«Honda nur an vierter Stelle», klagt Marc Márquez

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Vor dem Sturz: Marc Márquez am Hinterrad von Dovizioso, der Kampf um Platz 3

Vor dem Sturz: Marc Márquez am Hinterrad von Dovizioso, der Kampf um Platz 3

Repsol-Honda leidet unter einem heftigen Mangel an Beschleunigung. «Honda kommt da nur an vierter Stelle hinter Ducati, Yamaha und Suzuki», kritisiert der WM-Zweite Marc Márquez.

Marc Márquez liegt nach dem Crash von Le Mans (Runde 16, Platz 4) in der MotoGP-WM-Tabelle fünf Punkte hinter Jorge Lorenzo.

Der Spanier ist sich im Klaren, dass die Yamaha-Asse Lorenzo und Rossi insgesamt wieder über das schlagkräftigere Paket für die Rennen verfügen.

Rossi hat seinen Texas-Sturz innerhalb von zwei Wochen mit einem Sieg und einem zweiten Platz fast wieder ausgemerzt.
Er hat Marc Márquez in den letzten zwei Rennen 16 Punkte abgeknöpft, Lorenzo sogar 26.

«Es sieht so aus, als seien Jorge und die beiden Yamaha stärker als wir. Aber wir werden uns steigern. Wir müssen abwarten, wie wir mit dieser Situation klarkommen. Im Moment lässt sich nicht bestreiten, dass wir beim Beschleunigen eine Menge Zeit einbüssen. Wenn es uns gelingt, die Beschleunigung zu verbessern, werden wir eines der besten Bikes haben. Es ist ärgerlich, denn die Zeit, die du auf den Geraden gewinnst, ist quasi kostenlos... Für meine Mentalität ist es schwer zu verkraften, dass wir den Gegnern auf den Geraden nicht folgen können. Aber ich weiss, dass sich Honda sehr anstrengt. Ich habe viel Vertrauen zu Honda. Doch wir müssen jetzt bei den nächsten zwei Rennen mit diesen Problemen leben und damit fertig werden. Wir werden alles tun, um das Bike zu 100 Prozent auszuschöpfen.»

Nach dem Barcelona-GP findet wieder ein Montag-Test statt, aber Marc Márquez weiss bisher nicht, ob er bis dahin ein Motor-Upgrade bekommt. Denn bei den Werken Honda, Yamaha und Ducati ist die Motorenentwicklung seit dem Saisonauftakt in Katar eingefroren. Nur die Neueinsteiger Suzuki und Aprilia dürfen die Triebwerke weiterentwickeln.

Honda musste in Le Mans vor 99.053 Zuschauern eine schwer Schlappe einstecken: Nur Pedrosa kam ins Ziel, Márquez, Crutchlow, Miller und Rabat stürzten.

Ein Zufall? Oder ein Systemfehler?

«Letztes Jahr war es umgekehrt, da bin ich als einziger Honda-Pilot ins Ziel gekommen», erinnerte sich Marc Márquez, der MotoGP-Weltmeister von 2013 und 2014. «Diesmal hat es nur Dani ins Ziel geschafft... Das ist eine mühselige Piste für uns. Wir verlieren beim Beschleunigen, dann müssen wir in den Bremszonen aufholen. Dort ist es sehr easy, die Front zu verlieren. Für ein paar Trainingsrunden, zwei, drei oder vier, da geht es. Aber 28 Runden auf diese Weise zu fahren, ist mühsam. Wir wissen, dass wir am Limit sind. Und es ist wichtig, dass uns das bewusst ist. Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen. Anderseits ist es schwierig, mitten in der Saison Verbesserungen zu erzielen, wenn die Entwicklung eingefroren ist.»

Liegt Honda jetzt nicht nur hinter Yamaha, sondern auch hinter dem Ducati-Werksteam zurück?

Márquez: «Wenn wir jetzt bei den Fabrikaten ein Ranking in punkto Beschleunigung machen würden, dann wäre Ducati an erster Stelle vor Yamaha, Suzuki und Honda. Gegen Suzuki verlieren wir ein bisschen, gegen Ducati verlieren wir eine Menge, gegen Yamaha ein bisschen weniger. Wir folgen an vierter Stelle. Ich weiss, dass bei Honda viel gearbeitet wird. Wir meinen, die Power sei vorhanden, aber wir können sie aus irgendwelchen Gründen nicht nützen.»

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