit dem Open-Bike war nicht wirklich schlecht. Jetzt müssen wir überlegen, wie schnell und ob wir die Schwachstellen des Open-Bikes beseitigen können... Dann entscheiden wir.

Hat die Open-Maschine auch positive Seiten aufgezeigt?

Nein. Wie sollte das gehen? Das ist unmöglich. Wir haben die Einheits-ECU drauf montiert, alles andere war gleich wie beim Factory-Bike. Nur so konnten wir einen echten Vergleich vornehmen. Dass die Einheits-ECU gegenüber der Ducati-Software keine Vorteile hat, war uns bewusst.

SPEEDWEEK.com hat bereits vor einer Woche exklusiv aufgedeckt, dass Magneti Marelli zum zweiten Sepang-Test eine viel kompliziertere ECU bringen wird, ein deutliches Upgrade. Jetzt gibt es natürlich im Verdacht, Ducati habe dieses Upgrade geliefert... Ducati war ja immer schon Kunde von Marelli. So ein Zufall: Genau jetzt testest du erstmals die Einheits-ECU?

Magneti Marelli kann jederzeit eine Weiterentwicklung bringen, zu jedem Zeitpunkt der Saison. Sie haben seit dem Vorjahr gearbeitet und jetzt ein Upgrade geliefert.

Abgesehen von der Elektronik: Was hat sich an der Ducati geändert?

Bei der Bremsstabilität gibt es gewaltige Unterschiede. Es fällt uns jetzt viel leichter, das Motorrad abzubremsen. Ausserdem kann ich bis zur Kurvenmitte wirklich hart bremsen. Ich bin ein Fahrer, der beim Bremsen sehr aggressiv agiert. Ich spiele in diesem Bereich sehr gerne mit dem Limit des Motorrads. Aber letztes Jahr musste ich die Vorderbremse immer loslassen, wenn ich hinten auf die Bremse gestiegen bin. So konnte ich nicht wirklich hart und spät bremsen.
Jetzt kann ich so spät bremsen wie die Werksfahrer von Honda und Yamaha, trotzdem kann ich das Motorrad auf der Linie halten.

Die Sepang-Zeiten vom 3. Tag, Freitag:
Pos. Fahrer Zeit Diff.
1. Valentino Rossi (I/Yamaha) 1.59,999
2. Dani Pedrosa (E/Honda) 1.59,999 0,000
3. Andrea Dovizioso (I/Ducati) 2.00,067 0,068
4. Aleix Espargaro (E/FTR-Yamaha*) 2.00,101 0,102
5. Stefan Bradl (D/Honda) 2.00,164 0,165
6. Alvaro Bautista (E/Honda) 2.00,506 0,507
7. Jorge Lorenzo (E/Yamaha) 2.00,619 0,620
8. Cal Crutchlow (GB/Ducati) 2.00,790 0,791
9. Bradley Smith (GB/Yamaha) 2.00,804 0,805

10.

Pol Espargaro (E/Yamaha) 2.01,032 1,033
11. Andrea Iannone (I/Ducati) 2.01,198 1,199
12. Randy De Puniet (F/Suzuki) 2.01,430 1,431
13. Yonny Hernandez (COL/Ducati*) 2.01,497 1,498
14. Colin Edwards (USA/FTR-Yamaha*) 2.01,748 1,749
15. Nicky Hayden (USA/Honda*) 2.01,924 1,925
16. Michele Pirro (I/Ducati*) 2.02,029 2,030
17. Hiroshi Aoyama (J/Honda*) 2.02,070 2,071
18. Scott Redding (GB/Honda*) 2.02,228 2,229
19. Hector Barbera (E/Avintia-Kawasaki*) 2.02,341 2,342
20. Katsuyuki Nakasuga (J/Yamaha) 2.03,115 3,116
21. Mike Di Meglio (I/Avintia-Kawasaki*) 2.03,499 3,500
22. Karel Abraham (CZ/Honda*) 2.04,304 4,305
23. Nobuatsu Aoki (J/Suzuki) 2.06,482 6,483
* Open-Class

 

Die kombinierte Zeitentabelle vom Sepang-Test:
Pos. Fahrer Zeit Diff. Tag
1. Valentino Rossi (I/Yamaha) 1.59.999 3
2. Dani Pedrosa (E/Honda) 1.59.999 0.000 3
3. Andrea Dovizioso (I/Ducati) 2.00,067 0,068 3
4. Aleix Espargaro (E/FTR-Yamaha*) 2.00,101 0,102 3
5. Stefan Bradl (D/Honda) 2.00,164 0,165 3
6. Alvaro Bautista (E/Honda) 2.00,500 0,501 2
7. Jorge Lorenzo (E/Yamaha) 2.00,619 0,620 3
8. Cal Crutchlow (GB/Ducati) 2.00,790 0,791 3
9. Bradley Smith (GB/Yamaha) 2.00,804 0,805 3
10. Pol Espargaro (E/Yamaha) 2.00,999 1,000 1
11. Andrea Iannone (I/Ducati*) 2.01,173 1,174 2
12. Randy De Puniet (F/Suzuki) 2.01,430 1,431 3
13. Yonny Hernandez (COL/Ducati*) 2.01,497 1,498 3
14. Colin Edwards (USA/FTR-Yamaha*) 2.01,748 1,749 3
15. Nicky Hayden (USA/Honda*) 2.01,924 1,925 3
16. Michele Pirro (I/Ducati*) 2.02,029 2,030 3
17. Hiroshi Aoyama (J/Honda*) 2.02,070 2,071 3
18. Hector Barbera (E/Avintia-Kawasaki*) 2.02,149 2,150 2
19. Scott Redding (GB/Honda*) 2.02,228 2,229 3
20. Katsuyuki Nakasuga (J/Yamaha) 2.02,802 2,803 2
21. Mike Di Meglio (I/Avintia-Kawasaki*) 2.03,499 3,500 3
22. Karel Abraham (CZ/Honda*) 2.04,304 4,305 3
23. Nobuatsu Aoki (J/Suzuki) 2.06,482 6,483 3
* Open-Class

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