Motocross-WM MXGP

Kawasaki-Dilemma: Tommy Searle als Rettungsanker

Von Johannes Orasche - 01.07.2019 11:32

Das Kawasaki-Werksteam ist vom Pech verfolgt und steht nach Teutschenthal ohne Top-Piloten da. Deshalb wurde Tommy Searle von BOS GP befördert.

Kawasaki hat auf die katastrophale Verletzungsserie im eigenen Haus reagiert. Nach den Problemen der Satelliten-Team-Fahrer Evgeny Bobrychev und Alessandro Lupino ist seit dem Russland-GP auch Werksfahrer Clement Desalle nicht mehr einsatzfähig. Der Belgier wird nach seinen Knochenbrüchen von Orlyonok nicht mehr in der laufenden Saison zurückkehren.

Zuletzt stieg auch noch Desalles belgischer Landsmann und Teamkollege Julien Lieber in Teutschenthal bei seiner grandiosen Fahrt auf P2 im zweiten Durchgang heftig von der Kawasaki ab und verletzte sich dabei. Kawasaki reagiert nun und hat Tommy Searle verpflichtet. Der 30-Jährige wird von der privaten BOS-Kawasaki-Truppe für den Rest der Saison freigegeben. Erster Einsatz von Searle wird der tschechische GP in Loket Ende Juli sein.

Searle, der aktuell die britische 450er-Meisterschaft anführt, kann auf ein bisher eher bescheidenes GP-Jahr zurückblicken. Searle musste ebenfalls bereits in Russland pausieren und belegt aktuell nur Rang 18. Sein bestes Einzelergebnis war der siebte Platz im zweiten Durchgang beim Auftakt in Argentinien.

«Ich bin natürlich sehr glücklich über diese Chance um für das Monster Energy Kawasaki Racing Team fahren zu können und ich möchte allen danken, die hier involviert sind», stellt der einstige KTM-Werksfahrer und 14-fache MX2-GP-Sieger fest. «Ich werde hart arbeiten in den nächsten Wochen, um für den tschechischen Grand Prix gut vorbereitet zu sein. Ich werde auch mein Bestes in der britischen Serie geben, um den Titel für Kawasaki und für BOS zu holen, die mir in dieser Saison die Chance gegeben haben.»

BOS-Teambesitzer Olivier Bossard erklärt nüchtern: «Als ich den Sturz von Julien in Teutschenthal gesehen habe war mir sofort klar, dass Tommy nun zum Werksteam wechseln wird, das ja einen Spitzenfahrer benötigt.»

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