Red Bull Honda: Weshalb Camier die perfekte Wahl ist

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Die Superbike-WM 2018 wird Red Bull Honda mit Leon Camier und Jake Gagne bestreiten. Teammanager Ronald ten Kate erklärt im Exklusiv-Interview, wieso er so große Stücke auf Camier hält.

Honda hat in der nächsten Superbike-Saison viel gut zu machen, nachdem 2017 mit der neuen Fireblade alles schief lief. Die beste Honda finden wir im WM-Stand erst auf Platz 14! Deshalb wurde das Team umgekrempelt, die Organisation verändert, mit Magneti Marelli gibt es einen neuen Elektronik-Partner und mit Triple M mit Fahrer Patrick Jacobsen ein offizielles Satellitenteam.

Nächste Woche Mittwoch bis Freitag testet Red Bull Honda in Jerez mit den Neuverpflichtungen Leon Camier und Jake Gagne.

SPEEDWEEK.com setzte sich vorab mit Teammanager Ronald ten Kate zusammen.

Ronald, was beeindruckt dich an Leon Camier, warum war er für euch erste Wahl?

Er ist schnell, was er bei seinem bisherigen Team als einziger Fahrer geleistet hat, ist eindrucksvoll. Er alleine war für die Entwicklung der Maschine verantwortlich, das war eine Riesenaufgabe.

Er hatte keine einfache Saison, sie mussten viele Probleme überwinden. Trotzdem hat er in jedem Training alles gegeben – immer.

Wir hatten ihn schon länger auf der Liste, jetzt passt sein Profil perfekt.

Es ging also auch um Motivation, und wie er sich gegenüber MV Agusta und den Medien verhalten hat?

Ja. Egal, welches Problem sie am Motorrad hatten, er kam zurück an die Box und war beim nächsten Rausfahren sofort wieder schnell.

Ist Camier für dich einer der besten Fahrer in der Superbike-WM?

Ja. Ich will jetzt nicht sagen, wer die drei Besten sind, aber ich zähle ihn zur Spitzengruppe.

Er hat die letzten fünf Jahre sehr viel gelernt. Nicht nur, was seine Entwicklungsfähigkeiten betrifft, er ist auch unfassbar fit. Schau dir mal seine Arme und Beine an, er ist komplett auf seine Aufgabe fokussiert.

Es wird euch bei der Elektronik-Umstellung von Cosworth auf Magneti Marelli sicher helfen, dass Camier diese seit Jahren kennt und Elektroniker Vicente Pechuàn Vilar von MV Agusta mit ihm zu euch kommt?

Die Elektronik funktionstüchtig zu machen ist mehr Arbeit, als sie nur ans Motorrad zu schrauben. Da müssen viele Sachen kalibriert werden.

Im ersten Wintertest nächste Woche in Jerez werdet ihr noch mit der Cosworth-Elektronik fahren. Warum hältst du es für wichtig, dass Camier eure diesjährigen Probleme versteht, bevor er sich mit dem neuen System befasst?

Es ist nicht so, dass wir uns das ausgesucht haben. Wir sind mit der Marelli-Elektronik auf dem Prüfstand noch nicht so weit, wie wir sein möchten, bevor wir zum ersten Mal damit auf die Rennstrecke gehen.

Um den ersten Eindruck vom Chassis und dem Motorcharakter zu bekommen, kann er auch mit Cosworth fahren. Leon fuhr dieses Jahr ein paar Mal hinter einer unserer Maschinen, er wird die Vor- und Nachteile schnell verstehen.

Im Dezember habt ihr einen weiteren Test, um die Basisarbeit mit der Marelli-Elektronik zu erledigen?

Richtig. Dann entweder mit einem Testfahrer und Leon, oder nur mit einem Testfahrer.

Ich kann mir vorstellen, dass wir drei Tage lang testen und Leon nur am letzten Tag fahren lassen.

Konnten euch die Ersatzfahrer Takumi Takahashi, Davide Giugliano und Jake Gagne diese Saison korrekte Informationen für die Entwicklung liefern?

Nein. Um zu entwickeln, muss man länger auf dem Motorrad sitzen. Abstimmungsarbeit ist das Eine. Das ist aber keine Entwicklung. Um diese zu machen, muss man über einen längeren Zeitraum mit einem Fahrer arbeiten.

Sie haben uns gesagt und gezeigt, was die Hauptprobleme sind.

Vor allem, wenn sie in einer Gruppe fuhren, taten sie sich schwer damit ihr Ding durchzuziehen.

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