Bradley Smith: Britische Talente wurden abgeschrieben

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

Die britischen Piloten durften in der Saison 2015 viele Erfolge feiern. Bradley Smith lobt den Einsatz der Dorna, kritisiert jedoch den gnadenlosen Erfolgsdruck in der MotoGP-Weltmeisterschaft.

2015 hatten die britischen Fans viel zu bejubeln. In der Moto3-Klasse krönte sich der 22-jährige Danny Kent aus Tetbury mit sechs Siegen und drei weiteren Podestplätzen zum Weltmeister. Er ist der erste britische Motorrad-Weltmeister seit Barry Sheene 1977 in der 500-ccm-Klasse. Ein weiteres Highlight bescherte Kent den Briten mit dem Sieg bei seinem Heim-GP in Silverstone.

In der Moto2-Klasse sorgte Sam Lowes mit einem Sieg, vier weiteren Podestplätzen und WM-Rang 4 für britische Erfolge. Mit Bradley Smith, Scott Redding und Cal Crutchlow waren auch in der Königsklasse drei Briten unterwegs, die es auf das Treppchen schafften. Crutchlow stand in Argentinien als Dritter auf dem Podest, Smith und Redding belegten im turbulenten Rennen von Misano die Plätze 2 und 3.

Bradley Smith war in der MotoGP-Klasse mit Gesamtrang 6 der erfolgreichste Brite. Er punktete in jedem Rennen und war mit der Tech3-Yamaha der beste Satelliten-Pilot.

Als Smith 2006 in die Weltmeisterschaft aufstieg, waren James Ellison und Chaz Davis die einzigen anderen Briten im Paddock. «Der Hauptgrund für diese Verbesserung ist die Dorna. Sie gründeten die MotoGP Academy, die dann zur Red Bull Academy wurde. Das hatte große Auswirkungen auf die Suche nach britischen Talenten. Es öffnete Stuart Higgs und den Verantwortlichen der BSB die Augen, dass der Nachwuchs wichtig ist. Zudem bietet die Moto3-Klasse einen größeren Rahmen als die 125-ccm-Klasse. Auch die Wandlung der 250-ccm- in die Moto2-Klasse war wichtig, denn so konnten 600-ccm-Fahrer aufgenommen werden. Fahrer aus der Britischen Meisterschaft konnten so einfacher in die Moto2- oder Supersport-WM umsteigen. Dass Kenan Sofuoglu diesen Weg ging und auf dem Moto2-Bike erfolgreich war, bereitete den Weg für Sam Lowes. Ben Spies kam aus der Superbike-WM und öffnete die Tür für Cal Crutchlow.»

«In der Vergangenheit hatten wir viele Jungs auf hohem Niveau, aber der Weg in die Weltmeisterschaft war nicht geebnet. Es brauchte ein paar politische Entscheidungen, um einen klaren Weg aufzuzeigen, dem dann viele englische Fahrer folgten. Natürlich geschah das auch wegen des Marktes. BBC war im Paddock und das Interesse wurde immer größer, mehr britische Journalisten kamen, da die britischen Fahrer erfolgreich waren. Nun ist auch der TV-Sender BT Sport als Geldgeber dabei. Das war alles Teil eines großen Plans, der 2005 begann», erläuterte Smith den Kollegen von «crash.net».

«Nun werden wir wieder ernst genommen nach dem massiven Tief. Doch dieser Paddock studiert nicht die Ergebnisse der Britischen Meisterschaft. Es gibt einige Fahrer, die schon hierher kamen, wenn sie nicht erfolgreich waren, wurden sie schnell abgeschrieben. So funktioniert es in diesem Paddock leider. Sie schreiben Fahrer und Länder ab, weil sie denken, dass von dort kein Erfolg kommt. Doch es gibt viele Talente, und das ist schön zu sehen», versicherte Smith.

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