Cal Crutchlow (Rang 11): «Ich habe einiges riskiert»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Cal Crutchlow steht vor einem Rätsel. Der Honda-Werkspilot kommt nicht einmal annähernd an die Rundenzeiten von Márquez und Pedrosa heran.

WCM-LCR-Honda-Neuzugang Cal Crutchlow (29) liegt zwei Stunden vor Schluss des Sepang-Tests in der Tabelle des dritten Tages an elfter Position, er hat 1,669 Sekunden auf Marc Márquez eingebüsst und sich gegenüber Donnerstag und Mittwoch nicht so deutlich gesteigert wie erhofft.

Crutchlow hatte am Donnerstag erzählt, jede Runde sei eine heisse Runde gewesen, trotzdem habe er sich nicht wunschgemäss verbessern können. «Ich bin auch mit der 2:00,5-min-Runde von Freitagfrüh nicht happy, obwohl ich definitiv hart gepusht habe. Doch, typisch für mich, ich konnte aus den frischen Reifen wieder keinen Nutzen ziehen. Ich fühle mich auf dem Motorrad noch nicht komfortabel genug, deshalb kann ich keine so grossen Risiken eingehen wie die andern Jungs. Ich habe von der gestrigen Bestzeit nur eine halbe Sekunde abgeknabbert, ich hätte mich viel deutlicher steigern sollen. Mein Trost: Mit gebrauchten Reifen bin ich im Vergleich zu den Gegnern viel konkurrenzfähiger. Da sind wir viel näher an den Honda-Werksfahrern dran, als die Zeitentabelle bescheinigt. Aber die Relevanz für unsere Schlagkraft ist nun mal die Rundenzeit und die Position auf der wir stehen... Aber ich habe heute beim Fahren viel mehr Freude gehabt als an den Vortagen und in Valencia.»

Crutchlow erklärte, das Motorbremssystem von Honda unterscheide sich stark von jenem, das er von Yamaha und Ducati gewöhnt ist. «Wir haben in diesem Bereich ein paar positive Schritte gemacht, aber wir haben uns mehr darum gekümmert, dass wir das Einlenkverhalten verbessern. Wir fahren nicht viele Versuche, in denen es um schnelle Runden geht. Ich muss auch sagen, dass die Werks-Honda natürlich viele positive Punkte hat. Aber ich muss meinen Fahrstil wieder umstellen und danach diese positiven Punkte ausnützen, die wir den Gegnern voraus haben. Im Moment gelingt mir das nicht, deshalb bin ich nicht schnell genug.»

Crutchlow versicherte, es gehe bei diesem ersten Test nicht darum, serienweise schnelle Runden aus dem Ärmel zu schütteln.

Aber bei LCR und Honda wird man sich gewiss daran erinnern, dass Bradl (damals auf Platz 5) im Vorjahr 2:00,1 min fuhr, obwohl die Verhältnisse schlechter waren und die Bestzeit damals bei 1:59,5 lag.
«Ich habe zwar einiges riskiert, aber in erster Linie müssen wir uns auf das erste Rennen vorbereiten», hielt Crutchlow fest. «Wir müssen jetzt darauf hinarbeiten, dass wir die ganze Saison hindurch schnell sind. Es kommt nicht darauf an, dass wir beim ersten Test allen zeigen, wozu wir fähig sind. Aber ich muss gestehen, dass ich mich echt bemühte habe... Doch ich kann im Moment die Runden einfach nicht fahren, die die andern Jungs hinlegen.»

Crutchlow büsste 1,669 Sekunden auf seinen Honda-Kollegen Marc Márquez ein, dessen Bestzeit von 1:58,867 min brachte den Briten ins Grübeln.

«Das ist eine ziemlich schnelle Rundenzeit», knurrte Cal. «Ja... Das ist schnell genug, ohne Zweifel. Was war die bisherige Bestzeit? 1:59,5 min? Grossartig.»

Auch die Dani-Pedrosa-Zeit von 1:59,006 min ist nicht zu verachten.

Dann flüchtete sich Cal Crutchlow wieder in seinen herrlichen Galgenhumor. «Ich setze mich mit dieser Zeit nicht auseinander, denn sie haben diese Zeit durch eine Abkürzung beim Reinfahren in die Box erreicht... Das haben sie perfekt hinbekommen. Nein, Spass beiseite. Das ist eine heftige Zeit. Gut für mich ist, dass ich mir dank der Datenaufzeichnungen genau anschauen kann, wie ihnen das gelungen ist.»

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