Cristian Gabarrini (HRC) über das Open-Honda-Projekt

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

2014 gehen vier Open-Honda-Piloten in der Königsklasse an den Start. Betreut werden sie von HRC-Mann Cristian Gabarrini, der nun verriet, wie Arbeit an diesem Projekt strukturiert ist.

Im Rahmen der neuen Open-Klasse stehen 2014 vier Honda RCV1000R in der Startaufstellung der MotoGP-Klasse. Dabei werden die Piloten im Team Drive M7 Aspar, Nicky Hayden und Hiroshi Aoyama, Gresini-Fahrer Scott Redding und Cardion AB-Pilot Karel Abraham von HRC-Mann Christian Gabarrini betreut. Nach vier Rennen ist Rang 7 von Scott Redding in Katar das beste Ergebnis der Open-Honda-Piloten.

Cristian, für was bist du exakt zuständig?

Ich bin grundsätzlich in zwei Aktivitäten involviert. Zunächst verbinde ich die Arbeit auf der Strecke und die HRC-Ingenieure, die zu Hause arbeiten. Alle möglichen Probleme, die auftauchen, inklusive Zuverlässigkeit oder Anfragen der Teams für jegliche Verbesserungen, kommen ohne Vermittler direkt bei mir an. Außerdem bin ich da, um die Teams beim Set-up zu unterstützen: Während des Rennwochenendes kann ich den Crewchiefs zur Seite stehen, um die Daten zu vergleichen und dadurch besser zu verstehen, welche Richtung einzuschlagen ist.

Herrscht zwischen den vier Fahrern auf der RCV1000R ein Informationsaustausch?

Ja, den gibt es, aber natürlich ist der durch Einigungen mit den technischen Zulieferern beschränkt. Nur Gresini nutzt zum Beispiel die Showa-Federelemente und Nissin-Bremsen. HRC überwacht die Situation, um die Übertragung vertraulicher Informationen zu verhindern.

Wie schätzt du das Projekt nach den ersten vier Saisonrennen ein?

Ich würde sagen, dass eine erste Einschätzung bisher positiv ist. Die erste extrem kritische Phase, in der ein komplett neues Bike am Rennwochenende zur Strecke gebracht wird und in der oft Probleme mit der Zuverlässigkeit auftauchen, die beim Test kaum festzustellen sind, ist ziemlich gut vorbeigegangen. Diese wichtige Phase konzentrierte sich hauptsächlich auf die ersten beiden Tests in diesem Jahr und wurde durch die vielen vorhandenen Daten erleichtert, welche die vier Fahrer auf der Strecke liefern. Dann hatten wir die Möglichkeit, uns auf die Verbesserung der Leistung und das beste Set-up für alle vier Fahrer zu konzentrieren. In der Kalibrierung der Elektronik wurden , soweit die Regeln es erlauben, einige Upgrades vorgenommen. Nun arbeiten wir etwas spezifischer, Fahrer für Fahrer, mit dem Ziel, ihre gemeinsamen Bedürfnisse herauszufinden. Wenn eine Beschwerde oder Anfrage von allen Fahrern kommt, ist es eine klare Charakteristik des Motorrads, die noch verbessert oder angepasst werden muss.

Habt ihr bereits gleiche Anfragen von allen vier Fahrern bekommen?

Ja, bei der Elektronik: Deshalb haben wir in diese Richtung gearbeitet, lieferten den Teams einige Upgrades, die von all unseren Fahrern geschätzt wurden. Beim Set-up gibt es noch immer keine Übereinkunft, aber das liegt daran, dass die Fahrer verschiedene Fahrstile und komplett unterschiedliche Charakteristiken haben. Redding muss zum Beispiel ganz anders auf dem Bike sitzen, weil er viel größer und schwerer ist als Hayden oder Aoyama. Ich nehme an, dass sich auch die Anpassungen am Set-up des Chassis in den nächsten Rennen annähern werden.

Was wurde bei der Elektronik genau gemacht?

Die Software, die für die Open-Bikes zur Verfügung steht, bietet zahlreiche Anpassungen in jedem Bereich, wie die Traktionskontrolle, die Motorbremse und die Drehmomentkurven. Wenn ein Team um eine weitere Anpassung bittet und die Dorna glaubt, dass diese gerechtfertigt ist, wird dieses Upgrade an alle geliefert. Momentan mussten wir noch nichts ergänzen, denn die aktuelle Software liefert uns, was wir brauchen. Bei HRC haben wir uns schon an das angepasst, was wir für unsere speziellen Bedürfnisse zur Verfügung haben, besonders was das Management der Motorbremse angeht. Unter den zahlreichen Einstellungen, haben wir bereits die passendste für die Charakteristiken unserer Maschine herausgefunden.

Scott Redding ist der einzige Rookie unter den Open-Honda-Piloten. Wie stark schätzt du ihn ein?

Scott hat eine sehr gute Einstellung. Er ist offen und nimmt die Ratschläge seines Teams und von HRC an. Er arbeitet hart an seinem Fahrstil, weil er aus einer Klasse kommt, in der die Motorleistung sehr beschränkt ist. Er ist einen höheren Kurvenspeed gewohnt. In der MotoGP-Klasse braucht man jedoch einen Kompromiss, der es erlaubt, die Maschine so früh wie möglich aufzustellen, denn das hat Vorteile bei Beschleunigung und Reifenverschleiß. Alle Fahrer aus den kleineren Klassen müssen daran arbeiten. Scott ist zudem sehr groß und schwer, deshalb braucht er ein spezielles Set-up. Auch seine Aggressivität auf der Bremse muss berücksichtigt werden.

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