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Arglistige Täuschung? Triple-M Honda muss zusperren

Im Zuge der Umstrukturierung des Superbike-Programms von Honda ist das deutsche Team Triple-M zwischen die Stühle gefallen. «Ich hatte starke Zusicherungen von Honda», ärgert sich Eigentümer Matthias Moser.

Superbike WM

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Seit 6. November 2018 ist offiziell: Ab kommender Saison kümmert sich die Honda Racing Corporation (HRC) wieder selbst um die Superbike-WM, sie ist für alle Werksauftritte im Motorrad-Rennsport verantwortlich, wie MotoGP, Motocross und Rallye Dakar.

Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen. 2002 wurde Colin Edwards als letzter Superbike-Fahrer mit HRC-Material Weltmeister, seit 2003 war Honda Motor Europe (HME) für SBK verantwortlich. Seit 2004 wurde in dieser Klasse mit dem niederländischen Ten-Kate-Team zusammengearbeitet.

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Ten Kate ist in der Superbike-WM zukünftig ebenso außen vor wie Honda Motor Europe.

HRC spannt mit dem japanischen Moriwaki-Team zusammen, das italienische Althea-Team kümmert sich um die Logistik. Als Fahrer wurden Leon Camier und Ryuichi Kiyonari verpflichtet.

Die Zusammenarbeit mit dem Satelliten-Team Triple-M wird Honda nicht fortsetzen

Die letzten Monate erhielt Teameigentümer Matthias Moser von Honda allerhand Zusicherungen was die Zukunft betrifft, Dienstagabend erfuhr er von den tatsächlichen Honda-Plänen.

"Mir wurde von Robert Watherston erklärt, dass Honda Motor Europe nicht mehr für die Superbike-WM verantwortlich sei, und dass man seitens Japan kein Interesse an einem Satelliten-Team hätte", erzählte Triple-M-Chef Moser SPEEDWEEK.com.

Der Frankfurter wusste seit 2017 von den HRC-Plänen, sah diese aber nicht im Widerspruch zu seinem Team. "Mir ist egal, ob das Honda Motor Europe oder Honda Japan ist, Honda ist Honda", so Moser. "Ich habe das Satelliten-Team gemacht, weil Honda das unbedingt wollte. Ich habe mich da nicht vorgedrängelt, sondern Honda hat mich stark ermutigt das zu machen. Ich habe damals von allen Verantwortlichen starke Zusicherungen bekommen, dass das eine langfristige Angelegenheit ist, dass man das Satelliten-Team langfristig aufbauen wolle. Aus diesem Grund, mit diesen Zusicherungen, habe ich einen sehr hohen Geldbetrag investiert. Den kann ich jetzt abschreiben und meine Mechaniker sind alle arbeitslos. Die leben alle davon, die Entscheidung von Honda ist für mich schwer nachvollziehbar. Sie ist auch sehr unjapanisch. Ich habe viele Jahre für die größte japanische Investmentbank gearbeitet, ich kenne mich mit japanischen Unternehmen gut aus. Eine Sache habe ich immer geschätzt – dass man zuverlässig ist. Das kann ich hier nicht sagen."

Triple-M war viele Jahre in der Superstock-1000-EM unterwegs, erst auf Ducati, dann auf Kawasaki.

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Nach der katastrophalen SBK-Debütsaison der neuen Honda CBR1000RR SP2 im vergangenen Jahr entschied Honda Motor Europe, für 2018 kräftig zu investieren und das Satelliten-Team Triple-M zu installieren.

Triple-M erhielt Motoren und Chassis’ von Ten Kate, Fahrer Patrick Jacobsen wurde ihnen von Honda Japan aufs Auge gedrückt.

"Darüber habe ich hinweggesehen, weil mir Honda versicherte, dass wir nur eine Saison mit den Motorrädern von Ten Kate fahren müssen und dann Bikes von HRC bekommen", bemerkte Moser. "Ich denke darüber nach, ob ich das so auf mir sitzen lasse. Das könnte man auch als arglistige Täuschung auslegen, was jetzt passiert ist."

Voraussichtlich wird der Hesse sein Rennteam zusperren. An nationalen Serien wie der IDM hat er kein Interesse und für die Superbike-WM gibt es keinen anderen Hersteller, mit dem er zusammenspannen könnte.

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"Erstens habe ich keine Lust, schon wieder den ganzen Kram neu zu kaufen", hielt Moser fest. "Ducati 1199 S, Ducati 1199 R, Kawasaki, dann Honda – was soll es jetzt geben? Außerdem braucht man in der Superbike-WM offiziellen Werksstatus, aber da ist nichts verfügbar."

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