Entscheidet das Motorenlimit die Superbike-WM 2016?

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Wird ein Motor an der Verplombung geöffnet, muss er aussortiert werden

Wird ein Motor an der Verplombung geöffnet, muss er aussortiert werden

Zwei Meetings vor dem Saisonende lohnt sich ein Blick in die Statistik. Welcher Hersteller und welches Team genügend Motoren für Jerez und Losail zur Verfügung haben. Muss MV Agusta aus der Boxengasse starten?

Als Vorbild in Sachen Haltbarkeit kristallisiert sich auf den ersten Blick die Ducati Panigale R heraus. Erst einen Motorschaden am Bike von Chaz Davies weist die von der Dorna geführten Statistik aus, bei seinem Teamkollegen Davide Giugliano ist noch keines der V2-Triebwerke kaputt gegangen. Gegen die Langlebigkeit spricht, dass beide Ducati-Asse dennoch bereits sechs Motoren im Einsatz haben, zuletzt wurde in Magny-Cours ein neues Aggregat in Betrieb genommen. Über Probleme mit der Haltbarkeit können sich aber auch die Kundenpiloten Javier Fores (Barni Racing, zwei von secs Motoren) und Luca Scassa (VFT Racing, kein Schaden) nicht beklagen.

Dass die Honda CBR1000RR mittlerweile an ihrem Limit ist, könnte man auch hinsichtlich der Motorenstatistik vermuten. Der für seine Qualität bekannte Motorradgigant hat als einziges japanisches Werk das Motorenlimit bereits ausgereizt. D.h. Sowohl bei Nicky Hayden als auch Michael van der Mark arbeitet bereits der letzte erlaubte Motor im Rahmen der betagten Fireblade. Beide haben jedoch noch genügend einsatzfähige Triebwerke in der Hinterhand, um die Saison zu überstehen (fünf bei van der Mark, vier bei Hayden).

Die Weltmeisterkandidaten vom Kawasaki-Werksteam haben nach Magny-Cours je sechs Motoren verplomben lassen. Jonathan Rea stehen noch drei Triebwerke zur Verfügung, Tom Sykes noch vier. Das Motorenlimit wird die WM also nicht entscheiden. Bei den Kundenteams sieht es mit der Haltbarkeit der ZX-10R weniger gut aus. Roman Ramos (GoEleven) hat schon vier Motoren aussortieren müssen, der Katari Saeed Al Sulaiti (Pedercini) sogar schon fünf. Bei Dominic Schmitter (Grillini) ist mit nur einem Motorschaden alles im grünen Bereich.

Im Debütjahr der Yamaha R1 in der Superbike-WM gibt es keine Auffälligkeiten. Sylvain Guintoli hat sogar erst vier Motoren in der Allokation und noch keinen Ausfall. Sein Pata Yamaha Teamkollege Alex Lowes hat dagegen zwei Motoren zur Seite stellen müssen und hat vier funktionierende Triebwerke zur Auswahl.

Bei MV Agusta hat sich die Situation stabilisiert, wie auch immer das die engagierte Truppe des kleinen italienischen Werks in Varese geschafft hat. Zwar wurde in Magny-Cours der siebte und damit letzte erlaubte Motor in Betrieb genommen, für die letzten zwei Meetings in Jerez und Losail steht Leon Camier jedoch noch ein weiteres Vierzylinder-Triebwerk zur Verfügung. Sollte es in Spanien aber zu einem Motorschaden kommen, würde wahrscheinlich die Drehzahl zur Sicherheit reduziert.

Während bei MV eine Benchmark fehlt, rüsten alle anderen Werke mindestens zwei Teams aus. Sehr differenziert präsentiert sich BMW. Während Althea bei Markus Reiterberger von fünf in Betrieb genommenen Motoren bereits drei aussortieren musste (bei Jordi Torres zwei von 4), brummen bei Milwaukee sowohl bei Josh Brookes als auch Karel Abraham noch die selben drei Motoren der S1000RR wie im ersten Saisondrittel. Ausschuss hat das britische Team bisher noch nicht zu beklagen, was auch für ein eingeschränktes Tuning sprechen kann.

Die zwei Aprilia RSV4 im Teilnehmerfeld von Lorenzo Savadori und Alex De Angelis (IodaRacing) gehen mit einem noch unverplombten Motor als Reserve in die letzten zwei Saisonmeetings. Mit noch drei funktionierenden Motoren bei Savadori bzw. vier bei De Angelis arbeiten die V4-Triebwerke der Italiener solide.

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