Motocross-WM MXGP

Jeffrey Herlings (KTM) gewinnt Herzschlagfinale

Von - 08.09.2019 17:56

In der letzten Runde des zweiten Laufs platzierte Jeffrey Herlings (KTM) den entscheidenden Angriff auf seinen Landsmann Glenn Coldenhoff (KTM), dem die Aktion gar nicht gefiel. Der Kampf ums WM-Podium bleibt spannend.

In der letzten Runde des zweiten Laufs des Türkei-Grand-Prix, 5 Kurven vor der Ziellinie, platzierte Jeffrey Herlings (Red Bull KTM) den entscheidenden Angriff auf seinen Landsmann Glenn Coldenhoff, der seinerseits erneut ein bravouröses Rennen ablieferte.

Die Niederländer bringen sich für das Motocross der Nationen in Assen in Stellung. Wer soll diese Übermacht schlagen? Coldenhoff befindet sich zur Zeit in der Form seines Lebens. Jeffrey Herlings ist nach seiner eigenen Einschätzung zwar noch immer nicht hundertprozentig fit, aber für den ersten Grand-Prix-Sieg nach seiner langen Verletzungspause hat es in der Türkei dann am Ende doch gereicht.

Glenn Coldenhoff, der von Anfang an im zweiten Lauf geführt hatte, passte die Aktion von Herlings in der letzten Runde natürlich überhaupt nicht: «Für Jeffrey ist es egal, aber ich brauche jetzt jeden Punkt in der WM, denn ich habe noch Chancen auf WM-Rang 3. Das hat mir gar nicht gefallen. Aber es ist, wie es ist. Ich muss nun beim letzten Rennen in China versuchen, möglichst viele Punkte zu holen», erklärte Coldenhoff.

In der WM rangiert Coldenhoff auf Platz 4, nur 9 Punkte hinter Gautier Paulin (Yamaha) auf Platz 3. Vor dem Türkei-Grand-Prix betrug sein Rückstand zu Platz 3 noch 22 Punkte. Coldenhoff hat also heute 13 Punkte gutgemacht. Aber es hätten eben auch 16 sein können, was seine Aussichten auf Gesamtrang 3 stark verbessert hätte.

So standen am Ende des Tages die beiden Niederländer Seite an Seite auf dem Podium, Coldenhoff freilich etwas zerknirscht, Herlings überwältigt. Wie sehr es einen harten Jungen wie Jeffrey Herlings berühren kann, nach so langer Zeit wieder auf dem obersten Treppchen zu stehen, wurde auf dem Podium sichtbar, als 'The Bullet' die eine oder andere Träne verdrückte, während die niederländische Nationalhymne erklang.

Dritter auf dem Podium wurde Husqvarna-Werksfahrer Pauls Jonass mit einem 2-5-Ergebnis.

Eine überraschend starke Leistung zeigte Coldenhoffs Teamkollege Ivo Monticelli. Schon im ersten Lauf fuhr der Italiener vom Ende des Feldes auf P8 nach vorne. Im zweiten Lauf startete er gut und wurde am Ende Vierter.

Yamaha-Werksfahrer Jeremy Seewer gewann im zweiten Lauf den 'holeshot', stürzte aber im späteren Rennverlauf und wurde dabei von seinem eigenen Bike am Boden eingeklemmt. Flink wie ein Wiesel rappelte sich der Schweizer auf und startete von außerhalb der Top-10 eine Aufholjagd, die ihm zum Schluss Rang 8 einbrachte. Sein zweiter WM-Rang ist zwar vor den beiden letzten Läufen in China noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber ein Vorsprung von 43 Punkten bei maximal 50 zu vergebenden Punkten ist für Seewer dann doch ein beruhigendes Polster.

Alle Einzelheiten vom zweiten MXGP-Lauf in Afyonkarahisar/Türkei erfahren Sie im nachfolgenden Renn-Stenogramm:

Start:
Jeremy Seewer gewinnt den Start, Glenn Coldenhoff geht vorbei in Führung. Es folgen Jeffrey Herlings, Tim Gajser und Brian Bogers.

Noch 28 Min:
Herlings hat Leader Coldenhoff bereits in Schlagdistanz. Es folgen Gajser, Monticelli, Bogers, Paulin und Seewer.

