Bridgestone in MotoGP: Eine Ära ging zu Ende

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Am Sonntag endete in Valencia die Zeit von Bridgestone als Einheitsreifen-Lieferant der MotoGP-Klasse. Wie geht es für Bridgestone im Motorsport weiter?

Nach sieben Jahren als Einheitsreifen-Lieferant hat sich Bridgestone gestern aus der MotoGP-WM verabschiedet. Beim Jerez-GP im Mai 2014 hatten die Japaner angekündigt, man werde nach der Saison 2015 keinen neuen Reifendeal mit der Dorna mehr anstreben, man habe alle Ziele erreicht.

Rund 20 Millionen Euro hat sich Bridgestone als grösster Reifen- und Gummiproduzent der Welt die MotoGP-WM kosten lassen, rund 15.000 Reifen wurden pro Jahr produziert.

Bridgestone machte die ersten Gehversuche in der 125er-WM 1991, in den kleinen Klassen 125 und 250 ccm wurde jedoch nie ein Weltmeistertitel gewonnen.

Zu Beginn der MotoGP-Viertakt-Ära war Bridgestone allerdings bereit, es mit den Kontrahenten Michelin und Dunlop aufzunehmen. 2004 vertrauen bereits die Werksteams von Kawasaki und Suzuki auf Bridgestone, 2005 auch Ducati.

2004 gewann Makoto Tamada auf einer privaten Honda den ersten MotoGP-WM-Lauf für Bridgestone – in Rio/Brasilien.

Die ersten bahnbrechenden Erfolge feierte Bridgestone 2007 durch den MotoGP-Titelgewinn von Casey Stoner auf Ducati. 2008 siegte Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi in der MotoGP-WM auf Bridgestone, 2009 kamen die Einheitsreifen.

Bridgestone hatte im Sommer 2015 zuerst alle fest angestellten MotoGP-Mitarbeiter gekündigt, die Verträge der 17 festen freien Mitarbeiter werden nach dieser Saison einfach nicht verlängert.

Rossis treuer Reifentechniker Peter «Pit» Baumgartner wird noch sechs weitere Monate bezahlt. Klaus Nöhles (er betreute Repsol-Honda und die HRC-Kundenteams wie LCR und Marc VDS) wird 2016 in die Dienste von HRC übersiedeln und Tito Rabat im Marc VDS-Team betreuen.

Neben Thomas Scholz werden jetzt auch noch die zwei Monteure und Lkw-Chauffeure Joachim Dally und Axel Wilhelm weiter beschäftigt.

Thomas Scholz, Chief Coordinator von Bridgestone Motorsport, wartet jetzt ab, welche Motorsport-Strategie von Bridgestone entwickelt wird. Irgendwann im Winter soll in Japan eine Sitzung zu diesem Thema stattfinden, ist zu hören.

«Was bei Bridgestone für die Zukunft beschlossen wird, wissen wir natürlich nicht. Aber es ist klar, dass die Bridgestone Europe-Niederlassung in Brüssel neue Betätigungsfelder sucht», sagt Scholz. «In Asien ist Bridgestone in der populären GT Meisterschaft vertreten, in den USA mit Firestone in der Indycar-Serie. In Südamerika wird viel im Zusammenhang mit dem Fussballsport gesponsert. Nur Europa ist ein weisser Fleck.»

«Ich sehe inzwischen wieder Licht am Ende des Tunnels», sagt Scholz. «Es wird offenbar über neue Aktivitäten im europäischen Motorsport nachgedacht. 2016 wird ein Übergangsjahr sein, in der zweiten Saisonhälfte werden wir uns wahrscheinlich bereits irgendwie engagieren, für 2017 wird dann etwas Neues auf die Beine gestellt.»

Die Formel 1 wird es nicht sein, auch an der Moto3 und Moto2 hat Bridgestone definitiv kein Interesse, an der Superbike-WM auch nicht.

In der Formel 1 hat Pirelli vor wenigen Tagen einen neuen Alleinausrüster-Vertrag bis Ende 2018 unterschrieben. Somit könnte Bridgestone in der Formel 1 erst ab 2019 wieder mitmischen. Bridgestone hat die Formel 1 ab 1997 mit Reifen beliefert und von 2008 bis 2010 als offizieller Ausrüster.

Von Bridgestone ist zu hören, man setze jetzt mehr auf das Thema Nachhaltigkeit, das Interesse am Motorsport ist eher gesunken, eine Rückkehr in die Formel 1 also sehr unwahrscheinlich.

Aber das Engagement in der Formel 1 und in der MotoGP hat trotzdem Auswirkungen: Bridgestone wird heute verstärkt als High-Tech-Marke wahrgenommen.

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