Paolo Ciabatti/Ducati: «Wir wollen auch 2016 siegen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Paolo Ciabatti in der Box des Aspar-Teams vor der Ducati von Hernandez

Paolo Ciabatti in der Box des Aspar-Teams vor der Ducati von Hernandez

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti äussert sich ab jetzt nicht mehr zum Zwei-Jahres-Vertrag mit Jorge Lorenzo. Aus aktuellem Anlass machte er eine Ausnahme. Aber die Saison 2016 hat jetzt Vorrang.

Ducati-CEO Claudio Domenicali, Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti und Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse, ist mit Jorge Lorenzo der grösste Fang seit Jahren gelungen.

Aber zuerst einmal steht bei Ducati die Saison 2016 im Vordergrund. «Wir haben das Ziel, in dieser Saison Rennsiege zu erringen mit unseren zwei aktuellen Piloten», betont Ciabatti.

Ducati will deshalb auch in absehbarer Zeit nicht mehr pausenlos Fragen zum Thema Jorge Lorenzo beantworten. Beim Jerez-GP wurde eine Ausnahme gemacht, weil das Thema aktuell und heiss war und alle Fans brennend interessierte.

Ciabatti: «Bitte habt Verständnis, dass wir ab jetzt nicht mehr über Lorenzo und Ducati sprechen werden. Denn da geht es um die Saison 2017. Und bis dahin wird er einer unserer härtesten Konkurrenten sein. Und wir werden uns bemühen, ihn mit unseren aktuellen Fahrern zu besiegen.»

«Als wir Ende 2013 mit Gigi ein neues MotoGP-Kapitel aufgeschlagen haben, hatte Ducati einen Plan», räumt der Sportdirektor ein. «Wir haben uns damals vorgenommen, ein konkurrenzfähiges Motorrad zu entwickeln. Und sobald das Bike konkurrenzfähig sein würde, wollten wir einen der Topfahrer verpflichten. Und bei allem Respekt für alle anderen Piloten inklusive unserer beiden Andreas, es gibt wenige Fahrer, die ihr Potenzial entfaltet haben und in der Lage sind, Weltmeisterschaften zu gewinnen, Und wenn du die Vergangenheit anschaust, dann hat Lorenzo in sechs Jahren drei WM-Titel gewonnen, zweimal Márquez und einmal Stoner. Wenn wir also sicherstellen wollen, dass wir uns in eine Position bringen, in der wir um die WM kämpfen können, mussten wir auf einer der beiden Fahrer zielen, also Lorenzo oder Márquez. Aus verschiedenen Gründen haben wir an die Möglichkeit geglaubt, ein Agreement mit Lorenzo erreichen zu können. Bei Márquez haben wir gedacht, bei ihm würde die Situation anders ausschauen. Nachdem wir uns mit beiden Fahrern unterhalten haben, haben wir uns entschlossen, das Engagement von Jorge voran zu treiben.»

Wird Lorenzo ein paar Spitzenkräfte von Yamaha mitbringen? Ciabatti: «Normalerweise wird ein Fahrer vom Leben von Jorge ein paar Leute aus seinem bisherigen Umfeld mitnehmen wollen, wenn er in ein anderes Team wechselt. Aber das war bisher nicht das wichtigste Thema bei unseren Gesprächen. Das ist also noch offen. Wir wollen, dass sich Jorge bei uns wohl fühlt. Anderseits haben wir in unserem Team sehr gute Techniker, sie kennen die Arbeitsmethode von Ducati, sie kennen unser Motorrad. Es wird also wichtig sein, möglichst viele Mitarbeiter mit Ducati-Erfahrung ins Jorges Crew zu haben. Das wird auch im Sinn von Jorge sein, denn er wird ein anderes Motorrad fahren als jetzt. Wir werden darüber im Detail in Zukunft noch sprechen. Das müssen wir jetzt noch nicht alles klären.»

Wann ist Ducati erstmals ernsthaft an Jorge Lorenzo herangetreten? «Ich will nicht zu viele Details ausplaudern», betont Sportdirektor Paolo Ciabatti. «Natürlich hat es schon seit einiger Zeit informelle Kontakte gegeben. Aber es ist alles zum Zeitpunkt des Katar-GP 2016 interessanter geworden. Denn dort hat Yamaha die Weiterverpflichtung von Valentino Rossi verkündet. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir, es sei an der Zeit zu klären, ob es eine reelle Chance gibt für die Anbahnung einer künftigen Zusammenarbeit mit Jorge. Wir wollten herausfinden, ob es uns gelingen könnte, den gesuchten Topfahrer unter Vertrag zu nehmen. Wir hielten eine Einigung mit Jorge für eher möglich als mit Marc Márquez. Denn Honda vertraut momentan in erster Linie auf Marc, wenn es darum geht, Rennen zu gewinnen und auf den WM-Titel loszugehen, bei allem Respekt vor Dani Pedrosa. Wir vermuteten also, Honda werde alles unternehmen, um Marc bei der Stange zu halten. Anderseits hat Yamaha den neuen Vertrag mit Valentino öffentlich gemacht. Also haben wir uns bei Jorge erkundigt. Und es ist uns rasch gelungen, den Deal unter Dach und Fach zu bringen.»

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