Superbike-WM: Was Toprak über Stoppies sagt

Althea-Boss: «Reiterbergers Kariere braucht Neustart»

Von Ivo Schützbach
Weder Althea noch BMW zweifeln am Talent von Markus Reiterberger

Weder Althea noch BMW zweifeln am Talent von Markus Reiterberger

Als zweifacher Deutscher Superbike-Meister kam Markus Reiterberger (Althea BMW) mit vielen Vorschusslorbeeren in die Weltmeisterschaft. Doch im ersten Jahr lief vieles schief.

«Der Junge hatte aber auch ein Pech», fasste Max Neukirchner Markus Reiterbergers Debütsaison in der Superbike-WM treffend zusammen.

Das Ungemach für den Bayer begann bereits bei den Testfahrten auf Phillip Island im Februar 2016, wenige Tage vor dem ersten Rennen. Reiti fiel nach einem Highsider bei zirka 130 km/h im dritten Gang auf die linke Seite – als Ursache wurde der Reifen ausgemacht.

Dramatisch verlief für ihn auch der erste Superbike-Lauf als fixer WM-Pilot. Der BMW-Fahrer überholte in der Endphase Nicky Hayden und lag auf Rang 9, als in der letzten Kurve (!) der Hinterreifen platzte. Der Sturz passierte bei 180 km/h, der Reifen hatte ein zehn Zentimeter langes Loch. Pirelli-Rennchef Giorgio Barbier erklärte: «Wir gehen davon aus, dass der Schnitt von der eigenen Felge versursacht wurde. Dem vorangegangen ist der Druckverlust im Reifen, Markus hat sich einen Plattfuß eingefahren.»

Das zweite Rennen in Australien beendete Reiterberger als Achter, zwei Wochen später in Thailand brillierte er mit den Rängen 5 (sein bestes Saisonergebnis) und 7.

Die Pechsträhne fand Mitte Mai in Malaysia ihre Fortsetzung. Reiti war auf dem Weg mit Rang 4 sein bestes Karriereresultat einzufahren, als der Motor ausging. Verantwortlich dafür war ein Fehler im Kabelbaum – die Elektronik schaltete die Drosselklappe ab.

Noch schlimmer kam es vier Wochen später, als der zweifache Deutsche Superbike-Meister im zweiten Rennen in Misano stürzte und sich den 10. und 12. Brustwirbel brach.

Nach drei Monaten Verletzungspause gab der 22-Jährige Mitte September auf dem Lausitzring sein Comeback. Das Qualifying am Freitag beendete er sensationell als Zweiter, im nassen freien Training am Samstagmorgen stürzte Reiti erneut und fiel auf den ohnehin lädierten Hintern.

Im ersten Rennen streikte die Elektronik an seiner BMW S1000RR – wieder null Punkte.

Danach war die Luft raus, Reiterberger fuhr in den letzten acht Rennen der Saison 2016 nur einmal in die Top-10, weiterhin von diversen Problemen mit dem Motorrad geplagt.

Reiti weiß, dass er seiner Karriere einen Neustart verpassen muss. «Mein letztes gutes Rennen war Misano, wo ich mich das ganze Wochenende gut gefühlt habe und gut dabei war», sagte der Obinger. «Seitdem war der Wurm drin, ich weiß nicht woran das lag. Ich hatte kein Gefühl fürs Motorrad. Vom fahrerischen Können war ich die letzten Rennen auch nicht in Bestform, die Saison hat mich ganz schön hergenommen. Es lag nicht nur am Set-up, es kam einfach alles zusammen.»

SPEEDWEEK.com sprach mit Althea-Boss Genesio Bevilacqua, wie er seinen deutschen Youngster einschätzt.

Genesio, Markus startete stark in die Saison, dann hatte er den schweren Sturz in Misano und kam danach nicht mehr richtig in Tritt. Du glaubst weiterhin an sein Talent?

Natürlich. Der Level in der Superbike-WM ist sehr hoch, da kann ein junger Fahrer schnell in Schwierigkeiten geraten.

Wenn du genügend Erfahrung hast, kannst du nach einem Sturz sofort an frühere Leistungen anknüpfen. Wenn nicht, dauert das seine Zeit. Genau das ist bei Markus der Fall. Er muss seiner Karriere einen Neustart verpassen.

Kannst du erklären, weshalb es für Markus schwieriger ist das richtige Set-up für seine Maschine zu finden, als für Teamkollege Jordi Torres?

Das kann ich nicht genau sagen. Wir versuchen Markus und seinem Team die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.

Der Umstieg aus der IDM in die WM war ein Riesenschritt für ihn. Er hatte immer im Kopf, dass sein Motorrad wie in der IDM sein müsse, mit dem Superbike hat er nicht das gleiche Gefühl, wie mit seiner IDM-Maschine. Das ist das ganze Problem.

Ist es nicht auch ein Problem, dass er mit seiner italienischen Crew englisch reden muss? Mit einer deutschsprachigen Crew würden sich Fahrer und Team leichter tun.

Das halte ich nicht für die Lösung, die unterschiedliche Sprache erklärt nicht die Probleme. Shane Byrne und Tommy Hill sprechen englisch, sie hatten im Team nie große Schwierigkeiten. Ich sehe kein Problem bei der Kommunikation.

Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, dann steigen die Erwartungen. Für mich hängt in erster Linie alles mit seinem jungen Alter zusammen. Der Rest ist für mich Spekulation.

Die Crew von Markus wird 2017 gleich aussehen wie letztes Jahr?

Ich manage mein Team immer gleich. Zuerst versuche ich den Wünschen der Fahrer zu entsprechen, gleichzeitig haben wir aber auch unsere eigene Herangehensweise.

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