Nach MXoN-Blamage: 2016 ohne Teamchef Hubert Nagl?

Von Frank Quatember
Motocross der Nationen
Hubert Nagl (li.) steht als Teamchef zur Diskussion

Hubert Nagl (li.) steht als Teamchef zur Diskussion

Beim Motocross-Rennen des Jahres belegt das deutsche Team einen ernüchternden neunten Platz. Der glücklose Auftritt am Rennsonntag (Verletzung Jacobi, DNF Nagl) hat Folgen.

Nach dem MXoN ist vor dem MXoN. Wenige Tage nach dem Heimsieg der Franzosen auf der Berg- und Talbahn zu Ernée rumort es hinter den Kulissen des Team Germany. Seit 2012 in Lommel, als das deutsche Team sensationell unter Hubert Nagl den Titel erringen konnte, sind nur drei Jahre vergangen, doch das damalige Wir-Gefühl war in Ernée nicht mehr zu spüren.

Die drei deutschen Fahrer Nagl, Ullrich und Jacobi gaben ihr Bestes, doch der Auftritt des Team Deutschland im Fahrerlager war wenig einladend. Wer oder was dafür der Grund war, ist Spekulation. Aber wie es anders geht, zeigte der Paddock-Auftritt des jungen Schweizer Teams unter Diego Clement: eine schöne, offene Atmosphäre mit jederzeit präsenten Fahrern. So geht MXoN, nämlich für die Fans.

Sportlich waren die Deutschen in Ernée nach einem hoffnungsvollen Qualifying am Samstag einen Tag später auch vom Pech gebeutelt. Henry Jacobi konnte durch eine schmerzhafte Verletzung am Finger aus Lauf 1 nicht mehr 100 Prozent bringen. Am zufriedensten dürfte Dennis Ullrich mit seiner Leistung gewesen sein, der Suzuki-Pilot zeigte mit den Rängen 11 und 18 als Open-Fahrer zwei starke Auftritte inmitten der Weltklasse.

Ein unglückliches Ende nach einem großartigen dritten Platz in Lauf 1 gab es für Max Nagl in Ernée. In seinem offiziellen Statement für Husqvarna sagte der Oberbayer zum dritten Lauf: «Nach dem Sturz war ich ganz am Ende des Feldes und lag so weit zurück, dass es auf der zerfahrenen Strecke mitten zwischen den langsameren Fahrern zu riskant gewesen wäre, weiterzufahren.»

Und sorgte damit für viel Kopfschütteln abseits der Strecke. Ein ebenso bemerkenswerter wie erstaunlicher O-Ton, ist man doch im Lager des deutschen Husky-Piloten ansonsten peinlich auf politisch korrekte Statements bedacht, die keinen Spielraum für Diskussionen zulassen.

Nun stehen Veränderungen an, in Ernée pfiffen es die Spatzen bereits von den Dächern. Hubert Nagl wird sich zurückziehen, als neuer starker Mann gilt der ehemalige Fox-Deutschland Geschäftsführer Wolfgang Thomas, der bereits 2012 entscheidenden Anteil daran hatte, dass Ken Roczen beim ADAC MX Masters in Gaildorf an den Start ging, einer der ganz seltenen Gastauftritte des Thüringer Superstars.

Kommendes Jahr findet das MXoN im italienischen Maggiora statt. Eine gute Gelegenheit, mit den beiden stärksten Deutschen Nagl und Roczen das Traumziel Podium anzugehen.

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