Stefan Bradl (Aprilia): «Es geht um meine Zukunft»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Noch neun MotoGP-Rennen, dann steigt Stefan Bradl in die Superbike-WM um. Manche Kritiker verstehen nicht, warum er das Avintia-Ducati-Angebot abgelehnt hat.

Für Stefan Bradl und seine GP-Kollegen beginnt eine intensive Phase der GP-Saison. Bis Ende Oktober werden acht Rennen abgewickelt – in nur zweieinhalb Monaten. Dazu testet Stefan Bradl am 22./23. August mit Aprilia in Misano und am 19./20. September in Valencia.

Für 2017 steigt Stefan Bradl in die Superbike-WM um – er fährt im Honda World Superbike-Team. Bei Aprilia war für 2017 kein Platz mehr für ihn, das MotoGP-Angebot von Avintia-Ducati hat er nach reiflicher Überlegung abgelehnt.

Die Fans und Kritiker von Stefan Bradl sind zweigeteilter Meinung. Viele würden den Moto2-Weltmeister von 2011 lieber weiter in der MotoGP-WM sehen. Sie werfen ihm jetzt Feigheit vor dem Feind vor, weil er das Avintia-Ducati-Angebot abgelehnt hat. Hat er Angst vor dem aktuellen WM-Siebten Héctor Barbera, der bei Avintia sein Teamkollege gewesen wäre?

Stefan, einige Fans sagen, du hast recht, bei Honda hättest du in der Superbike-WM bessere Erfolgsaussichten. Was sagst du dazu? Hat bei deiner Entscheidung ein bisschen der Trotz mitgespielt, weil du im Juni als WM-Zwölfter keinen Platz in einem Top-Team gefunden hast?

Nein. Die Entscheidung, aus der MotoGP wegzugehen, ist ja nicht in einem kurzen, unüberlegten Moment getroffen worden. Das hat sich angebahnt und hat länger gedauert. Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen.
Aber die Entscheidung hat weder mit Feigheit noch mit Angst zu tun. Wenn die Umstände und ie Situation in einer anderen Rennserie besser sind, dann muss ich mir überlegen, wo ich mich am besten aufgehoben fühle, wo ich mich am wohlsten fühle und was für meine Zukunft das Beste ist.
Meiner Meinung nach war es die richtige Entscheidung, in die Superbike-WM zu wechseln. Meistens lässt sich das leider aber erst im Nachhinein wirklich beurteilen...
Aber das ist für mich der Weg, den ich jetzt gehe.
Viele verstehen es. Viele werden es nicht verstehen.
Aber ich kann es nicht einem jedem recht machen. Es geht um meine persönliche Zukunft, und ich muss mich um meine Zukunft selber kümmern. Denn wenn ich weg bin aus der Weltmeisterschaft, dann schert sich keiner mehr um mich.

Nächstes Jahr treten in der MotoGP mit KTM sechs Werksteams an. In einem Ducati-Kundenteam wird es wohl 2017 mit Top-10 oder Top-15-Ergebnissen schwierig werden?

Ich habe ja deshalb immer gesagt, dass es mein primäres Ziel ist, auch für 2017 im Aprilia-Werksteam zu bleiben. Aprilia hat sich anders entschieden. Das ist kein Weltuntergang, denn es sind schon viele Verträge nicht verlängert worden... Ich habe die Zeit mit Aprilia genossen und werde sie bis November weiter geniessen. Es war eine schöne Zeit.
Aber als ich gemerkt haben, dass es bei Aprilia für mich nicht weitergeht, habe ich mich sofort mit dem Thema Superbike-WM beschäftigt, weil die begehrtesten MotoGP-Plätze weg waren. Und ich wollte nicht um jeden Preis in der MotoGP bleiben, nur damit ich sagen kann, ich bin in der Königsklasse, das war auch nicht unbedingt ein Ziel.

Was wirst du im GP-Sport nach elf Jahren am meisten vermissen?

Da habe ich mir bisher noch keine Gedanken darüber gemacht.
Wahrscheinlich werde ich den Österreich-GP vermissen...

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