Alex De Angelis: Teamchef? MotoGP? Superbike?

Von Nereo Balanzin
MotoGP
Alex De Angelis (30) erlebt eine desaströse Moto2-Saison, er ist nur WM-15. Trotzdem ist er bei Forward-Yamaha auf der Kandidatenliste für die MotoGP. Er hat aber auch andere Ideen.

Alex De Angelis (30) aus San Marino liegt auf der Suter MMX2 des italienischen Tascaracing-Teams in der Moto2-WM nur an 15. Stelle. Der vierfache GP-Sieger hat erst 29 WM-Punkte eingesammelt.

«Die Moto2 verzeiht dir nicht den kleinsten Fehler», betont der vierfache GP-Sieger. «Wenn du dir einen Fehltritt erlaubst, wirst du vom Helden zum Verlierer. Oft scheint es, als habe diese Klasse nur wenige Helden und viele Verlierer. Ich glaube nicht, dass das Verhältnis so sein sollte. Mika Kallio ist ein sehr fachmännischer und sehr schneller Fahrer. Auf der anderen Seite Jonas Folger, der zwar ein Newcomer in der Klasse ist, aber dafür ein sehr schneller. Folger rutscht gerne, während Simone Corsi einen sehr sauberen Stil hat, aber beide sind stark. Also, was ist der richtige Fahrstil? Als wir noch 250-ccm-Rennen fuhren, war es einfacher ein Resultat zu erzielen, da der Unterschied zwischen Factory-Bike und Kundenmotorrad gross genug war. Die Werksfahrer konnten schneller sein als die Kundenfahrer, auch wenn das Set-Up nicht perfekt war.»

Das ist nicht mehr der Fall; kleine Details machen jetzt den Unterschied aus.

«Ich habe immer noch das Gefühl, dass ich es schaffen kann, zu gewinnen“, sagt der Routinier aus San Marino, der gleichzeitig mit seinem Zwillingsbruder William in die WM (125 ccm) kam. «Und jetzt, wo ich dreissig Jahre alt bin, ist der Moment gekommen, an dem ich etwas leisten und die MotoGP-WM zurückerobern muss. Für gute Verträge. Die werden weniger und weniger.»

Im Alter von 30 Jahren verspürt De Angelis sowohl Reue als auch Wünsche. «Ich wünsche mir, dass ich eine solche Chance hätte wie Mika Kallio – drei Jahre nacheinander mit demselben Team und alles was es braucht, um erfolgreich zu sein. Diese Chance wurde mir in meinem ganzen Leben nie geboten. Sie haben an ihn geglaubt, in ihn investiert, die Technik angepasst, das Bike verändert, und jetzt ist er an der Spitze. Wird es in Zukunft eine ähnliche Chance für mich geben? Ich weiss es nicht: Teams mit den gleichen Fähigkeiten sind sehr, sehr rar.»

Dann der Wunsch: «Ich würde gerne in die Fussstapfen von Lucio Cecchinello treten und Teambesitzer werden, während ich immer noch als Fahrer mitmischen kann. Aber die wirtschaftliche Situation ist so schwierig, dass es im Moment undenkbar ist. Die beste Klasse, um all dies bewirken zu können, wäre die Moto3, aber dort könnte ich wegen der Altersvorschriften nicht mehr als Fahrer tätig sein. Mein Traum wäre ein Moto2-Team, aber in einer Klasse mit ähnlichen Regeln wie in der Moto3 und mit der direkten Beteiligung der Werke. MotoGP? Wenn ich die Kraft für einen solchen Schritt hätte, würde ich mich wahrscheinlich für Ducati entscheiden. Die gehen Volldampf voraus und ich vertraue ihnen.»

«Zurück zur Realität. Ich schaue mich um und suche nach Möglichkeiten. Auch in der Superbike-WM. Ich war in Misano am diesjährigen Rennen. In der Vergangenheit kam ich oft mit den Superbikes in Verbindung und, um ehrlich zu sein, habe ich ein sehr verlockendes Angebot bekommen – von Ten Kate Honda. Ich habe, wie du weißt, keinen Vertrag unterschrieben, und jetzt ist die Situation ziemlich verschieden: Ich bin es, der an die Türen der Teams klopft. Ich würde gerne testen, um meine Chancen zu checken und den Teams die Möglichkeit zu geben, mich auf einem Superbike in Aktion zu sehen.»

Und wer gewinnt in diesem Jahr die Moto2-Weltmeisterschaft? De Angelis: «Ich würde auf Tito Rabat tippen. Jonas Folger räume ich 2015 reelle Chancen ein. Er macht gute Fortschritte. Falls das AGR-Team so weitermacht, wieso nicht?»

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