Die Köpfe rauchen: Aprilia sucht Ersatz für Laverty

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Nach seinem Sturz in Thailand fällt Eugene Laverty für die nächsten drei Events der Superbike-WM aus. Die Suche eines Ersatzfahrers erweist sich als schwierig, um diese Jahreszeit sind kaum Weltklasse-Piloten erhältlich.

Das Unglück geschah in der fünften Runde des zweiten Superbike-Rennens in Buriram. Eugene Laverty klappte das Vorderrad ein, Jordi Torres hatte keine Chance auszuweichen und überfuhr den ehemaligen Vizeweltmeister auf Hüfthöhe. Während der Spanier mit Prellungen davonkam, erlitt Laverty zwei Frakturen im rechten Sitzbein, dem tiefsten Teil des Beckens, die ohne operativen Eingriff heilen. Trotzdem musste der Nordire unters Messer, um in einem kleinen Eingriff innere Verletzungen beheben zu lassen.

Die Rennen in Aragón, Assen und Imola wird der 31-Jährige verpassen, erst zu seinem Heimrennen in Donington Park am letzten Mai-Wochenende will er wieder auf seiner Aprilia RSV4 sitzen.

Seit fünf Tagen grübelt Milwaukee-Teamchef Shaun Muir, wer Laverty ersetzen könnte. Ein schwieriges Unterfangen, Ende März sind für gewöhnlich keine Spitzenpiloten ohne Job. Deshalb sind zahlreiche Namen im Gespräch.

Die naheliegendste Lösung wäre Aprilia-Testfahrer Matteo Baiocco, er fährt für den Hersteller aus Noale auch die Italienische Meisterschaft. Doch Muir hält nicht eben große Stücke auf den 33-Jährigen.

Interessanter wäre da schon der Chilene Maximilian Scheib, der für das Aprilia-Werksteam die Superstock-1000-EM bestreitet. Verständlich, dass Aprilia den 22-Jährigen nicht frei gibt, er soll den Superstock-Titel erringen und kann deshalb nicht die drei ersten Rennen verpassen.

Der Südafrikaner Sheridan Morais wäre ebenfalls eine Möglichkeit, doch der steht bei Kawasaki Puccetti oben auf der Liste als Ersatz für den verletzten Kenan Sofuoglu. Morais pflegt beste Beziehungen zu Kawasaki, die Supersport-WM 2017 beendete er (auf Yamaha) als Vierter und gewann das Rennen auf dem Lausitzring.

Sylvain Guintoli, 2014 auf Aprilia Superbike-Weltmeister, winkt ab: «Ich habe einen Vertrag mit Suzuki für MotoGP.»

Muir erkundigte sich bei SPEEDWEEK.com über die Vertragssituation des ehemaligen Aprilia-MotoGP-Werksfahrers Stefan Bradl, der Bayer ist an HRC gebunden, und fragte nach dem Zustand von Jonas Folger.

«Shaun Muir hat sich am Donnerstag bei mir mit einer Textnachricht gemeldet», bestätigte Folger-Manager Bob Moore Donnerstagabend. «Aber ich habe Jonas seit vier Wochen nicht erreicht, ich konnte ihm keine Auskunft geben.»

Weil Aprilia außer in Italien in keiner nationalen Meisterschaft vertreten ist, verfügen nur wenige Piloten über Erfahrung mit der RSV4. Einer von ihnen ist der arbeitslose Alex De Angelis, der schon in beinahe jeder WM-Kategorie fuhr – 2016 für das Team IodaRacing Aprilia in der Superbike-WM. Im Oktober 2015 verlor der San Marinese bei einem Sturz in Motegi beinahe sein Leben, seither hat er mit einem Nervenschaden im rechten Arm zu kämpfen. Trotzdem brauste er auf dem Lausitzring 2016 im Regen auf Platz 2.

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