Endlich Off-Road unterwegs

Kolumne von Stefanie Szlapka
Rallye Raid Auto
Wir hatten mal wieder ein perfektes Plätzchen ausgemacht

Wir hatten mal wieder ein perfektes Plätzchen ausgemacht

Zum ersten Mal donnerten wir mit unseren Pressefahrzeugen quer durchs Gelände. Inklusive Mittagessen an der Rennroute.

Wie zu lesen ist, habe ich die erste Nacht im Zelt und Schlafsack gut überstanden. Auch wenn sie nur sehr, sehr kurz war. Ich liebe die Atmosphäre im Biwak wenn es dunkel ist und überall die Lichter brennen, da noch an den Autos geschraubt wird. Dazu noch das Abendessen zusammen mit Fahrern und Mechanikern. Leider sollten wir schon um 4:30 Uhr aufstehen und ich konnte natürlich nicht einschlafen. Viele Teams arbeiteten fast die ganze Nacht und produzierten dementsprechend viel Lärm. Beeindruckend hörten sich auch die letzten Fahrtests der Rallyewagen auf der Landebahn des Flughafens an, auf dem das Biwak stationiert ist. Das Geräusch der Reifen klang wie eine La-Ola-Welle, die auf das Zelt zurollt und sich dann wieder wegbewegt.

Nachdem ich mehrere Stunden, mehr oder weniger freiwillig, dem Treiben im Biwak zugehört hatte, war ich endlich müde genug, um einzuschlafen. Dummerweise war es da schon kurz vor zwei Uhr nachts. Doch ich schaffte es tatsächlich, vor dem Klingen meines Weckers aufzuwachen – also um vier! Draußen war es noch stockdunkel. Schuhe an und auf zu den Waschbecken – Zähneputzen, fertig machen. Leider kam kein Wasser aus dem Hahn. Zum Glück hatte ich noch eine kleine Flasche Mineralwasser und Feuchttücher dabei, das reichte, um sich einigermaßen fit zu fühlen. Schnell ein kleines Frühstück inhaliert und kurz nach fünf Uhr saßen wir auch schon in den Autos auf dem Weg nach Uralsk in Kasachstan.

Ich hatte wieder meinen Posten als Navigator auf dem Beifahrersitz eingenommen. Die ersten 275 Kilometer folgten wir dem Roadbook – ab dann ging es wieder auf eigene Faust Richtung Rennroute. Auch dieses Mal stellte sich wieder heraus, wie gut es ist, dass russische Kollegen in unserer Gruppe sind. Sie quetschten die Polizei und das Militär nach dem richtigen Weg aus und konnten sogar mal einen Blick auf die Militärkarten erhaschen.

Um an unseren anvisierten Punkt zu kommen, standen uns heute allerdings keine Straßen zur Verfügung. Off-Road-Fahren war angesagt – und ich hinter dem Steuer. Meine Güte, das Gelände hatte es ganz schön in sich. Der Boden war total ausgetrocknet und hart, überall Furchen, dazu ging es noch bergauf und bergab – und zwar die steilen Varianten. So kämpften sich vier blaue Touaregs den Weg durch Gelände. Dementsprechend fragende Blicke trafen uns von den Viehhirten, die auf ihren Pferden in der Gegend (von der gab es dort viel) rumstanden und wahrscheinlich die Welt nicht mehr richtig verstanden.

Nach langer Suche hatten wir den ersten Checkpunkt der Prüfung gefunden und wenige Kurven vorher, gab es eine grandiose Wasserdurchfahrt. Zuvor hatten wir von der Organisation erfahren, dass die Fahrzeuge eine Stunde später in die Stage gestartet waren – wunderbar für uns! Picknick am Fluss war angesagt. Beinahe hätten wir auch noch das erste Auto verpasst, aber zum Glück, machen sie genug Lärm. Zuvor hatten wir uns noch gefragt, wie schnell die Piloten das Wasser durchfahren. Die Unterschiede waren beträchtlich. Besonders Giniel de Viliers hatte es fliegen lassen. Er erklärte mir später: «Man kann die Tiefe des Wasser ganz gut sehen. Diese Wasserdurchfahrt war nicht so breit, da kann man davon ausgehen, dass es nicht tief ist. Natürlich kann man da auch falsch liegen.»

Zumindest ist von den zehn Fahrzeuge, die wir beobachtet hatten, keiner abgesoffen. Gerne wären wir noch länger geblieben, doch uns stand noch der Grenzübertritt nach Kasachstan bevor und wir wussten nicht, wie lange wir an der Grenze warten müssen. Das ging allerdings überraschend schnell. Die russischen Grenzbehörden kontrollierten kurz die Ausweise und bestätigten mit einem Stempel unsere Ausreise. Die Kasachen winkten uns durch. Wir freuten uns schon über die schnelle Abwicklung, doch die Freude verging uns im Biwak. Dort wurden dann nämlich die Zollformalitäten vorgenommen. Doch auch das lief wahrscheinlich um einiges schneller, als wenn ich als normaler Tourist eingereist wäre.

Wie immer sitze ich jetzt im Pressezentrum = Zelt, doch heute kann ich mich überraschender Weise auf ein Hotelzimmer freuen. Das kommt mir auch ganz gelegen, schließlich liegen morgen 950 Kilometer!!! Serviceroute vor uns. Da hilft es enorm, sich es in einem richtigen Bett bequem zu machen. Eine Mitarbeiterin von Volkswagen meinte, dass Hotel sei für russische Verhältnisse sehr gut – was auch immer das heißen mag.

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