Superbike-WM: Zweites BMW-Team steigt aus

Killt Hondas Superbike-Philosophie Erfolgschancen?

Von Ivo Schützbach
Honda hat beim Saisonauftakt der Superbike-WM mit der neuen Fireblade eine herbe Schlappe erlitten. Trotzdem erhofft sich Rennchef Robert Watherston von Nicky Hayden und Stefan Bradl dieses Jahr Siege.

Nicky Hayden einmal Elfter und im zweiten Rennen gestürzt, Stefan Bradl zweimal 15.: Die WM-Premiere der neuen Honda CBR1000RR Fireblade SP2 in Australien verlief katastrophal, da gibt es nichts zu beschönigen.

Ten Kate Racing und Cosworth entwickeln zwar seit Anfang Januar Vollgas, für die kommenden Rennen in Thailand, Aragón und Assen sind zahlreiche Änderungen geplant und Verbesserungen erhofft. Doch bis Honda zur Spitze aufschließt wird dauern, da geben sich weder das Team noch die Fahrer Illusionen hin. Wenige Wochen Vorbereitungszeit mit dem neuen Motorrad können nicht wettmachen, was sich die Gegner über Jahre erarbeitet haben.

Hinzu kommt: Während sich Kawasaki, Ducati und Yamaha echte Werksteams leisten und Aprilia dem Milwaukee-Team reinrassige Werksrenner stellt, ist die Superbike-WM für Honda seit über einer Dekade nur ein Nebenkriegsschauplatz.

Robert Watherston, Rennchef von Honda Europa, blickt trotz des gründlich misslungenen WM-Auftakts in Australien optimistisch in die Saison, «wir wären enttäuscht, wenn wir dieses Jahr keine Rennen gewinnen», sagte der Schotte zu SPEEDWEEK.com.

Auf Phillip Island fehlte Honda eine Sekunde pro Runde zur Spitze, «wir liegen etwas hinter dem, wo wir sein müssen», räumt Watherston ein. «Es gibt einen Entwicklungsplan, wir erwarten, dass wir das mit den Motorrädern hinbekommen.»

Robert, hast du trotz der Änderung der technischen Regeln erwartet, dass Kawasaki und Ducati 2017 weiterhin in ihrer eigenen Klasse fahren? Auf Phillip Island holten sie alle sechs Podestplätze, nur Yamaha konnte mithalten.

Sie waren Ende letztes Jahr konstant schnell, auch während der Wintertests.

Ducati hat letztes Jahr einen großen Schritt gemacht.

Beide Hersteller sind momentan auf allen Strecken konstant schnell, sie haben sehr stabile Motorräder, sind immer konkurrenzfähig. Da müssen wir hin.

Nicky Hayden hat mir gesagt, dass man sich die Werksteams von Ducati und Kawasaki anschauen soll, dann weiß man, weshalb sie vorne fahren. Sie haben das größte Budget und die meiste Unterstützung. Ist es für Red Bull Honda trotzdem möglich, diese zwei Teams einzuholen?

Ich halte das für möglich. Unsere Philosophie innerhalb der Superbike-WM ist, dass wir Teams unterstützen. Das haben wir die letzten 15 Jahre so gemacht und es gibt auch keinen Plan, von diesem Weg abzuweichen.

Wir sind nicht hier, um nicht konkurrenzfähig zu sein. Wir wollen konkurrenzfähig sein – und natürlich glauben wir, dass uns das mit unserer derzeitigen Struktur gelingt.

Die Motorräder von Aprilia, Ducati und Kawasaki sind reinrassige Werksrenner. Ist das die falsche Philosophie für die Superbike-WM, sollten sich Teams um die Entwicklung dieser Maschinen kümmern?

Ich sage nicht, dass diese Herangehensweise falsch ist, diese Hersteller müssen das selbst für sich entscheiden. Aber die Entscheidung von Honda ist, dass wir Superbike-Racing zusammen mit Teams erledigen.

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