Chaz Davies (Ducati): «Damit hat niemand gerechnet»

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Chaz Davies

Chaz Davies

Vizeweltmeister Chaz Davies (Aruba Ducati) startete im ersten Rennen der Superbike-WM in Laguna Seca von Pole-Position und fuhr auch die schnellste Rennrunde. Sieger Jonathan Rea hatte er aber nichts entgegenzusetzen.

«Ich wäre auch ohne diesen Fehler Zweiter geworden», beschrieb Chaz Davies die rennentscheidende Szene in Runde 7, als er sich vor der Corkscrew verbremste und damit Jonathan Rea Raum zum Überholen bot. «Auf der Bremse rutschte mir kurz das Vorderrad weg, also lenkte ich nicht sofort ein. Letztlich änderte das nicht viel, mir fehlte es in einigen Bereichen, um gegen Johnny kämpfen zu können.»

Der Weltmeister lag im Ziel 2,978 sec vor Davies und baute seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft nach seinem 61. Sieg auf komfortable 70 Punkte aus.

Gut fürs Ego aber wertlos für den Gesamtstand: Davies eroberte in den USA seine sechste Pole-Position und fuhr in 1:23,041 min die schnellste Rennrunde.

«Wegen der höheren Temperaturen im Rennen änderte sich das elektronische Mapping für den Motor recht drastisch», schilderte der Ducati-Star SPEEDWEEK.com. «Ich versuchte meinen Stil bestmöglich anzupassen, mehr als eine Zehntelsekunde hier und dort konnte ich auf Rea aber nicht herausholen. Also probierte ich fehlerlos zu fahren und maximal zu pushen – letztlich war er nicht zu schlagen. Niemand hat damit gerechnet, dass es so heiß wird, so heiß war es bei früheren Rennen hier nie. Als ich 1:23 min niedrig in der dritten Runde fuhr, konnte ich die Zeit nicht glauben. Da dachte ich mir, dass diese Zeit vielleicht etwas zu schnell für diese Bedingungen ist – ich hatte ja noch 22 Runden vor mir.»

Obwohl die Lufttemperatur im Hinterland von Monterey nur 28 Grad Celsius betrug, kletterte die Asphalttemperatur auf 48 Grad! Das war deutlich wärmer als in den Trainings und hatte große Auswirkungen auf die Reifenwahl.

Davies entschied sich für den weichsten Hinterreifen und profitierte in den ersten Runden von ihm. Als in Runde 7 Rea nach dem Fahrfehler vorbeiging, hatte Davies dem Nordiren nichts mehr entgegenzusetzen.

«Das Motorrad ist seit einigen Rennen sehr nervös», schilderte der Vizeweltmeister. «Am Freitag war das wieder so, dann bauten die Jungs für den Samstag einiges um, damit das Bike ruhiger wird. Das machte sich deutlich bemerkbar.»

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