ADAC Eifel Rallye Festival 2015: Run auf die Plätze

Von Toni Hoffmann
Der Run auf die 150 Startplätze hat begonnen, Originalität ist Trumpf: Die Tradition bewahren, neue Wertungsprüfung im ‚Kelberger Land‘ mit zwei Ortsdurchfahrten.

Die Resonanz ist wieder beeindruckend: Kaum war die Nennungsliste zum ADAC Eifel Rallye Festival (23. – 25. Juli 2015) eröffnet, trudelten die Anmeldungen gleich massenweise ein. «Wir sind darüber natürlich sehr glücklich, aber auch sehr dankbar, dass unsere Veranstaltung einen derart großen Anklang bei den Teams findet», berichtet Organisationsleiter Peter Schlömer. Auch bei den Fans steigt das Interesse am größten rollenden Rallye-Museum. Der Vorsitzende des veranstaltenden MSC Daun ergänzt, «wir wissen, dass in der näheren Umgebung ganze Hotels schon seit Ende letzten Jahres ausgebucht sind.»  

150 historische Rallye-Boliden werden die Region rund um Daun am letzten Juli-Wochenende nun schon im fünften Jahr in ein riesiges Rallye-Festival verwandeln. Es steht zu vermuten, dass auch die Anzahl der Fans wieder neue Höchstwerte erreichen wird. Die Asphaltsträßchen in der Vulkaneifel bieten die optimalen Voraussetzungen, die Boliden in ihrer ‚bestimmungsgemäßen‘ Funktion zu betrachten. Die Rallye-Meile in Daun als Service- und Ausstellungsfläche ist der Treffpunkt für einen internationalen Mix aus Rallye-Boliden der letzten fünf Jahrzehnte sowie Piloten, Crew-Mitgliedern und Fans. Walter Röhrl, der zweifache Rallye-Weltmeister und Schirmherr des Festivals, bekennt schmunzelnd: «Allein dafür, dass ich hier unendlich viele Freunde, Bekannte und Fans aus vergangenen Tagen wieder treffen kann, lohnt sich der Weg nach Daun. Aber ich darf ja zusätzlich auch noch diese tollen Fahrzeuge fahren und damit alle entlang der Strecke begeistern.»  

Motto: Originalität  

2014 stand das Eifel Rallye Festival unter dem Motto ‚Vielfalt‘. 98 verschiedene Fahrzeugtypen von 37 verschiedenen Fahrzeugmarken kamen im Feld der 150 Starter zusammen, eine bislang noch nie erreichte Bestmarke. «In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit der Originalität der Fahrzeuge», erläutert Reinhard Klein, der als Kopf von Slowly Sideways für die Zusammenstellung des Starterfeldes verantwortlich zeichnet. «Im Rennsport gibt es das Bewusstsein für den Erhalt der Originalität schon länger, im Rallyesport wollen wir dieses Bewusstsein und die Verantwortung für den Erhalt der Kultur unseres Rallye-Sports weiter aufbauen.»  

Dabei muss es nicht immer das Original-Fahrzeug sein, auch ein Nachbau, der sich an der früheren Originalität orientiert, ist beim Eifel Rallye Festival herzlich willkommen. Es geht nicht darum, unter einer alten Karosse modernste Technik zu verbauen und damit auf Bestzeiten-Jagd zu gehen. «Genau das unterscheidet unser Festival von anderen Veranstaltungen. Wir kommen von Jahr zu Jahr näher an die Originalität heran», erläutert Klein und ergänzt: «Wir haben Respekt vor der Geschichte des Sports. Die Kombination von aktueller Top-Leistung und Originalität ist nicht möglich – deshalb verzichten wir bewusst auf jegliche Zeitmessung. Jeder kann seine Demonstrationsfahrten so absolvieren wie er will und sein Fahrzeug es kann.»  

Ortsgemeinschaft organisiert neue Wertungsprüfung  

Motorsport-Veranstalter können oft ein Lied davon singen, wie aufwändig es ist, eine neue Wertungsprüfung für die eigene Veranstaltung zu erschließen. Da muss bei Anliegern und Eigentümern oft eine zeitraubende Informationspolitik und Überzeugungsarbeit betrieben werden. Streckenleiter Karl Fries staunte nicht schlecht, als Ende des vergangenen Jahres die Vertreter von vier Ortschaften auf ihn zukamen und den Plan für eine komplett neue Wertungsprüfung in der Tasche hatten. «Fast alles war schon geklärt», so Karl Fries, «Die sportlich sehr anspruchsvolle Wertungsprüfung ‚Kelberger Land‘ bietet auf ihren 12,13 Kilometern alles, was das Rallyeherz begehrt. Für die Fans gibt es als besonderes ‚Schmankerl‘ noch zwei Ortsdurchfahrten.»  

Bis auf die inzwischen erteilte behördliche Genehmigung war ansonsten alles geregelt. Die vier Orte stellen 40 Feuerwehrkräfte zur Absicherung der Strecken und die Ortsvereine organisieren gemeinsam die Bewirtung der attraktiven Zuschauerpunkte. Hauptinitiator dieser Idee war Karl Häfner, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kelberg. «Herr Häfner ist ein langjähriger Fan unseres Sports und er wollte mit seiner Verbandsgemeinde auch ein Teil des Rallye-Festivals in der Vulkaneifel sein», erklärte Karl Fries.  

Weitere Infos auf: www.eifel-rallye-festival.de
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