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2016: Neue Regeln für MotoGP- und Moto2-Klasse

Die Grand Prix-Kommission hat in Genf einige Regeländerungen für die MotoGP-WM beschlossen. Sie betreffen die Entscheidungsfindung bei Strafen, die MotoGP-Einheitselektronik und das oft kritisierte Moto2-Getriebe.

MotoGP

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Die Grand Prix Kommission, bestehend aus Carmelo Ezpeleta (Dorna), Ignacio Verneda (FIM-CEO), Herve Poncharal (IRTA) und Takanao Tsubouchi (MSMA), hat im Beisein von Vito Ipollito (Präsident der FIM), Javier Alonso (Dorna) und Mike Trimby (IRTA) am 4. Februar 2016 in Genf neue Regeln für die MotoGP-WM festgelegt, die mit sofortiger Wirkung in Kraft treten.

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Nach dem Zusammenstoß von Valentino Rossi und Marc Márquez 2015 in Sepang wurde darüber diskutiert, wie bei solchen Vorfällen in Zukunft vorgegangen werden soll.

Folgende Änderung wurde beschlossen: Die Race Direction bleibt mit ihren drei bisherigen Mitgliedern bestehen: Mike Webb (Race Director), Franco Uncini (FIM) und Javier Alonso (Dorna). Jedoch kommt mit Graham Webber ein neuer stellvertretender Race Director hinzu, der die Aufgaben des Rennleiters übernehmen wird, wenn dieser für andere Dinge herangezogen werden muss.

Die Race Direction wird weiterhin für die effiziente und sichere Durchführung der Events verantwortlich sein. Jedoch wird die Race Direction im Hinblick auf Sanktionen und Strafen eingeschränkt sein und nur noch unstrittige Vergehen bestrafen können. Dies beinhaltet Verstöße wie zu schnelles Fahren in der Boxengasse oder das Überholen bei gelber Flagge.

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Alle weiteren Vorkommnisse, die weitere Analysen der Vergehen und Handlungen verlangen, darunter Zwischenfälle von gefährlichem Fahren, werden von Stewards untersucht, die nur dafür verantwortlich sind, Strafen und Sanktionen für diese Vergehen zu verhängen. Die Stewards werden auch für jegliche Anhörungen von Einsprüchen sowie die Prüfung von Protesten zuständig sein.

Das Gremium der Stewards wird sich aus drei Mitgliedern zusammensetzen. Eines von ihnen wird Race Director Mike Webb sein, die anderen beiden werden von der FIM gestellt. Mike Webb wird für die Koordinierung der Aktivitäten der Stewards, die Schriftführung und die Kommunikation der Entscheidungen verantwortlich sein.

In Zukunft werden jegliche Sanktionen der Race Direction oder der Stewards mittels eines sicheren E-Mail-Systems an die betreffenden Teams kommuniziert, es wird eine automatische Übermittlung Lesebestätigung geben. Bestätigte Strafen werden auf den Zeitnahme-Monitoren angezeigt und an die Medien weitergegeben.

"In den letzten Jahren gab es ein Strafpunktesystem, über das derzeit noch diskutiert wird. Die endgültige Entscheidung, ob wir es weiter verwenden, abwandeln oder nicht mehr einsetzen, wird erst noch fallen", erklärte FIM-Präsident Vito Ippolito.

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Promotion-Verpflichtungen für Piloten

Eine Reihe von Verpflichtungen für Fahrer bei Promotion-Aktivitäten, die bereits in den Teilnahmebedingungen zwischen IRTA und den Teams verankert sind, werden jetzt auch in die Grand Prix-Regularien übernommen. Diese Verpflichtungen beinhalten die Teilnahme an Autogrammstunden, Pressekonferenzen und Parade-Runden für die Fahrer. Hintergrund dessen ist, dass ein Verstoß durch Nichtteilnahme von Fahrern nun auch durch Sportstrafen geahndet werden können. Diese werden bei den Finanzstrafen der Teilnahmebedingungen ergänzt.

MotoGP-Klasse: Elektronik

Das Prozedere, welches es dem Technischen Leiter ermöglicht, bestimmte Kanäle des internen Datenspeichers zu prüfen, sowie die genaue Liste der vorgeschriebenen Kanäle, die für ihn zugänglich sind, wurde bestätigt. Der Homologations-Prozess der Sensoren von dritten Zulieferern sowie der von den Motorrad-Herstellern hergestellten Sensoren wurde ebenfalls bestätigt.

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MotoGP-Klasse: Mindest-Reifendruck

Aus dem Reifenplatzer von Loris Baz in Sepang und seinem Sturz bei 290 km/h wurden Konsequenzen gezogen. Michelin vermutet, dass das Avintia-Team das vorgeschriebene Limit von 1,5 bar bei den Hinterreifen unterschritten hat, der Reifen überhitzte und deshalb platzte.

Daher werden die bestehenden Regularien verschärft, der Technische Leiter und seine Mannschaft dürfen jetzt zusammen mit den Ingenieuren des offiziellen Reifenlieferanten Michelin prüfen, dass der Mindest-Reifendruck eingehalten wird. Diese Informationen werden von nun an automatisch im Datenspeicher hinterlegt und werden der offiziellen Technik-Crew über einen Download aus dem Datenspeicher zur Verfügung stehen.

Da über das Equipment und die Methode der elektronischen Aufzeichnung dieser Informationen noch nicht endgültig entschieden wurde, werden der Technische Leiter, seine Mannschaft und die Crew des offiziellen Reifenlieferanten nun mit der Befugnis ausgestattet, den Reifendruck jederzeit manuell zu prüfen.

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Moto2-Klasse: Schaltassistenzsystem

Auch 2015 beschwerten sich zahlreiche Fahrer und Teams über das Standard-Getriebe der Honda CBR 600RR. Die Kritik wurde immer lauter, denn es kam durch ungewollte Wechsel in Zwischengänge oder den Leerlauf zu zahlreichen Stürzen.

Der Motorradweltverband FIM erklärte nun: "Es wurde festgestellt, dass diverse Getriebe-Fehlfunktionen bei den Einheitsmotoren der Moto2-Klasse von einigen Schaltassistenzsystemen (Quickshifter) von dritten Zulieferern verursacht wurden. Der Technische Leiter, in Zusammenarbeit mit Externpro, wird nun die Marke und das Modell eines Schaltassistenzsystems eines dritten Zulieferers festlegen, welches für diese Klasse Pflicht wird. Diese Regelung tritt erst dann endgültig in Kraft, sobald der Technische Leiter überzeugt ist, dass alle Teams ausreichend Zeit hatten, sich mit dem neuen Material vertraut zu machen."

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