Noch 25 Min:
Jeremy Seewer strauchelt in einer Rhythmussektion, kann einen Crash gerade noch verhindern. Im Zweikampf mit Gautier Paulin gerät er in eine tiefe Spurrinne, überschlägt sich und wird am Boden von seinem Bike eingeklemmt. Seewer kann sich befreien und fährt weiter, fällt aber auf P14 zurück.

Noch 17 Min:
Herlings hat Leader Coldenhoff weiterhin in Schlagdistanz!

Noch 16 Min:
Coldenhoff führt knapp vor Herlings, Monticelli, Gajser, Bogers, Jonass, Paulin und Jasikonis.

Noch 11 Min:
Seewer hat nach seinem Sturz bereits wieder P11 erreicht.

Noch 9 Min:
Herlings lässt nicht abreißen und hat Leader Coldenhoff weiterhin in Schlagdistanz!

Noch 6 Min:
Gajser geht an Monticelli vorbei und erreicht P3.

Noch 5 Min:
Jasikonis stürzt und fällt von P8 auf P11 zurück.

Noch 3 Min:
Leader Coldenhoff kann sich wieder etwas vom Druck seines Landsmannes befreien und sich ein wenig absetzen.

Noch 2 Runden:
Herlings lässt nicht locker und bleibt am Hinterrad von Coldenhoff.

Letzte Runde:
Führungswechsel mit Herzschlagfinale! Jeffrey Herlings nimmt aus einer langgezogenen Linkskurve den Schwung in die folgende Rhythmussektion mit, beschleunigt mit maximaler Traktion, indem er die Passage auf dem Hinterrad mit einem Wheely durchquert und vor der nächsten Linkskurve die Führung, den Lauf- und Grand-Prix-Sieg holt.

Ergebnis MXGP, Lauf 2, Afyonkarahisar/Türkei:
1. Jeffrey Herlings (NED), KTM
2. Glenn Coldenhoff (NED), KTM
3. Tim Gajser (SLO), Honda
4. Ivo Monticelli (ITA), KTM
5. Pauls Jonass (LAT), Husqvarna
6. Gautier Paulin (FRA), Yamaha
7. Jeremy van Horebeek (BEL), Honda
8. Jeremy Seewer (SUI), Yamaha
9. Kevin Strijbos (BEL), Yamaha
10. Jordi Tixier (FRA), KTM
11. Brian Bogers (NED), Honda
12. Alessandro Lupino (ITA), Kawasaki
13. Arminas Jasikonis (LTU), Husqvarna
14. Anthony Rodriguez (VEN), Kawasaki
15. Arnaud Tonus (SUI), Yamaha
16. Tanel Leok (EST), Husqvarna
17. Petar Petrov (BUL), KTM
18. Nathan Renkens (BEL), KTM
19. Artem Gureyev (RUS), Husqvarna
20. Shaun Simpson (GBR), KTM
...
DNS: Tommy Searle (GBR), Kawasaki
DNS: Romain Febvre (FRA), Yamaha
DNS:Tom Koch (GER), KTM
DNS: Vsevolod Brylyakov (RUS), Yamaha
DNS: Max Anstie (GBR), KTM
DNS: Antonio Cairoli (ITA), KTM
DNS: Clement Desalle (DEL), Kawasaki
DNS: Julien Lieber (BEL), Kawasaki
DNS: Evgeny Bobryshev (RUS), Kawasaki
DNS: Max Nagl (GER), KTM

Grand-Prix-Wertung:
1. Jeffrey Herlings (1-1)
2. Glenn Coldenhoff (3-2)
3. Pauls Jonass (2-5)

WM-Stand nach 17 von 18 Rennen:
1. Tim Gajser, 744
2. Jeremy Seewer, 542, (-202)
3. Gautier Paulin, 499, (-245)
4. Glenn Coldenhoff, 488, (-256)
5. Arnaud Tonus, 462, (-282)
6. Pauls Jonass, 428, (-316)
7. Arminas Jasikonis, 416, (-328)
8. Jeremy van Horebeek, 403, (-341)
9. Romain Febvre, 384, (-360)
10. Antonio Cairoli, 358, (-286)
...
32. Tom Koch, 24, (-720)

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