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Donington Park: Warum sich der Zirkus dort wohl fühlt

Von Günther Wiesinger
Donington-GP 2009, 125 ccm: Vorne stehen Smith, Márquez und Bradl, auch Redding und Iannone sind im Feld

Donington-GP 2009, 125 ccm: Vorne stehen Smith, Márquez und Bradl, auch Redding und Iannone sind im Feld

Silverstone gilt als Autorennstrecke, die Formel 1 hat den Belag ruiniert, der MotoGP-Sport ist dort fünf Jahre nicht heimisch geworden. Donington ist bei Fahrern und Fans beliebter.

Der Engländer Stuart Higgs, Rennleiter beim britischen Motorrad-GP in Silverstone, machte sich schon am letzten Wochenende keine grossen Hoffnungen auf eine Rückkehr des GP-Zirkus für 2015.

Oder besser gesagt: gar keine.

Denn die Rechte für den British Motorcycle Grand Prix befinden sich ab jetzt fünf Jahre lang in den Händen der Circuit-of-Wales-Betreiber, sie hatten bei der Auswahl des Schauplatzes für das nächste Jahr ein Mitspracherecht, sie tragen das finanzielle Risiko.

Und wegen der altertümlichen Infrastruktur kann Donington Park seine Anlage wesentlich preisgünstiger anbieten als der Silverstone Circuit, dessen bisheriger Promoter British Racing Drivers Club (BRDC) war. Ausserdem haben Donington-Eigentümer Kevin Wheatcroft (Sohn des Gründers Tom Wheatcroft) und sein Rennstreckenmanager Christopher Tait der Dorna bereits versprochen, die Piste neu asphaltieren zu lassen.

In Donington-Park fand von 1987 bis inklusive 2009 immerhin 23 Jahre lang der British Motorcycle Grand Prix statt, dann wollte Bernie Ecclestone die Rennstrecke umbauen und modernisieren lassen, der Investor Simon Gillet wollte auf illustre Weise die Kosten aufbringen, dann den Formel-1-GP übernehmen und austragen. Doch das Geld reichte nur für einen neuen Zufahrtstunnel, dann war Feierabend.
Fazit: Der Motorrad-GP wurde für fünf Jahre nach Silverstone vergeben, die Formel 1 blieb ebenfalls dort.

Doch der MotoGP-Zirkus fühlte sich in Silverstone nie wirklich wohl oder willkommen.

2010 wurde erstmals seit 1986 auf dem ehemaligen Kriegsflughafen gefahren. 2011 wurde der neue Silverstone Wing in Betrieb genommen, das heisst: Es gab eine neue Boxenanlage, Start/Ziel wurde verlegt.

Doch dort war das Fahrerlager zu klein, beim Neubau war an allen Ecken und Enden gespart worden, immer wieder brach die Stromversorgung zusammen, von den Tribünen vis-a-vis sah man die tief liegende Boxengasse wegen der hohen Boxenmauer kaum.
Deshalb kehrten die MotoGP-Teams 2013 und 2014 wieder zum alten Start/Ziel-Bereich zurück.

Ein Armutszeugnis und eine Bankrotterklärung für den Silverstone-GP-Promoter.

Donington ist viel kleiner, überschaubarer, alles ist familärer, die Atmosphäre um vieles besser, die Zuschauer sitzen näher an der Strecke. Aber an der Infrastruktir hat sich seit 2009 nicht viel verändert. Die Boxenanlage ist veraltet und zu klein, das Media Centre eigentlich ein Hohn. «Aber das Fahrerlager ist gross genug, der Streckenverlauf anspruchsvoll»m sagt Ex-500-ccm-Fahrer Nial Mackenzie, der ganz in der Nähe in Ashby lebt. «Der Rest lässt sich mit provisorischen Containern und so weiter gestalten.»

«Für Donington ergibt sich jetzt eine grossartige Gelegenheit, selbst wenn sie den Grand Prix nur für ein Jahr bekommen», pflichtet der ehemalige Rothmans-500-Werkspilot Roger Burnett bei.

Und wenn der Circuit of Wales nie gebaut wird, könnte Donington dauerhaft die neue Heimat des britischen Grand Prix werden.

«Zu 99,9 Prozent wird nächstes Jahr der Grand Prix in Donington gefahren», stellte Stuart Higgs fest schon letzten Donnerstag in Silverstone fest. Er gilt als Insider, denn er fungiert auch in der erfolgreichen British Superbike Championship (BSB) als Race Director.

«Wir behalten Donington als Ausweichmöglichkeit für 2015 im Auge», hatte Dorna-CEO Carmelo Ezpeleta gegenüber SPEEDWEEK.com bereits beim Brünn-GP erklärt.

Dorna, IRTA, Fahrer, Fans und Fotografen – sie weinen Silverstone keine Träne nach. Silverstone hat keinen Charme.

Donington ist klein – aber fein.

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