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Stefan Bradl (Aprilia): Falschen Vorderreifen gewählt

Von Günther Wiesinger
Stefan Bradl im FP3 in Jerez

Stefan Bradl im FP3 in Jerez

Stefan Bradl wurde im dritten freien MotoGP-Training in Jerez von seinem Aprilia-Teamkollegen Alvaró Bautista klar geschlagen. Er rechnet sch aber fürs Qualifying einiges aus.

Am Freitag hatten Stefan Bradl nur 0,150 sec auf Platz 12 gefehlt, deshalb bestand eine leise Chance, sich heute fürs Q2 zu qualifizieren.

Doch im dritten freie MotoGP-Training in Jerez steigerte sich Bradl gegenüber Freitag nur von auf 1:41,178 min auf 1:41,055 min, während sein Teamkollege Bautista starke 1:39,935 min vorlegte und damit 1,120 sec schneller war als der deutsche Aprilia-Teamkollege.

Fazit: Alvaró Bautista (er fuhr erstmals auf beiden Bikes mit dem Winglets) hatte sich um unfassbare 1,638 sec verbessert, Bradl nur um 0,123 sec.

«Die Steigerung im FP3 ist nicht so gross ausgefallen wie erhofft», war sich Stefan Bradl bewusst. «Wir haben gestern am Freitag mit dem falschen Set-up eigentlich eine recht gute Rundenzeit erreicht. Für heute haben wir das beste Paket kombiniert und dann vorne und hinten weder etwas probiert mit einer härteren Richtung bei den Federelementen, aber dieses Set-up hat sich nicht bewährt. Wir sind dann wieder zum alten Set-up zurückgekehrt, aber die meiste Zeit mit gebrauchten Reifen. Erst am Schluss haben wir hinten und vorne einen neuen Reifen reingesteckt, aber für mich war der Vorderreifen ein bisschen zu weich. Deshalb habe ich nicht 100-prozentig pushen können. Dadurch ist die Steigerung ausgeblieben. Wir haben meiner Meinung nach zu viel am Set-up rumgespielt.»

«Mir hat ein bisschen der Mut gefehlt, auf den harten Vorderreifen zu gehen», ergänzte der Aprilia-Werkspilot. «Das wäre aber die bessere Variante gewesen, weil ich damit mehr Stabilität beim Bremsen und am Kurveneingang gehabt hätte. Durch diese Probleme habe ich mich nicht gross steigern können.»

Fahrer wie Marc Márquez hatten schon am Freitag vermutet, die meisten Fahrer würden im Rennen den harten Vorderreifen wählen. Was sprach für die weichere Variante? Bradl: «Das ist eine komplizierte Geschichte. Ob 34 K oder 36K, wir haben am Freitag beide Vorderreifen durchprobiert, aber da waren wir ein bisschen auf der verkehrten Seite mit dem Set-up. Deshalb habe ich mich nicht so wohl gefühlt. Im FP3 hat sich bestätigt, dass mir der P-Compound, also die weichere Version, nicht so taugt. Am Nachmittag müssen wir im FP4 sowieso hinten und vorne die harten Reifen probieren, weil wir schauen müssen, ob der harte Reifen für hinten im Rennen die beste Wahl ist.»

Bradl fiel in der Gesamtwertung der drei freien Trainings auf Platz 19 zurück. Aber er traut sich fürs Qualifying eine Position um Rang 15 oder 16 zu. «Wir sind jetzt im FP3 etwas in Rückstand geraten. Aber das ist nicht so schlimm, weil am Nachmittag die Bedingungen nicht mehr so kühl sein werden. Es wird bis zum FP4 sowieso wieder wärmer. da gilt es dann, eine gute Rennperformance zu zeigen, damit wir fürs Rennen dann gut vorbereitet sind.»

Die elfte Position von Bautista nach dem FP3 verlangte Bradl Respekt ab. Er sah aber durch diese starke Leistung des Teamkollegen auch, was er schon lange vermutet: In der neuen Aprilia RS-GP 16 steckt viel Potenzial und Schlagkraft.

«Alvaró hat eine Riesensteigerung geschafft. Er hat aber im FP3 zwei neue Reifensätze benützt, ich nur einen. Ausserdem war er schon auf dem harten Vorderreifen. Ich bin lange mit dem weichen gefahren, das hat mich sicher Zeit gekostet. Unser Vorteil: Wir haben jetzt noch genug Reifen für alles...»

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