Dominique Aegerter ist bei Forward-Yamaha ein Thema

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Als erster Schweizer Solofahrer seit Luigi Taveri 1966 gewann Domi Aegerter einen Motorrad-GP auf dem Sachsenring. Jetzt nimmt er die MotoGP-WM ins Visier.

Der Schweizer Dominique Aegerter (23) hat beim GP von Deutschland sein erstes Moto2-WM-Rennen gewonnen und überlegt jetzt, ob er 2015 noch einmal um den Moto2-Titel kämpfen oder in der MotoGP-WM aufsteigen soll.

Bei Tech3-Yamaha ist Dominique Aegerter nicht erwünscht, weil er schon die fünfte Moto2-Saison fährt und erst fünf Podestplätze erzielt hat.

Yamaha sucht einen Gegenpol zum 19-jährigen Jack Miller, der von der Moto3-Klasse voraussichtlich direkt in die MotoGP-WM aufsteigen wird – und zu LCR-Honda geht.

Doch Tech3-Yamaha wird für 2014 weder Rabat (er bleibt bei Marc VDS in der Moto2) bekommen, noch Maverick Viñales (drei Jahre bei Suzuki) lehnte ab, Jonas Folger hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bei AGR, Alex Rins will Moto2 fahren.

Also könnte eventuell Bradley Smith weiter neben Pol Espargaró fahren.

«Ich weiss nicht genau, wie die Aussichten bei den MotoGP-Teams sind, darum kümmert sich mein Manager Robert Siegrist», sagte Domi Aegerter heute vor seinem Abflug nach Japan, wo er am Sonntag in Suzuka den 8-Stunden-WM-lauf in Suzuka mit Yukio Kagayama und Noriyuki Haga im Kagayama-Suzuki-Team bestreiten wird. Ziel: Ein Top-3-Platz.

«Wenn manche Teams nur 19-jährige Talente wollen, dann ist das ihre Sache, dann müssen wir uns woanders umschauen», meinte Aegerter, der nach dem Barcelona-GP eine Avintia-FTR-Kawasaki getestet hat.

Was sagt Aegerter zum geplanten MotoGP-Aufstieg von Miller? «Sicher ist es möglich, direkt von der Moto3-WM in die MotoGP aufzusteigen», überlegt der 23-jährige Eidgenosse. «Natürlich besteht ein grosser Unterschied, es ist ein ganz anderes Motorrad. Es ist schon der Unterschied von der Moto2 zur MotoGP ziemlich gross... Aber ich bin nach einem Tag vier Sekunden hinter Marc Márquez gewesen. Es gibt nur viermal drei Tage zum testen? Dann muss man halt diese zwölf Tage bestmöglich nützen.»

Würde sich Aegerter so einen Weitsprung von 55 PS und einem 250-ccm-Einzylinder-Motor auf einen Vierzylinder-1000-ccm-Motor mit 260 PS zutrauen? Aegerter: «Ich bin froh, dass ich nach den 125er-WM in der Moto2 Zwischenstation gemacht habe. Aber ich war in der kleinen Klasse nicht so erfolgreich wie Jack Miller. Ausserdem sind wir in der 125er-Klasse noch Zweitakter gefahren. Der Unterschied wäre also riesig gewesen.»

«Wir haben noch nicht genau entscheiden, ob ich 2015 noch einmal Moto2 fahre. Wir schauen, was die beste Lösung ist. Robert Siegrist holt überall Offerten ein. Wenn wir kein perfektes MotoGP-Angebot bekommen, fahren wir sicher noch einmal Moto2.»

Bei Forward-Yamaha steht Domi Aegerters Name auf eine Kandidatenliste. Wer das ein perfektes Angebot? Aegerter: «Ja, das wäre sicher nicht schlecht. Wir müssen schauen. Wenn es nur ein Ein-Jahres-Vertrag wäre, wäre es natürlich auch nicht genug. Zwei Jahre müssten schon drin sein.»

Bei Forward-Yamaha könnte Aegerter Teamkollege von Stefan Bradl werden, falls der Bayer mit LCR-Honda keine Einigung erzielt. «Für mich spielt es eigentlich keine Rolle, wer der Teamkollege ist. Stefan ist sicher ein erfahrener MotoGP-Pilot. Ja, ich könnte sicher viel lernen von ihm.»

Auch bei Gresini-Honda wird ein Open-Honda-Platz frei, da Scott Redding dort aller Voraussicht nach statt Alvaró Bautista die Werks-RC213V fahren wird.

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