Jännerrallye: Wie im Vorjahr wieder Wagner-Festspiele

Von Toni Hoffmann
ORM
Vorjahressieger Julian Wagner führt erneut

Vorjahressieger Julian Wagner führt erneut

Die 35. Ausgabe des Klassikers erweist sich als Rutschpartie im Mühlviertel, das Favoriten-Trio Julian Wagner, Simon Wagner und Champion Hermann Neubauer bestimmt nach bislang vier Wertungsprüfungen das Tempo.

In der Früh wurde punktgenau um 8 Uhr die 35. Internationale LKW Friends on the road Jännerrallye, powered by LT1 im Raum Freistadt gestartet. Gespannt beobachteten die Piloten schon in den letzten Tagen den Wetterbericht. Präsentiert wurden ihnen zur Einstimmung auf das zweitägige Spektakel leichte Plusgrade und, nachdem es in der Nacht leicht geregnet hatte, eine von einigen eisigen Stellen geprägte erste Sonderprüfung in Pierbach. Mit dementsprechendem Respekt und zum Teil Spikes auf den Felgen gingen die 68 Akteure ans Werk.

Vorjahrssieger Julian Wagner blieb es vorbehalten, mit seinem Skoda Fabia R5 die erste Bestzeit in den leider schneelosen Asphalt  zu brennen. Dass er dem regierenden Staatsmeister Hermann Neubauer (Ford Fiesta R5) dabei auf den rund 13 Wertungskilometern gleich ebenso viele Sekunden abnahm, überraschte aber dann doch ein wenig. Zumal sich Wagner nach einem unliebsamen Kontakt mit einem Kanaldeckel auch noch rechts hinten einen Reifenschaden plus Felgenbruch eingefangen hatte.

Wesentlich knapper ging es da schon auf dem zweiten Abschnitt, der knapp acht Kilometer langen Arena Königswiesen zu. Hier schnappte sich Simon Wagner (Skoda Fabia R5 evo) die Topzeit, jedoch trennten ihn von seinem Bruder Julian lediglich vier Zehntelsekunden, und auch Neubauer war jetzt munter, hielt sich mit nur 2,9 Sekunden Rückstand locker im Spiel.

Pierbach und Königswiesen standen heute Vormittag dann noch einmal auf dem Programm. Beim zweiten Umlauf warteten auf die Teams aber merklich andere Verhältnisse. Die Straßen waren zum Teil als solche nicht mehr erkennbar. Durch das Cutten in der Früh wurden teilweise bis zu zehn Zentimeter hoher Morast auf die Strecke geschleudert. Dementsprechend erhöhte sich die Rutschgefahr noch zusätzlich. Dass er nun endgültig in der Rallye angekommen war, bewies Champion

Hermann Neubauer, indem er diesmal in Pierbach, also dort, wo er in der Früh noch 13 Sekunden ausfasste, bis auf neun Zehntelsekunden an den neuerlichen Bestzeithalter Julian Wagner herankam. Und auch Simon Wagner ließ sich nicht abschütteln. Kontinuierlich wie konstant etabliert sich momentan Johannes Keferböck als Nummer vier hinter dem dominanten Trio. Was ebenso ein wenig überraschte, lief der Jännerrallye-Sieger von 2018 gestern doch noch mit Fieber durch die Freistädter Messehalle. Doch der Skoda-R5-Pilot aus Pregarten scheint erfreulicherweise klar auf dem Weg der Besserung zu sein.

Für eine kurze Unterbrechung der SP 3 in Pierbach sorgte ein anderer Oberösterreicher. Gerald Rigler drehte sich turbulent von der Strecke, blieb mit seinem Ford Fiesta R5 in der Böschung hängen. Sein Auto musste erst fixiert und dann geborgen werden.

Königswiesen II hieß die Fortsetzung der Mühlviertler Rutschpartie. Und hier erwies sich erstmals Hermann Neubauer als Driftkaiser, setzte sich erstmals, wenn auch nur um drei Sekunden vor die Wagner-Brothers. Wieder bestimmte das Top-Trio das Tempo und bewies, dass die zuvor schon erhaltene Favoritenrolle für jeden von ihnen gerecht war.

Julian Wagner: «Mein Aha-Erlebnis habe ich gleich in der Früh gehabt. Da bin ich eineinhalb Kilometer mit einer gebrochenen Felge bis ins Ziel gefahren. Die Rallye wäre für mich fast zu Ende gewesen, aber zum Glück habe ich meinen Glücksbringer vom letzten Jahr mit an Bord gehabt. Sonst läuft alles nach Plan, ich bin praktisch fehlerlos geblieben.»

Simon Wagner: «Es macht unglaublichen Spaß, hier zu fahren. Für die Jännerrallye speziell geht es unter den ersten Drei sehr spannend zu. Wir sind alle drei fast zu vorsichtig unterwegs, keiner will offensichtlich einen Fehler riskieren.»

Hermann Neubauer: «Für mich läuft alles gut. Wir haben in der Früh eine sehr konventionelle Reifenentscheidung getroffen, die sich nachträglich aber als richtig herausgestellt hat. Wir fahren genau nach Plan, wobei die Bedingungen wirklich enorm schwierig sind.»

In der 2WD-Klasse hat momentan der Niederösterreicher Daniel Mayer ganz klar die Nase vorn. Der Peugeot-R2-Pilot führt mit fast einer Minute Vorsprung auf Michael Franz im VW Golf III. Michael Kogler im zehn Jahre alten VW Diesel-Scirocco ist Dritter, hatte jedoch auf SP4 Königswiesen mit einem Dreher einen Schreckmoment.

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