MotoGP-Teams 2015: Wo soll Cal Crutchlow hingehen?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow: Geht er bei Ducati weg? Zu Suzuki?

Cal Crutchlow: Geht er bei Ducati weg? Zu Suzuki?

Die «Grossen Vier» (Márquez, Rossi, Lorenzo und Pedrosa) bleiben 2015, wo sie sind, Dovizioso auch. Dahinter sind viele Plätze offen. SPEEDWEEK.com gibt einen Überblick.

Mittlerweile hat auch Valentino Rossi seinen Schachzug gemacht und seinen Vertrag bei Yamaha bis Ende 2016 verlängert. Marc Márquez hat bereits im Mai einen neuen HRC-Vertrag unterschrieben, auch er erstreckt sich über zwei Jahre.

Unseren Informationen zufolge werden auch Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa demnächst ihre Verträge verlängern, auch der Verbleib von Andrea Dovizioso bei Ducati ist beschlossene Sache.

Ob Cal Crutchlow bei Ducati bleibt, wird sich bis Ende Juli entscheiden. Der letztjährige WM-Fünfte hat wenig prickelnde Alternativen. Er kann zu Suzuki gehen und dort bis zu 4 Millionen Euro Schmerzensgeld kassieren, aber regelmässige Top-Ten-Plätze kann er sich dann für 2015 wohl abschminken.

Anderseits: Bei Ducati weht ihm nach seinen vielen zynischen Kommentaren ein eisiger Wund ins Gesicht, es ist viel Porzellan zerschlagen worden, deshalb wollen Gigi Dall’Igna und Sportdirektor Paolo Ciabatti den Draufgänger Andrea Iannone (Platz 6 in Las Termas und in Assen) ins Werksteam transferieren.

Wenn Crutchlow darauf hofft, sich bei Ducati den Abgang noch mit einer saftigen finanziellen Abfindung versüssen zu können, wird er sich kalte Füsse holfen. «So etwas haben wir noch nie gemacht und werden wir auch nie machen», heisst es bei Ducati Corse.

Bei Repsol-Honda ist das Werksteam besetzt, bei den Kundenteams Gresini und LCR sind die Gehaltsvorstellungen Crutchlows nicht mit den Budgets kompatibel. Ausserdem kann Crutchlow als Monster-Fahrer nicht zur Go&Fun-Konkurrenz bei Gresini wechseln. Und das LCR-Team wird von Red Bull gesponsort.

Eine Rückkehr Crutchlows zu Yamaha wird vom Yamaha-Management ausgeschlossen. Das Werksteam ist besetzt, ins Tech3-Kundenteam will er nicht, ausserdem bietet sich dort voraussichtlich kein Platz an.

Suzuki hofft auf einen Fahrer wie Cal Crutchlow oder Aleix Espargaró, auch Superbike-Pilot Eugene Laverty bleibt ein Thema, dazu Testfahrer Randy de Puniet. Bautista und Viñales würden ebenfalls ins Konzept passen.

Teambesitzer Fausto Gresini kann sich für 2015 durchaus eine vierte Saison mit Alvaro Bautista vorstellen. HRC möchte aber frisches Blut in die Königsklasse bringen, zum Beispiel Maverick Viñales oder Jack Miller, die aber beide für 2015 die Moto2-WM in Sinn haben.

Also könnte Tito Rabat ein Thema werden, aber der ist bei Marc VDS unter Vertrag. Bei Gresini hofft Scott Redding, teamintern vom Production-Racer auf die Werksmaschine transferiert zu werden.
Bautista hört sich inzwischen auch bei Drive M7-Aspar-Honda und bei Suzuki um.

LCR-Honda: Cecchinello will Bradl

LCR-Honda: Lucio Cecchinello rechnet fest mit Stefan Bradl. «Ich habe mit keinem anderen Fahrer gesprochen», versichert er.
Pramac-Ducati: Wenn Iannone ins Ducati-Werksteam wechselt, muss ein Ersatz gesucht werden. Bisher sind Namen wie Bradl und Rabat gefallen. Aber: Rabat kann bei Marc VDS nur weg, wenn ihm ein richtiges Werksteam angeboten wird. Der Kolumbianer Yonny Hernandez hat bei Pramac bereits einen neuen Vertrag für 2015 unterzeichnet.

Bei Tech3-Yamaha-Teambesitzer Hervé Poncharal ist Pol Espargaró auch für die nächste Saison gesetzt. Er könnte zwar aussteigen, wenn er in der WM unter den Top-6 bleibt, aber es bietet sich kein besseres Team an. Bradley Smith soll ein drittes Jahr zur Bewährung bekommen.

Beim Open-Class-Team Forward-Yamaha dürfte Aleix Espargaró auch 2015 die erste Geige spielen, Corsi oder Petrucci sind als Colin Edwards-Nachfolger im Visier.

Avintia plant weiter mit Héctor Barbera, der zweite Fahrer ist offen. Auch die Plätze bei Iodaracing und PBM Motorsport sind noch nicht besetzt. Drive M7 Aspar Honda hat Nicky Hayden sicher, der zweite Platz soll mit einem Spanier besetzt werden – zum Beispiel mit Bautista. «Aber zuerst müssen die grösseren Prototypen-Teams ihre Fahrer nominieren, erst dann kann ich auf der Fahrermarkt tätig werden», weiss Jorge Martinez.

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