Stefan Bradl: Gehirnerschütterung, Start unmöglich

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl im nassen Warm-Up vor dem Sturz

Stefan Bradl im nassen Warm-Up vor dem Sturz

Stefan Bradl erlitt beim Crash im MotoGP-Warm-Up auf dem Sachsenring eine schwere Gehirnerschütterung. Er wird jetzt nach Chemnitz transportiert, die Rennteilnahme musste er absagen.

Wie im Vorjahr, als Stefan Bradl wegen eines zuvor in Assen erlittenen Kahnbeinbruchs zuschauen musste, wird der GP von Deutschland auch heute ohne Stefan Bradl über die Bühne gehen.

Der Aprilia-Werksfahrer stürzte im Regen im Warm-up in seiner dritten Runde in Turn 7, die Aprilia hatte sich in einer Pfütze in dieser Linkskurve quergestellt, der Bayer konnte den wilden Slide nicht abfangen. Er lag zu diesem Zeitpunkt mit 1:39,767 min an achter Stelle.

«An dieser Stelle standen ein paar tiefe Pfützen», berichtete Teamkollege Alvaró Bautista.

«Stefan hat sich nach dem Crash beim Sturz am Motorrad den Kopf heftig angeschlagen», hat sein Crew-Chief Diego Gubellini beobachtet.

«So eine Scheisse», brachte es Data-Recording-Ingenieur Marcus Eschennacher auf den Punkt.

SPEEDWEEK-com traf Stefan Bradl und Pape Helmut 15 Minuten anch dem Crash im Streckenspital, der Pechvogel war an ener Infusion angehängt.

«Ich kann mich an den Sturz nicht erinnern», schilderte Stefan. «Im Kiesbett konnte ich mich ein paar Sekunden gar nicht bewegen. Als ich aufgestanden bin, war ich völlig benommen. Ich konnte nur torkeln, musste von zwei Sanitätern gestützt werden.»

«Wie fühlst du dich», fragte ihn Dr. Frank Knabe. «Als wäre ich einen Marathon gelaufen», antwortete Stefan mit matter Stimme. «Ich fühle mich total schlapp und wäre jederzeit bereit, sofort zu schlafen.»

«Stefan, wir lassen dich jetzt ins Klinikum nach Chemnitz bringen. Dort gibt es eine moderne Neurochirurgie. Du kommst dort zuerst einmal in die Notaufnahme. Dort machen die Ärzte eine Computer-Tomografie, aus Sicherheitsgründen. Dann werden dort die Ärzte entscheiden, ob du eine Nacht im Spital bleiben musst», erklärte Dr. Knabe. «Wir werden abwarten, was sie dir raten.»

Es besteht der Verdacht auf eine starke Gehirnerschütterung. Es werden aber in Chemnitz weitere Abklärungen getroffen. Papa Helmut Bradl begleitete den Krankentransport mit dem Privatauto und wird in der Klinik die genaue Diagnose abwarten.

Morgen wird sich klären, ob Stefan Bradl am Dienstag und Mittwoch den Test in Spielberg bestreiten kann. «Das hat nur Sinn, wenn sich Stefan bis dahin wirklich wieder fit fühlt. Wenn er noch angeschlagen ist, hat es keinen Sinn», erklärte Crew-Chief Diego Gubellini, der mit Stefan vor dem Abtransport mit der Ambulanz noch ein paar Worte wechselte.»

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